Mehr Saft und Kraft für das Android-Handy

30. August 2010, 17:11
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Tipps für längere Akkulaufzeiten und bessere Performance

Schnellere Prozessoren, wachsende Speicherkapazitäten und immer mehr Arbeitsspeicher haben Smartphones wie das HTC Desire oder das Samsung Galaxy S heute auf das Leistungs-Niveau gebracht, das vor wenigen Jahren noch nur Computer erreichten. Zum Telefonieren und SMS-schreiben braucht man die Rennpferde unter den Handys freilich nicht; doch im Web surfen, Bilder und Videos aufnehmen, bearbeiten und verschicken oder Gaming fordert etwas mehr Leistung unter der Motorhaube. Mit einigen Tipps und Tricks kann man die optimale Leistung für Apps und Games aus seinem Android-Gerät herausholen und sichergehen, dass der Akku nicht schon vor Ende des Tages schlapp macht.

Stromfresser

Die schlechte Nachricht gleich vorweg: für Heavy User, die WLAN, 3G, Bluetooth und GPS ständig aktiviert haben, oft E-Mails, Facebook- und Twitter-Updates abrufen und viel surfen, gibt es bei aktuellen Geräten keinen Weg, dass der Akku länger als einen Tag durchhält. Ist der Saft schon nach ein paar Stunden weg, liegt es oft an fehlerhaften Anwendungen. In dem Fall hilft nur eine Deinstallation oder das Warten auf ein Update. Mit geschicktem Energie-Management kann man der Batterie aber durchaus ein paar Stunden mehr abzwacken.

Automatische Synchronisierung

Smartphone-Hersteller bewerben zwar intensiv die Social Networking-Features ihrer Modelle, doch "always on" ist ein wahrer Akku-Killer. Facebook- und Twitter-Updates ununterbrochen abzurufen und Push-E-Mail halten User zwar in Echtzeit am Stand der Dinge, sorgen aber dafür, dass der Akku schneller leer wird. Besser sind seltenere Aktualisierungen. Die Intervalle lassen sich bei vielen Clients manuell einstellen. Das Gleiche gilt für Widgets, welche die Timelines auf dem Homescreen anzeigen. Unter Konten & Synchronisierung sind alle Konten, die Daten abrufen, aufgelistet. Hier wird man feststellen, dass viele Handy-Hersteller ihre eigenen Facebook- und Twitter-Apps vorinstalliert haben, die oft mit den Widgets zusammenhängen. Zwei Facebook-Anwendungen sind jedenfalls eine zu viel.   

Push Mail

Push-Mail ist zwar praktisch, um unterwegs beispielsweise keine wichtigen, beruflichen Mails zu verpassen, ununterbrochen ist die Push-Funktion jedoch meist unnötig. Zu Bürozeiten kann man ohnehin die Mails am Computer abrufen. Dank Unterstützung von Exchange ActiveSync kann man den Zeitplan sehr genau definieren, an welchen Tagen und zu welchen Uhrzeiten Mails wie oft abgerufen werden sollen.

Abspeckkur für Homescreens

Animierte Wallpapers und andere Effekte sind zwar Eye Candy, aber ebenfalls nicht unbedingt förderlich für Akkulaufzeiten und Performance. In den Einstellungen für das Display können Fensteranimationen und das automatische Drehen des Bildschirms deaktiviert werden. Im Gegensatz zum iPhone liegen bei Android nicht sämtliche Apps auf den Homescreens. Das muss man dem Apple-Handy zugunsten von Übersichtlichkeit und Performance auch nicht nachmachen. Mit weniger vollgefüllten Homescreens lässt es sich flotter navigieren.

Display-Helligkeit und 3G

Die Helligkeit des Bildschirms sollte automatisch reguliert werden. In dunkleren Umgebungen wird die Helligkeit  gesenkt. Das Display bleibt gut lesbar, zapft aber weniger Energie ab. Unter den Einstellungen lässt sich die Helligkeit auch manuell anpassen und die Zeit für das Display-Timeout festsetzen. In Gegenden mit ohnehin schlechter 3G-Abdeckung, sollte man zudem auf 2G umschalten, was die Akku-Leistung signifikant erhöhen kann. Wer ungestört Musik hören will, kann vorrübergehend in den Flugmodus wechseln, bei dem alle Mobilfunkverbindungen ausgeschaltet werden.

Cleveres Energiemanagement mit Widgets

WLAN, GPS und Bluetooth sind stromhungrige Funktionen, die nur selten rund um die Uhr benötigt werden. Über Widgets lassen sich die Features schneller ein- und ausschalten. Das Android-eigene Widget ermöglicht die Ansteuerung von WLAN, Bluetooth, GPS, Hintergrunddiensten und Display-Helligkeit. Im Android Market gibt es  weitere Helferlein, die beim Stromsparen helfen. Der Power Manager (Vollversion um 0,99 US-Dollar) bietet etwa  Informationen zum Lebenszyklus des Akkus und weitere Einstellungsmöglichkeiten, um das Display zu dimmen sowie WLAN und Bluetooth bei niedrigem Ladestand automatisch zu deaktiveren.

Apps überwachen

Ein Auge sollte man darauf haben, welche und wie viel Apps im Hintergrund laufen. Mehrere Anwendungen arbeiten weiter, auch wenn man sie nicht benötigt. In neueren Android-Versionen funktioniert das automatische Beenden von Apps und Diensten mittlerweile so gut, dass keine zusätzliche Unterstützung durch Apps nötig ist. Seit Android 2.0 können Dienste unter Einstellungen/ Anwendungen durch einfaches Antippen beendet werden. In älteren Versionen können Management Tools wie der Advanced Task Manager (Vollversion um 0,99 Dollar) aushelfen. Besser als automatisches Killen von Apps ist jedoch, ihre Speichernutzung zu überwachen und nicht unbedingt benötigte Ressourcen-Fresser vom System zu werfen. Memory Usage (Vollversion um 0,99 US-Dollar) hilft beim Monitoring. Das Programm zeigt an, wie viel Speicher die Anwendungen benötigen, wie viel Speicher belegt ist und wie viel noch zur Verfügung steht. Von den selben Entwicklern wird auch das Tool CPU Usage angeboten. Auch das kostenlose System Widget zeigt Speicher- und CPU-Nutzung an. Im Android Market gibt es noch zahlreiche andere Management-Tools, mit ähnlichen und weiteren Features.

Apps auf SD-Karte speichern

Auch der begrenzte, interne Speicher vieler Android-Handys stellt eine Einschränkung für Nutzer dar. Bei älteren Android-Versionen können Apps offiziell nur in den internen Speicher des Geräts installiert werden (andersfalls muss das System gerootet werden). Hat das Handy genug, weist es darauf hin, dass kaum Speicher mehr zur Verfügung steht und lehnt den Download weiterer Apps ab. Ab Android 2.2 Froyo ist es möglich, Anwendungen auf die SD-Karte zu verschieben. Unter Einstellungen/Anwendungen hat man Zugriff auf die App-Verwaltung. Hier kann man Apps deinstallieren und bei Bedarf auf die SD-Karte umschlichten. Ob die Option verfügbar ist, hängt von den Entwicklern ab. Mittlerweile wurden bereits zahlreiche Programme für Froyo aktualisiert. Einzig achten muss man darauf, dass Apps auf der SD-Karten nicht genutzt werden können, während man das Telefon als externen Speicher an den Computer hängt oder Fotos und Musik überträgt. Beim Laden über USB-Kabel gibt es keine Probleme.

Auf die Kombination kommt es an

Die hier angeführten Tipps bringen einzeln natürlich kaum etwas. Wer das Android-Smartphone länger als einen Tag nutzen will, bevor es wieder an den Strom muss, sollte mehrere dieser Engergiespar-Tipps befolgen. Die Akkulaufzeiten hängen stark von der Nutzung ab, weshalb die offiziellen Angaben der Handy-Hersteller, die noch dazu unter Laborbedingungen getestet werden, mit Vorsicht genossen werden sollten. Bei Laufzeiten unter einem Tag, ist meist was faul, wie auch Google-Gründer Larry Page vor einigen Monaten anmerkte. Das "Smart" in Smartphone steht eben nicht nur für clevere Handys - auch die Nutzer müssen clever sein, um das Beste aus ihren mobilen Gadgets rausholen zu können. (Birgit Riegler/derStandard.at, 30. August 2010)

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