Stückpreis laut Pilz doppelt so hoch wie in Deutschland

29. August 2010, 14:47
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Grüner Abgeordneter bezieht sich auf deutsche Anfragebeantwortung - Darabos weist Darstellung zurück

Wien - Laut einer den Grünen vorliegenden Anfragebeantwortung der deutschen Bundesregierung hat die deutsche Luftwaffe für einen Eurofighter nur rund die Hälfte bezahlt wie Österreich. Deutschland zahlte pro Stück der Tranche 1 rund 57 Millionen Euro, zitierte der Grüne Abgeordnete Peter Pilz auf seiner Internet-Hompage am Sonntag aus der Anfragebeantwortung des parlamentarischen Staatssekretärs Christian Schmidt für den deutschen Verteidigungsminister. Österreich zahlte einen Stückpreis von rund 114 Millionen Euro.

"Besonders absurd" ist für Pilz: "Die österreichischen Jets sind gebrauchte der deutschen Luftwaffe - und damit baugleich mit den Flugzeugen des deutschen Jagdgeschwaders. Also: Die deutsche Luftwaffe kauft einen neuen Eurofighter der Tranche 1 um 57 Millionen Euro und verkauft ihn gebraucht um 115 Millionen Euro weiter. Diese Diskrepanz riecht nach organisiertem Betrug und Milliardenkorruption."

Ohne Sonderausstattung und Wartungsverträge

Verteidigungsminister Norbert Darabos (SPÖ) hat die Darstellung des Grünen Abgeordneten Peter Pilz zurückgewiesen. Für die 15 "nackten" Flugzeuge, als ohne Wartungsverträge und Sonderausstattung, habe Österreich nach dem von Darabos nachverhandelten Vertrag 850 Millionen Euro bezahlt. Das ergebe pro Flugzeug einen Stückpreis von 57 Millionen Euro und damit genau die in Deutschland genannte Summe, erklärte Darabos-Sprecher Stefan Hirsch der APA.

Aus dieser Anfragebeantwortung geht weiters hervor, dass die Betriebskosten für die Eurofighter der deutschen Luftwaffe mit 73.992 Euro pro Flugstunde fast doppelt so hoch wie ursprünglich vorgesehen sind. Der "Tornado", das bisher teuerste Flugzeug der deutschen Luftwaffe, koste im Vergleich 43.000 Euro pro Stunde. (APA)

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