Teheran wirft schwedischem Kosmetikkonzern Spionage vor

29. August 2010, 14:24
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Unternehmen bestreitete politische Aktivitäten im Iran

Teheran/Stockholm - Der Streit um die Verkaufsmethoden des Kosmetik-Unternehmens Oriflame im Iran geht weiter. Die Regierung in Teheran warf den Schweden am Samstag vor, der islamischen Republik durch ihre Tätigkeit Schaden zuzufügen. Geheimdienstminister Heydar Moslehi zufolge gibt es Beweise, dass hinter Oriflame stehende "Spionagefirmen" im Iran Sicherheitsprobleme schaffen wollen.

Das schwedische Unternehmen wies die Vorwürfe zurück und bestritt, in irgendwelche politischen Aktivitäten im Iran verwickelt zu sein. Die Teheraner Behörden hatten vor rund einer Woche das Büro des Schminkeproduzenten geschlossen. Dabei wurden insgesamt fünf Mitarbeiter des Unternehmens festgenommen, darunter ein schwedischer Staatsbürger.

Direkt-Marketing-System oder Pyramidenspiel

Als Anlass für die Aktion vermutet das schwedische Unternehmen sein im Iran angewendetes Direkt-Marketing-System. Dieses hat insgesamt 40.000 Kundinnen im Visier und sieht bei privatem Weitervertrieb eine Beteiligung am Erlös vor. Iranische Medien berichteten über ein "Pyramidenspiel" der Firma. Die Angelegenheit ist zwischen den beiden Staaten bereits auf diplomatisches Niveau gelangt. (APA/TT)

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