Nachlese

Antragszahlen steigen wieder

29. August 2010 12:06

Fekter sieht "Alarmsignal" - Anwesenheitspflicht deshalb nötig - Drittes Erstaufnahmezentrum aber weiter kein Thema

Wien - Die Zahl der Asylanträge ist in den letzten Wochen wieder gestiegen. Während zu Beginn dieses Jahres rund 800 Personen pro Monat in Österreich um Asyl angesucht haben, werden im Innenministerium für den August rund 1.300 Anträge erwartet. Innenministerin Maria Fekter (ÖVP) sieht darin ein "Alarmsignal" und drängt deshalb neuerlich auf die von ihr geforderte Anwesenheitspflicht für Asylwerber, wie ihr Sprecher Gregor Schütze am Sonntag erklärte. Ein drittes Erstaufnahmezentrum ist für die Ministerin aber nach wie vor kein Thema, obwohl auch in den beiden bestehenden Zentren in Traiskirchen und in Thalham die Belagszahlen zuletzt wieder gestiegen sind.

Im vergangenen Winter hatte Fekter mit ihren Plänen für ein drittes Erstaufnahmezentrum im burgenländischen Eberau für Aufregung gesorgt. Nachdem vor der burgenländischen Landtagswahl die Wogen hoch gegangen waren und die Bürger in einer Volksbefragung das Projekt klar abgelehnt haben, wurde der Plan wieder fallen gelassen. Nachdem auch die Zahl der Asylwerber damals rückläufig war, wurde ein drittes Erstaufnahmezentrum als nicht mehr notwendig erachtet.

Obwohl nun aber wieder mehr Asylanträge gestellt werden, bleibt Fekter auch jetzt dieser Haltung. Ein drittes Erstaufnahmezentrum sei weiterhin "kein Thema", versicherte ihr Sprecher. Trotzdem sieht die Ministerin aber in den steigenden Zahlen ein "Warnsignal" und ihre Forderung nach einer Anwesenheitspflicht für Asylwerber zu Beginn des Verfahrens bestätigt. Man sei zuversichtlich in dieser Frage und bei dem geplanten Bundesamt für Migration mit der SPÖ bis zum Herbst eine Einigung zu erzielen, erklärte Schütze.

Dabei ist diese Steigerung der Asylzahlen erst auf den zweiten Blick in die Statistik zu erkennen. Von Jänner bis Juli wurden 5.950 Anträge registriert, im Vorjahr waren es im gleichen Zeitraum noch 8.850 (im gesamten Jahr 2009; 15.821) und im Jahr 2008 waren es 6.400 (im gesamten Jahr 2008: 12.841). Nach dem Inkrafttreten des Fremdenrechtspakets mit einer Eindämmung der Folgeanträge und einer Verschärfung der Schubhaft wurden bis April rund 800 Anträge pro Monat gestellt. Von Mai bis Juli waren es jeweils knapp über 900, für den August wird jetzt aber ein rasanter Anstieg auf rund 1.300 Anträge erwartet. Erst in den letzten Wochen wurde dieser neue Trend erkennbar - teilweise werden pro Tag mehr als 100 Anträge gestellt, Spitzenreiter war der 23. August mit 110 Anträgen.

26 Nationen

Dabei sticht keine Nationalität besonders heraus, insgesamt kommen die Menschen aus 26 verschiedenen Nationen. Im Innenministerium erklärt man sich diese Entwicklung damit, dass nach dem Inkrafttreten des neuen Fremdenrechtspakets die Orientierungsphase nun wieder vorbei sei und sich die Informationen über die neuen Bedingungen jetzt herumgesprochen hätten. Zudem waren die Antragszahlen im zweiten Halbjahr immer schon höher als im ersten, was auch damit zusammenhängt, dass sich die Menschen eher im Sommer auf die Reise machen.

Zur Aussage Fekters, wonach die Anwesenheitspflicht von Asylwerbern auch deshalb notwendig sei, um zu gewährleisten, "dass aus der Asyl-Grundversorgung nicht ein vorübergehendes Taschengeld für Roma aus südosteuropäischen Staaten wird", heißt es im Innenministerium, dass die Asylwerber nicht nach Ethnien, sondern nach Herkunftsländern registriert werden. Man könne aber davon ausgehen, dass viele Roma aus Mazedonien kommen und die Zahl der Asylwerber aus diesem Land derzeit bei 30 bis 40 pro Woche liegt - früher waren es etwa zehn. Für Mazedonier, das als sicherer Herkunftsstaat gilt, besteht Visafreiheit. Für Asylwerber aus diesem Land kommt daher ein beschleunigtes Verfahren zur Anwendung.

Die beiden Erstaufnahmezentren in Traiskirchen und Thalham sind derzeit mit rund 350 bzw. 100 Personen noch nicht an der Grenze ihrer Kapazitäten. Mit den Ländern Nieder- und Oberösterreich wurde eine Maximalzahl von 480 bzw. 120 Personen vereinbart. Die beiden Ausgleichsunterkünfte in Bad Kreuzen in Oberösterreich und in Reichenau in Niederösterreich sind allerdings schon voll, und bei derzeit rund 100 neuen Anträgen pro Tag würden die Kapazitäten bald ausgeschöpft seien. Deshalb müsse man jetzt rasch reagieren, heißt es im Innenministerium. (APA)

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Gutmensch=naiv, Rechts=Egoist?
 
18.04.2011 04:27
rasch reagieren!

Meint man hier etwa genauso rasch wie bei den Asyl-Antragsverfahren? Denn das ist nämlich der springende Punkt.

Anträge die 2 Jahre (und mit 2 Berufungen - bis zu 6 Jahren [und länger] dauern = bedeuten: Belastung für den Steuerzahler und für den Asylanten - er darf (im Vergleich zu 100.000en ehem. Ostblock-"Gästen") nämlich NICHT arbeiten (ausser als Prostituierte mit freien Gesundheitspässen u.Steuerbefreiung - Messestrasse /Wien).

Wären wir für ein kürzeres Asylantragsverfahren bekannt, dann würden auch nicht so viele - und vor allem nur solche, welche das Asyl wirklich brauchen, kommen.

Die langsame Bearbeitung öst. Behörden durch KZ´s zu kompensieren geht auf die Kosten d. Steuerzahler und ist unzulässig.

Brauner Landesverrat
20.02.2011 08:21
Wien Täter niemals Opfer!

Warum beschließt man nicht dass Asylanten auch noch gefoltert werden?
Eine Schande in diesem Land zu wohnen bei den vielen Idioten.
Statt sich um diese Leute zu kümmern und sie sogar arbeitsmäßig im Auffanglager einzusetzen nimmt man den Menschen die letzte Würde!
Archipel Österreich!

carpediem99
 
01.04.2011 17:43

wieviele passen schon mal zusätzlich in ihre wohnung? - offenbar gibt es für sie keine engpässe...

ja aber
30.08.2010 13:51
internierung oder anwesenheitspflicht?

anwesenheitspflicht hat man in der schule. 24/7 ist internierung. man sagt ja im gefaengnis auch nicht anwesenheitspflicht fuer haeftlinge.

Ma Pa
30.08.2010 11:59

Politikerin untergebracht wie ein armer Asylant:
http://www.youtube.com/watch?v=6xJpYnjBP50

Mitzi-Song:
http://www.youtube.com/watch?v=_Dze0kDekrQ

Hellcat
30.08.2010 10:35

Im Jahr 2009 war Österreich das Land der EU, das am 5-stärksten mit Asylwerbern belastet war (gemessen an der Zahl von Asylanträgen pro Kopf), hinter Malta, Zypern, Schweden und Belgien.
Im 1. Halbjahr 2010 war Österreich bereits das am 4-stärksten belastete Land, da die Antragszahlen auf Malta wegen den FRONTEX-Patrouillen im Mittelmeer um 95% zurückgegangen sind.
Wenn die Regierung das weiterhin so gelassen sieht und keine Gegenmassnahmen ergreift, dann schaffen wir es demnächst auf Platz 1.

roundabout
30.08.2010 10:11
Es ist halt

kein Vergnügen nach Österreich zu flüchten, aber von allen Übeln noch das geringste.

01052004
30.08.2010 09:45
"Für Mazedonier, das als sicherer Herkunftsstaat gilt, besteht Visafreiheit. Für Asylwerber aus diesem Land kommt daher ein beschleunigtes Verfahren zur Anwendung"

ich versteh es nicht: wenn ein land sicher ist, warum reist jemand (im sommer, da reist es sich besser - siehe artikel) in irgendein land, um dort um asyl anzusuchen? eine reise ist ja keine flucht, und wenn ein herkunftsland sicher ist, wozu muß man dann woanders um asyl ansuchen???

weiters wüßte ich gerne, wieviele österreicherInnen 2009 in anderen ländern um asyl angesucht haben und wieviele davon auch asyl gewährt erhielten (die asylgründe würden mich auch interessieren)...

(.Y.)
30.08.2010 09:21
Unsere großartigen politischen Strategen,

die den Zerfall Jugoslawiens in den 90ern so unterstützt haben, haben wohl nicht gedacht, dass sie damit auch Österreich selbst Probleme bereiten. Sei es durch kriminelle Machenschaften diverser Banken am Balkan, sei es durch Albaner und Roma, die unser Land als WIrtschaftsflüchtlinge stürmen.

MAXIMA
30.08.2010 08:50

Können die Sprache nicht, verstehen die Sprache nicht, haben kein Geld, haben Strapazen auf sich genommen um hier um Asyl anzusuchen, daher ist die Anwesenheitspflicht notwendig, die Asylanten sind doch nicht auf Urlaub gekommen und um Sightseeing zu machen. Sie bekommen Essen, saubere Wäsche, können in Betten schlafen, haben Gelegenheit sich zu Duschen und haben Zeit sich auszuruhen. Aber die Gutmenschen sprechen von Einsperren.

FAIL
30.08.2010 10:18

warum verstehn die leut den unterschied zwischen asyl und migration nicht?

von asylwerbern zuerst das erlernen der sprache (am besten noch im land aus dem sie fliehen müssen) zu fordern, klingt für mich ziemlich stupide ...

Owi l8
30.08.2010 10:14

"Sie bekommen Essen, saubere Wäsche, können in Betten schlafen, haben Gelegenheit sich zu Duschen und haben Zeit sich auszuruhen."

Glauben Sie nicht, dass man die Situation, in der sich die Häftlinge in Stein befinden, genau so beschreiben könnte?

Gutmensch=naiv, Rechts=Egoist?
 
18.04.2011 03:42
Du ignoranter "Nichtgutmensch"!

Sorry, aber die Bezeichnung für diverse Körperöffnungen wurde mir hier vom PHP-Filter verweigert, sodass ich dich mit diesem dummen Wort bezeichnen musste. Bösmensch klingt ja auch zu übertrieben oder? Denn immerhin denkst du doch an dich selbst. oder ? Jo.

Ja, zur NS-Zeit im KZ .. , da haben wir auch Wäsche und Verpflegung gehabt. Und deswegen bist du herzlichst drauf eingeladen, dort mal auf 2 Monate mit 180,- euro Taschengeld - anstatt mit einem ordentlichen Job (den DU sicher nicht mal machen würdest) zu verbringen.

... und das ganze dann auf ein paar Jahre. Hey ... aber komm uns dann nicht mit solch "Gutmensch-Wörtern" wie fehlende "Zukunftsperspektive" oder "mangelnde Menschenwürde" ..

Das würden wir nämlich nicht verstehen.

Octopus Paul
30.08.2010 11:58

grün!

Ernst Kratochwil
30.08.2010 11:26
Nein könnte man nicht

Weder die Dauer des Aufenthalts noch die Art der Anwesenheitspflicht ist damit vergleichbar und man muß schon sehr unfair und böswillig sein um das nicht zu sehen.

Octopus Paul
30.08.2010 16:12

können sie konkret ausführen, warum dieser vergleich nicht zulässig ist?
es gibt ja auch kurze haftstrafen...

Ernst Kratochwil
30.08.2010 22:37
Nicht zulässig, weil die Erstaufnahmezentren keine

Gefängnisse sind. Keine vergitterten Zellen, Mauern mit Stacheldraht und Sicherheitswachebeamte die jeden Schritt überwachen. Und natürlich die Dauer. Ein Häftling in Stein für einige Tage ist mehr als ungewöhnlich.

Gutmensch=naiv, Rechts=Egoist?
 
18.04.2011 04:06
Keine Gefängnisse ?

Es ist interessant, wie ein Haufen voller Ignoranten sich hier um die Terminologie befleißigen. Ich denke, dass vielen der hier schreibenden Autoren nur Ihren Frust, der großteils aus ganz anderen Lebensbereichen aufgestaut kommend, gegen das nächst liegendste und von den Medien gerade vorgekaute Thema schiessen.

Ignorant deswegen, weil man offensichtlich dabei - vielleicht aus Angst man könnte doch noch an der Sinnhaftigkeit verzweifeln - das geringe Potenzial an der sich im Laufe der Jahre herantrainierten Intelligenz erst gar nicht zum Einsatz bringen muss.

Man muss nur gröhlen können. Und hättet ihr Gewehre ...

Ernst Kratochwil
18.04.2011 11:16
Sie sind nicht einmal geistig in der Lage den Unterschied

zwischen einem Gefängnis und einem Erstaufnahmezentrumm zu erfassen und maßen sich ein Urteil über die Intelligenz anderer an.

Das braucht man nicht einmal stricheln, weil, richtet sich eh von selbst.

Johnny Brainstorm
 
31.08.2010 12:36

Aber sie werden welche, wenn diese "Anwesenheitspflicht" eingeführt wird...

Ernst Kratochwil
31.08.2010 16:20
Ich habe nichts davon gehört, dass die Erstaufnahmezentren dann

als Gefängnisse geführt werden sollen.

Also nicht mit eingeseperrt sein in Zellen, alle Fenster vergittert, alle Bereiche ausserhalb der Zellen zusätzlich versperrt, Ortswechsel innerhalb der Anlage nur in Begleitung von Sicherheitsbeamten...

Ich nehme nicht an dass das so geplant ist.

Octopus Paul
31.08.2010 10:22
"Nicht zulässig, weil die Erstaufnahmezentren keine Gefängnisse sind."

na wenn das kein argument ist

*QED*
30.08.2010 08:00
Anwesenheitspflicht ist sinnvoll ....

und in vielen Asylländern üblich. Es geht nicht an, dass Asylwerber das Taschengeld kassieren und dann
untertauchen.

pascale
30.08.2010 09:36
Damit könnte z.B. auch verhindert werden

dass Asylwerber mit laufenden Verfahren unter falschem Namen an verschiedenen Orten im Bundesgebiet angemeldet sind.

ksai
30.08.2010 00:37
Anwesenheitspflicht..

Schöne Umschreibung fürs einsperren.

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