Bundesheer sieht sich als "Musterbeispiel" für gelungene Integration

29. August 2010, 10:28
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Heeressprecher: Klare Regeln im Umgang miteinander - Rücksicht auf religiöse Minderheiten

Wien - Das österreichische Bundesheer sieht sich als "Musterbeispiel" für gelungene Integration von Soldaten mit Migrationshintergrund und aus religiösen Minderheiten. So gebe es unter den Grundwehrdienern keine wirklichen Probleme, "weil alle österreichische Soldaten sind, was verbindet", so Heeressprecher Michael Bauer. Als Erfolgsrezept nannte er, dass es klare Regeln beim Umgang miteinander gebe. Auch auf streng gläubige Muslime und Juden würde geachtet.

"Integration ist zweifellos ein Thema", so Major Thomas Holzbauer, Bataillonskommandant des Panzergrenadierbataillons 35 in der niederösterreichischen Jansakaserne. Zehn bis 20 Prozent würden Menschen mit Migrationshintergrund bereits pro Einrückungskontingent ausmachen. Bis jetzt habe man keine negativen Erfahrungen mit diesen Grundwehrdienern gemacht. "Wie ich mit großer Freude sagen kann, gibt es keine Problemfälle", so Holzbauer. Ein vermutlicher Grund: "Die Soldaten sind alle gleich."

Bauer denkt auch, dass gerade das Bundesheer sehr weit auf Menschen mit Migrationshintergrund und Angehörige anderer Glaubensgemeinschaften eingehe. Um beim Bundesheer als streng gläubiger Muslim oder orthodoxer Jude anerkannt zu werden, braucht es eine Bescheinigung der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ) oder der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG).

Laut Zahlen aus dem Vorjahr sind rund 10.000 von etwa 12.000 Grundwehrdienern katholisch, an die 800 gehören dem islamischen und knapp 500 dem evangelischen Glauben an. Die viertstärkste Gruppe sind die Konfessionslosen (300) gefolgt von den Serbisch-Orthodoxen (200).

Religionserlass

Geregelt wird der Umgang mit den Religionen im Heer in einem Erlass. Darin wird auf religiöse Feiertage, Bekleidung und Gebetszeiten besondere Rücksicht genommen. Den strenggläubigen Angehörigen der Jüdischen Glaubensgemeinschaft wird darin z.B. das Tragen der Kippa zur militärischen Uniform genehmigt. Bei Angehörigen der Islamischen Glaubensgemeinschaft werden die täglichen Gebetszeiten sowie Feiertage wie die Beendigung des Fastenmonats Ramadan berücksichtigt. Als Ausgleich sind die strenggläubigen muslimischen Soldaten vermehrt zu Diensten an Sonntagen und anderen christlichen Feiertagen heranzuziehen, heißt es im Erlass.

Fallweise gibt es für strenggläubige Muslime sogar eine "Barttrageerlaubnis", die wiederum vom Tragen der Schutzmaske und der Dichtheitsprüfung befreit. In der Maria-Theresien-Kaserne gibt es einen eigenen islamischen Gebetsraum. Bei den Sikhs wird u.a. das Tragen des Turbans berücksichtigt. (APA)

  • Pro Einrückungskontingent liegt der Anzeil an SoldatInnen mit 
Migrationshintergrund bei rund zehn bis 20 Prozent.
    foto: standard/corn

    Pro Einrückungskontingent liegt der Anzeil an SoldatInnen mit  Migrationshintergrund bei rund zehn bis 20 Prozent.

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