Und tschüss, Facebook!

In drei Wochen will das Anti-Facebook Diaspora seine Tore öffnen

28. August 2010, 10:31

Für jene, die mit Mark Zuckerbergs Vorstellungen von Privatsphäre nicht einverstanden sind

Zeit, seine persönlichen Daten zusammen zu packen und den Auszug in eine freundlichere, respektvollere Community vorzubereiten: So ungefähr stellen sich das die knapp 17.000 Fans vor, die sich der Bewegung "Facebook-User emigrieren zu Diaspora" auf verschiedenen Seiten des sozialen Netzwerks angeschlossen haben.

15.9.2010

Am 15. September will das Open-Source-Netzwerk Diaspora online gehen. Die Alternative zu Facebook entstand im Frühjahr des heurigen Jahres aus Frustration über eine der häufigen Änderungen der Einstellungen zu Privatsphäre, die Facebook vornimmt. Vier New Yorker Studenten gründeten das Startup, angeblich nach einem Vortrag des Columbia-Professors für Recht Eben Moglen, in dem er Facebook-Gründer Mark Zuckerberg vorwarf, "mehr zum Schaden der Welt beigetragen zu haben als irgendwer sonst in seinem Alter".

Seither hat das Vierer-Team aus drei Computerwissenschafter und einem Mathematiker, Daniel Grippi, Maxwell Salzberg, Raphael Sofaer und Ilya Zhitomirskiy, rund 200.000 Dollar (158.000 Euro) über das soziale Geldnetzwerk "Kickstarter" gesammelt und Code geschrieben.

"Coole Idee"

Selbst Facebook-Gründer Zuckerberg zählt zu den Spendern, auch verbal: eine "coole Idee" nannte er das Projekt in Wired. Mit vollen Hosen ist leicht stinken: Facebook zählt über 500 Millionen Mitglieder und wurde jüngst mit 33 Milliarden Dollar bewertet. Das liebevoll verhasste Netzwerk hat schon andere Boykottaufrufe unbeschadet überstanden, zuletzt den "Quit Facebook Day".

Möglich, dass Diaspora bessere Aussichten hat, kritische Facebook-User mitzunehmen und andere anzuziehen, denen Facebook zu sehr ein offenes Buch ist. Das Open-Source-Netzwerk soll, wie Bittorrent für Filmdownloads, auf "Peer-to-Peer"-Basis funktionieren: Die persönlichen Daten liegen auf dem eigenen Computer und keinem zentralen Server, beschreibt das Team sein Konzept.

"Kontextuelles Teilen"

Damit würden die Teilnehmer selbst darüber verfügen, wer welche Daten bekommen kann. "Es wird eine einfache intuitive Art geben, wie User darüber entscheiden, und nicht darüber nachdenken müssen, welche Inhalte ihren Kollegen und welche ihren Trinkkumpanen zur Verfügung stehen." Da diese "kontextuelle Teilen" genante Differenzierung von Status-Updates - Inhalte automatisch bestimmten Empfängern zuordnen - sehr aufwändig zu lösen sei habe man andere Features bis auf weiteres zurückgestellt.

Mit dieser Art der Differenzierung hat auch Facebook seine Probleme. Auf Facebook gibt es dafür Listen, bei denen Kontakte bestimmten Kreisen zugeordnet werden. Aber "keiner will Listen machen", konstatierte Zuckerberg erst vor kurzem. (Helmut Spudich, DER STANDARD Printausgabe, 28. Augut 2010)

Der WebStandard auf Facebook

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El Clandestino ****
00
eine vermutung:

aber ich denke es wird ein fail;
vielleicht kein epic fail, aber allemal ein fail ;)

abwarten und schaun...

wirdeinlichtleinseinamendedestunnels
00
Aufschlussreiches

Zitat blogs.taz.de:"UPDATE III: Facebook möchte auch keine Hanfblätter zu medizinischen Zwecken sehen. Als in Washington DC die Stadträte diskutierten, wie man am besten medizinisches Marihuana abgeben könnte, wollte eine Patienteninitiative Facebookanzeigen schalten, damit sich die Bürger an der Diskussion beteiligen, sagte Nikolas Schiller von der Initiative der HuffPost. Facebook beendete die Anzeige, auch wenn die Anhörungen im Stadtrat weiterliefen. Die Anzeige enthielt ein Cannabisblatt, konnte online angesehen werden, wurde aber später, wie bei den anderen, zurückgezogen."

armerschwarzerkater
00

...und was wollen Sie uns damit sagen?

wirdeinlichtleinseinamendedestunnels
01
...dass reaktionärer parteieinflüsse

facebook beherrschen.

s0cKe
 
00
31.8.2010, 16:56

Okay es ist vielleicht besser was die Daten betrifft, aber das gibt dem ganzen nicht mehr Sinn als FB.

Die Leute schreiben doch dort genauso unnötigen Dreck wie auf FB...wer's braucht. ^^

the JJ
00
31.8.2010, 19:33

Wer sagt den, dass auf facebook immer alle Leute nur "Blödsinn" schreiben?

Natürlich sind nicht alle Statusmeldungen hochwissenschaftlich, aber das sind sie genausowenig bei Twitter...

Und wenn Sie auf die ganzen Meldungen à la Farmville und dergleichen anspielen, dann empfehle ich ihnen dringend den "Verbergen"-Button...

U-Bahn Steuer
08
30.8.2010, 13:15

facebook wird mit 33 milliarden dollar bewertet?

net bös sein, aber was für voll*rsche sind für so einen schwachsinn verantwortlich! was wurde aus firmen mit substanz, die etwas produzieren und arbeitsplätze schaffen? nix gelernt aus der bubble 1.0???

motd
00
31.8.2010, 09:29
Sie können nicht lernen.

Sie sind dazu verdammt, den Schei* hochzupuschen.

Christian ***
80
30.8.2010, 09:57
sind auch nur Datensammler.

es ändert sich nichts.

aero seven
14
30.8.2010, 10:34

Artikel gelesen (und erfasst) ?
;-)

Christian ***
80
30.8.2010, 11:24
die vertrauen möglicherweise auch auf die Blauäugigkeit der User, ...

... es lässt sich vieles behaupten, was dann vielleicht doch nicht zutrifft!

Charlie Brown
111
30.8.2010, 11:58

open-source. jede behauptung lässt sich nachprüfen.

Christian ***
70
30.8.2010, 13:10

kommt ganz drauf an, wie Open Source eingesetzt wird und wofür.

Oder ist O.S schon sowas wie eine Garantie???

Bastian Balthasar Bux
00

FOSS ist zumindest für eines die Garantie: Transparenz.

Und das ist bei weitem mehr, als closed-source von sich behaupten kann...

Anspruch auf Heiligkeit
13
30.8.2010, 17:39

sie kapierens einfach nicht.. die daten werden auf keinem zentralen server gespeichert, sondern sind nur für sie und die von ihnen autorisierten user zugänglich.
des weiteren kann jeder(!) den programmcode einsehen, also alles was das programm so tut. jede klitze kleinste codezeile wird veröffentlicht und ist für alle einsehbar.

so viel paranoia ist nicht gesund!

Christian ***
10
30.8.2010, 18:04

ich selbst fühle mich nicht verfolgt, hab auch sonst keine Bedenken, ich hab mich nur in die hineinversetzt, die nicht so viel wie die meisten der Poster hier vom Programmcode herauslesen können, die ihn Zeile für Zeile verstehen und erkennen, welcher böse Code enthalten ist oder sofort wissen, dass da kein böser Code in den Zeilen versteckt ist.

Ich möchte nicht wissen, wie viele hier nur brabbeln, dass eben OS nicht gefährlich ist, nur weil man ihnen das erzählt hat, die es selber nicht verstehen, aber supergescheit mitreden wollen.

Denn die Blösse, dass man den Programmcode nicht versteht, die will sich keiner geben!

Anspruch auf Heiligkeit
00

nein, es geht auch nicht darum den programmcode selbst lesen zu können.
allein weil man ihn lesen kann, werden ihn etliche durchforsten um eventuell eigene verbesserungen einzubringen, programmteile in eigene projekte einbauen oder eben um das ding mal zu durchleuchten.
wenn da etwas zweifelhaftes drinnen steht, werden sie es garantiert bald hier im standard.at/web lesen können.
vergleichen sies mim den fb-agb's, da erfahr ich auch immer sofort wenn was passiert ohne sie mir jedes mal durchzulesen.

Charlie Brown
03
30.8.2010, 13:27

Open-Source heißt, dass jeder genau nachprüfen kann, was ein Programm tut - hier z.B. ob meine gespeicherten Informationen wirklich nur bei mir (und meinen Freunden) bleiben oder an wen auch immer übermittelt werden.

Es lässt sich also auch einfach nachprüfen (und das wird es bei so einem sensiblen Projekt, keine Sorge), ob ein Datensammeln möglich ist oder nicht.

kotek
03
30.8.2010, 13:27
Es kommt darauf an, ob Code enthalten ist, der zum Datensammeln geeignet ist.

Da Opensource, könne Sie überprüfen, ob dem so ist und das dann lautstark kritisieren. Wenn kein geeigneter Code enthalten ist, dann haben Sie Ihre Garantie.

CrazyBird
12
30.8.2010, 08:05
hoffentlich

implementiert diaspora facebook connect. ich will nicht wieder vollständig bei null anfangen müssen. ;o)

aber mal ehrlich: grösstes manko bei Diaspora wird sein, dass dort anfangs "keiner" ist, während ich in FB fast alle meine freunde und bekannten hab.

susi strolcher
00
das ist doch eine praktische chance

einen teil davon loszuwerden, ohne dass wer direkt beleidigt wird;-)

Leech
00
30.8.2010, 15:14

FB hat ja beim start schon hundert millionen user ghabt..... -_-

Redplanet.
 
00
30.8.2010, 07:27

Ist das so ein ähnliches projekt wie http://www.noserub.com ?

Sonstwer
00
29.8.2010, 23:12
funktioniert Diaspora nur dann

wenn der eigene Rechner online ist ?

also können meine Daten nicht gefunden werden wenn mein Rechner offline geht, bzw. sind die Daten verloren wenn mein Rechner eingeht ?

Redplanet.
 
00
30.8.2010, 07:49

Theoretisch: Ja

Praktisch schätze ich mal, dass es einige Host-Provider für Diaspora-Accounts geben wird ... ähnlich wie bei Jabber.

Du kannst dann zwischen vielen Servern wählen oder einen Eigenen hosten.

(alle angaben ohne Gewähr)

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