Erneut Großdemo gegen Bahnprojekt Stuttgart 21

28. August 2010, 09:20
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50.000 Gegner des Bahnhofsbaus auf der Straße - Deutscher Bahnchef Grube verteidigte Projekt

Stuttgart - 50.000 Gegner sind am Freitagabend nach Angaben der Veranstalter zu ihrer bisher größten Demonstration gegen das Milliarden-Bahnprojekt Stuttgart 21 in der deutschen Stadt auf die Straße gegangen. Die Polizei sprach von 30.000 Menschen. Bei einer Kundgebung und einer anschließenden Menschenkette um den Landtag erneuerten diese ihre Forderung nach einem Baustopp und einem Moratorium.

Nach der friedlichen Großdemonstration gegen das Bahnprojekt geht in Deutschland die Diskussion über das Milliarden-Vorhaben weiter. Bei dem 4,1 Milliarden Euro teuren Vorhaben soll der Kopfbahnhof in eine unterirdische Durchgangsstation umgewandelt und an die künftige Schnellbahntrasse nach Ulm angeschlossen werden. Kritiker halten es für zu teuer und bezweifeln auch den verkehrspolitischen Nutzen. Am vergangenen Mittwoch hatten Bagger mit dem Abriss des Nordflügels des Bahnhofs begonnen. Seither hat der Protest an Schärfe zugenommen.

Kein Zweifel an Durchführung

Die FDP-Landesvorsitzende Birgit Homburger forderte eine verstärkte Offensive der schwarz-gelben Landesregierung unter Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU), um der Bewegung gegen Stuttgart 21 Paroli zu bieten. Dagegen ließ Bahnchef Rüdiger Grube keinen Zweifel daran, dass das Projekt durchgezogen werde. In einem Brief an seine Mitarbeiter, aus dem die "Wirtschaftswoche" zitierte, hieß es unter anderem, er sei "zutiefst davon überzeugt, dass Stuttgart 21 richtig ist." Stuttgarts Oberbürgermeister Wolfgang Schuster (CDU) warb in einem offenen Brief an seine Mitbürger für das Projekt. Es trage zur Zukunftsfähigkeit der Stadt, der Region und des Landes bei, betonte er. (APA)

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