Gerry Adams: "Es geht um alle Waffen"

27. April 2003, 21:22
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Willen zur vollständigen Entwaffnung der IRA bekräftigt - London begrüßt Äußerungen des Sinn-Fein-Chefs als "bedeutenden Fortschritt"

London/Belfast - Die nordirische Untergrundorganisation IRA hat ihre Bemühungen um einen dauerhaften Frieden in der Krisenprovinz weiter präzisiert und die Bereitschaft zur ihrer vollständigen Entwaffnung angekündigt. Der Präsident der IRA-nahen Partei Sinn Fein, Gerry Adams, sagte am Sonntag in Belfast, seine vor zwei Wochen an die Regierungen in London und Dublin geschickten Vorschläge hätten "einen vollständig friedvollen Inhalt".

"Es geht um alle Waffen"

In jener Erklärung habe die IRA klar ihre Bereitschaft zu einer freiwilligen Selbst-Entwaffnung zum frühest möglichen Zeitpunkt erklärt. "Dabei geht es nicht darum, ein paar Waffen außer Gebrauch zu nehmen. Es geht um alle Waffen", sagte Adams. Wenn die britische und irische Regierung und alle beteiligten Parteien sich an ihre Versprechen halten, sei dies "die Basis für ein vollständiges und abschließendes Ende des Konflikts".

London: "Bedeutender Fortschritt"

Ein Sprecher der Regierung in London nannte die Äußerungen einen "bedeutenden Fortschritt". Erst vor wenigen Tagen hatte der britische Premierminister Tony Blair die IRA für das Stocken des nordirischen Friedensprozesses verantwortlich gemacht. Die Untergrundorganisation müsse sich klarer von jeder Form von Gewalt distanzieren und sich unzweideutig zu ihrer Entwaffnung verpflichten, hatte Blair in London zu der für ihn unklaren IRA-Erklärung gesagt. Vorher sei kein Durchbruch möglich. Dies könnte nun mit der aktuellen Stellungnahme Adams' geschehen sein.

Derzeit keine Regionale Autonomie

Wenn ein Durchbruch ausbleibt, können wesentliche Teile des vor fünf Jahren abgeschlossenen Friedensabkommens nicht umgesetzt werden. Die Provinz hat derzeit keine regionale Autonomie, nachdem London im Oktober wieder die Direktherrschaft übernommen hat. Eine weitere Verzögerung bei den Verhandlungen könnte auch die für den 29. Mai geplanten Wahlen zum nordirischen Regionalparlament in Frage stellen.(APA/dpa)

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    Die Äußerungen des Chefs der IRA-nahen Partei Sinn Fein, Gerry Adams, könnten einen Durchbruch im Friedensprozess in Nordirland bedeuten.

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