US-Titel: Billiger als europäische Werte

22. Februar 2005, 20:20
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Die Wahl des richtigen Investmentfonds ist oft Glückssache - Die neue STANDARD-Serie bietet eine Entscheidungshilfe - Diesmal : US-Aktienfonds

Wien/New York - Intel, IBM, Microsoft, General Motors, Ford, Disney, General Electric, McDonald's, AT&T: Die Liste ist 10.000 Namen lang, und kaum ein Anleger geht an den großen US-Namen vorbei. An der Wall Street und der elektronischen Technologiebörse Nasdaq nahm der Börsenboom der 90er-Jahre seinen Anfang, und er fand im März 2000 dort auch sein Ende.

Günstiger als Euro-Werte

Derzeit notiert der Dow Jones Industrial, der Index der 30 wichtigsten US-Unternehmen, rund 30 Prozent unter seinem All-Time-High von 11.722,98 Punkten. Mit einem durchschnittlichen Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 27 sind die Aktien zwar nicht billig, aber immer noch günstiger als die europäischen Werte: Der deutsche Leitindex Dax verlor seit seinem Höchststand 65 Prozent, das durchschnittliche KGV ist negativ. Und der Dow Jones Euro Stoxx 50 - er beinhaltet die 50 größten EU-Unternehmen - hat ein KGV von 47. Damit sind die Börsenschwergewichte in Europa am Gewinn gemessen fast doppelt so teuer wie die US-Firmen.

Wenig erfreulich sind in den USA wie in Europa die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen: Das Wirtschaftswachstum wird auf beiden Seiten des Atlantik immer wieder nach unten revidiert, die Unternehmensgewinne entwickeln sich nicht so wie erhofft. Dennoch spricht neben der günstigeren Bewertung derzeit auch makroökonomisch einiges für US-und gegen europäische Aktien: Der Aufschwung wird sich in den USA schneller und kräftiger entwickeln, da die US-Wirtschaftspolitik auf keine "Maastricht-Kriterien" Rücksicht nehmen muss und die Notenbankpolitik auch als Instrument der Wirtschaftsbelebung verstanden wird, während die Europäische Zentralbank ihre Zinspolitik als "unabhängig" beschreibt und Konjunkturankurbelung nicht zu ihren Aufgaben zählt.

Hohe Bargeldbestände

Dazu kommt, dass die Bargeldbestände in den US-Haushalten auf einem historisch hohen Niveau sind (siehe Chart). Experten gehen davon aus, dass hohe Beträge erneut in die Aktienmärkte fließen, wenn die derzeitige Unsicherheit zu Ende geht. Zu Anfang der Börsenhausse im Jahr 1995 lag das Barniveau bei 40 Prozent. Bis März 2000 ist es auf ein 44-Jahres-Tief von 24 Prozent gesunken. Angesichts der Talfahrt an den Börsen ist es mittlerweile wieder auf ein 20-Jahres-Hoch von über 60 Prozent gestiegen.

Analysten gehen auch von einer baldigen Trendwende am US-Markt aus, weil Unternehmen, die als Indikatoren gelten, mit recht guten Zahlen überraschten: Der Umsatz von Microsoft, Intel, Texas Instruments und Motorola im abgelaufenen Quartal zeigt an, dass die Branche die Talsohle erreicht haben dürfte. Das ist zumindest die Lesart zahlreicher Investoren. Microsoft, der weltweit größte Softwarehersteller, berichtete ein Umsatzplus von 8,1 Prozent. Intel, der weltgrößte Chiphersteller, erklärte, der Umsatz sei um weniger als ein Prozent gefallen.

Intel-Prognosen gute Vorboten

Im laufenden Quartal dürfte der Umsatz auf bis zu sieben Mrd. Dollar steigen - ein Plus von elf Prozent. Allein die Prognose von Intel "ist ein ziemlich guter Vorbote für Intel und die gesamte Technologiebranche", erklärte Robert Siewert, Analyst bei Victory Capital Management. Texas Instruments, Marktführer bei der Herstellung von Halbleitern für Mobiltelefone, berichtete einen Umsatzanstieg von 20 Prozent und rechnet mit einer weiteren Steigerung im laufenden Quartal.

Langfristig orientierte Anleger, die sich dieser Sicht anschließen, könnten bereits wieder vorsichtige Engagements ins Auge fassen. Im obigen Ranking sind die besten 15 in Österreich zugelassenen Fonds mit Anlageschwerpunkt nordamerikanische Aktien zusammengefasst, nach bester durchschnittlicher Dreijahresperformance gereiht. Darüber hinaus wurden die Fonds und ihr Management von Feri Trust auch noch geratet: A bedeutet "sehr gut", B "gut", C "durchschnittlich", D "unterdurchschnittlich" und E "schwach". Das Rating kann eine Entscheidungshilfe, aber kein ausschließliches Invest-Kriterium sein. (Michael Moravec, DER STANDARD Print-Ausgabe, 28.4.2003)

Die Wahl des richtigen Investmentfonds wird oft zur Glückssache. DER STANDARD bietet in Zusammenarbeit mit der renommierten Vermögensberatung Feri Trust jeden vierten Montag im Monat eine Entscheidungshilfe. Diesmal geht es um US-Aktienfonds.

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