"Unzureichender politischer Wille bei der Suche nach NS-Verbrechern"

28. April 2003, 18:16
177 Postings

Jerusalemer Wiesenthal-Zentrum tadelt Österreich

Jerusalem - Das Simon-Wiesenthal-Zentrum in Jerusalem hat Österreich bei der Strafverfolgung von Nazi-Verbrechern schwere Versäumnisse vorgeworfen. Das nach dem österreichischen Holocaust-Überlebenden Simon Wiesenthal benannte Zentrum warf Österreich vor, einen "unzureichenden politischen Willen" bei der Suche NS-Verbrechern an den Tag gelegt zu haben.

Keine Anklage "seit mehr als zwei Jahrzehnten"

Österreich habe "seit mehr als zwei Jahrzehnten keinen einzigen Nazi-Kriminellen mehr angeklagt und sich geweigert, für derartige Fälle eine besondere juristische Instanz einzurichten", hieß es in einer am Sonntag in Jerusalem veröffentlichten Erklärung.

"Zahlreiche unbearbeitete Fälle"

In Österreich gebe es "zahlreiche unbearbeitete Fälle"; es seien nicht die "notwendigen Maßnahmen" getroffen worden, um diese Fälle juristisch untersuchen zu lassen, hieß es weiter. Lob gab es hingegen für Deutschland. Dort sei mit dem früheren SS-Offizier Friedrich Engel im vergangenen Jahr ein NS-Verbrecher verurteilt worden, in den USA sogar fünf.(APA/red)

  • Artikelbild
    montage: derstandard.at
Share if you care.