USA suchen Dialog mit Irakern

27. April 2003, 21:42
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Garner verspricht Irakern in erster offizieller Radioansprache: "Werde nur kurze Zeit bleiben"

Bagdad - Angesichts anhaltender anti-amerikanischer Demonstrationen in Bagdad werben die USA verstärkt um das Vertrauen der Iraker. In seiner ersten offiziellen Radioansprache versprach der US-Zivilverwalter im Irak, Jay Garner, den Menschen Sicherheit auf den Straßen, die Wiederherstellung der Grundversorgung und Mitbestimmung bei der Zukunft ihres Landes. Er wolle nur kurze Zeit bleiben und lediglich beim Wiederaufbau helfen, sagte Garner.

Garners für eine spätere Fernseh-Ausstrahlung aufgezeichnete Ansprache, wurde von dem US-Radiosender "Towards Freedom" ("Der Freiheit entgegen") gesendet. Alle irakischen Fernseh- und Radiostationen senden derzeit nicht. Iraks künftige Regierung solle dem Volk dienen, sagte Garner. "Es ist Ihr Land, und es ist Ihre Zukunft", betonte er. "Ihre neue Regierung wird eine offene und ehrliche Regierung sein. Das ist Ihr Traum, und das ist mein Traum, und das ist der Traum der Welt." Der Ex-General sagte, bei der Wiederherstellung von Recht und Ordnung auf den Straßen würden auch immer mehr Iraker helfen, "aber Iraker, die Ihnen dienen".

Schlechte Versorgungslage in Bagdad sorgte für Unmut

Die schlechte Versorgungslage in Bagdad hatte in den vergangenen Tagen die anti-amerikanische Stimmung angeheizt. Bisher sind erst etwa 60 Prozent der Strom- und Wasserversorgung Bagdads wiederhergestellt. Die Explosion eines Waffendepots, bei der mindestens zwölf Menschen umkamen, hatte am Samstag neue Demonstrationen gegen die Präsenz der US-Truppen ausgelöst.

Garner trifft sich am Montag mit führenden Irakern

Garners Koordinatorin in Bagdad, Barbara Bodine, teilte mit, Garner werde am Montag mit 300 bis 400 führenden Irakern zusammenkommen. Zu dem Treffen seien auch der pro-amerikanische Chef der Oppositionsgruppe Irakischer Nationaler Kongress (INC), Ahmad Jalabi, und der Hohe Rat der Islamischen Revolution in Irak (SCIRI), die größte schiitische Oppositionsgruppe, geladen worden.

Teilnahme Jalabis unklar

Ob Jalabi die Einladung annehmen wird, war zunächst unklar. Jalabi hatte zu den ersten Beratungen mit den USA vor einigen Wochen in Nassiriya nur einen Vertreter geschickt. Der SCIRI, der das damalige Treffen boykottiert hatte, wird nach eigenen Angaben der Einladung Garners wahrscheinlich folgen. Eine Bedingung dafür sei allerdings, dass die Iraker ihre eigene Interimsregierung wählen dürfen.(APA/Reuters/dpa)

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    Garner will nicht lang im Irak bleiben, verspricht aber, beim Wiederaufbau zu helfen.

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