Vermisste womöglich bereits außer Landes

27. April 2003, 15:58
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Einschätzungen eines algerischen Ermittlers werden vom österreichischen Sprecher nicht bestätigt - Offenbar Auto vermisster Touristen gefunden

Algier/Berlin - Die im Süden Algeriens vermissten 31 europäischen Touristen - darunter zehn Österreicher - befinden sich nach Einschätzung eines algerischen Ermittlers möglicherweise bereits außer Landes. "Ich bin überzeugt, dass die Touristen am Leben sind und sich vielleicht außer Landes befinden. Ich denke, wir werden sie finden", sagte der zuständige Gendarmerie-Oberst Messaoud Benboudria in einem am Sonntag veröffentlichten Interview mit der Tageszeitung "El Watan".

Der Sprecher der österreichischen Sonderkommission wollte diese Angaben nicht bestätigen. Es gäbe in den algerischen Medien völlig konträre Informationen. Zum aktuellen Stand der Ereignisse konnte der Sprecher weiterhin keine Angaben machen.

Entführung durch Islamisten sei "unwahrscheinlich"

Eine mögliche Entführung durch bewaffnete Islamisten bezeichnete Benboudria in "El Watan" als unwahrscheinlich. In diesem Fall hätten sich die Täter schon längst gemeldet, sagte der Oberst. Die Reisenden seien vermutlich vor zwei Monaten auf Grund schwerer Sandstürme von ihrem Weg abgekommen. "Die Terroristen behalten keine Geiseln", sagte Benboudria. "Sie töten sie für rein mediale Zwecke, oder sie fordern ein Lösegeld."

Der Oberst bestätigte den Einsatz einer mehr als 7.000 Mann starken Suchtruppe, darunter 5.000 Soldaten mit Nacht- und Wärmesichtgeräten, in einer 400.000 Quadratkilometer großen Region im Grenzgebiet zu Libyen und Niger. Abenteuerreisende in der Wüste verließen sich zu sehr auf ihre Satellitentelefone, die nicht immer zuverlässig seien, sagte Benboudria.

Offenbar Auto vermisster Touristen gefunden

Ein Auto der seit Wochen in der algerischen Wüste vermissten deutschen Touristen ist dort offenbar am Osterwochenende entdeckt worden. Dies berichteten ARD-Rundfunkanstalten am Sonntag unter Berufung auf algerische Behörden. Demnach wurde im Süden des Landes in einer unwirtlichen Region nord-westlich der Stadt Illizi ein blaues Auto der Marke Iveco aufgefunden. Mit solch einem Fahrzeug war ein Augsburger Ehepaar zu seiner Sahara-Tour aufgebrochen. Das deutsche Auswärtige Amt wollte sich zu dem Bericht nicht äußern. Nach Einschätzung des algerischen Chef-Ermittlers Messaoud Benboudria befinden sich die Touristen - darunter zehn Österreicher - möglicherweise bereits außer Landes.

Der Campingaufsatz des gefundenen Fahrzeugs war dem ARD-Hörfunk zufolge ausgebrannt. Der Wagen habe vermutlich schon mehrere Tage an dem Platz gestanden, bevor er entdeckt wurde. Darauf ließen Sandverwehungen schließen. (APA)

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