Israelische Armee räumt ersten Siedlungspunkt im Westjordanland

28. April 2003, 07:05
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Verlassener Wohnwagen nahe Hebron abtransportiert

Jerusalem - Die israelische Armee hat einen illegalen jüdischen Siedlungspunkt im Westjordanland geräumt. Die Soldaten hätten am Sonntag einen verlassenen Wohnwagen von seinem Standort nahe Hebron abtransportiert, teilte eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums mit. Dies sei im Einverständnis mit den Siedlern geschehen, die den Wagen dort aufgestellt hätten. Nach einem Bericht des israelischen Rundfunks soll in derselben Gegend ein zweiter Siedlungspunkt geräumt werden.

Die israelische Regierung hatte zuvor die Räumung zweier unbewohnter jüdischer Siedlungen angekündigt. Damit wolle Israel Forderungen der Palästinenser entgegenkommen, hieß es. Das palästinensische Parlament soll am Dienstag ihrer neuen Regierung des designierten Ministerpräsidenten Mahmud Abbas das Vertrauen aussprechen. Dieser Schritt ist die Voraussetzung für die Vorlage des Nahost-Friedensplans des sogenannten Nahost-Quartetts, das von den USA, der UNO, der EU und Russland gebildet wird. Der Plan sieht die Errichtung eines unabhängigen Palästinenserstaats bis zum Jahr 2005 vor.

Israel ist im Gegenzug zur Räumung seiner illegalen Siedlungen im Westjordanland aufgefordert. Allein dort gibt es rund 70 solcher Vorposten jüdischer Siedler. Hinzu kommen die mit offizieller Genehmigung errichteten Siedlungen. Insgesamt haben sich rund 220.000 Israelis auf ehemals palästinensischem Gebiet im Westjordanland und im Gazastreifen niedergelassen. Nach Angaben der israelischen Friedensbewegung "Frieden jetzt" wurden seit dem Amtsantritt von Ministerpräsident Ariel Sharon vor zwei Jahren insgesamt 34 illegale Siedlungen errichtet. (APA)

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