Nach den "Goldenen Jahren"

27. April 2003, 14:48
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Der vierfache Weltmeister Tschechien ist der nächste Gegner der Österreicher - Coach Lener kann unter zwölf NHL-Cracks wählen

Helsinki - Das tschechische Eishockey-Nationalteam war jahrelang das Maß aller Dinge. In den "Goldenen Jahren" holten die Tschechen den Olympiasieg 1998 und drei WM-Titel in Serie (1999-2001), im Vorjahr riss der Erfolgslauf. Bei den Olympischen Spielen in Salt Lake City und bei der WM in Schweden war jeweils im Viertelfinale gegen Russland Endstation. Mit neuem Trainer - Slavomir Lener folgte Josef Augusta - wollen die Tschechen in Finnland wieder um den Titel spielen.

Lener war in den vergangenen Monaten mehrmals nach Übersee geflogen, um den Kader für die WM zu sichten. Die Auswahl war groß, kamen in dieser Saison doch 74 Tschechen in der NHL zum Einsatz. Lener holte sich zwar eine Absage von Superstar Jaromir Jagr, der nach dem Playoff-Aus der Washington Capitals müde und enttäuscht ist. Verzichten musste der Teamchef auch auf Petr Nedved, den Scharfschützen der New York Rangers. Nedved spielte 1994 für Kanada bei den Olympischen Spielen in Lillehammer und ist daher nicht spielberechtigt.

Amerika-Legionäre in Überzahl

Mit zwölf Spielern bilden die NHL-Legionäre trotzdem erstmals die Mehrheit im Kader. Tomas Kabrle (Toronto Maple Leafs) wird gegen Österreich noch nicht dabei sein, Milan Hejduk wahrscheinlich auch nicht. Der Stürmer von Colorado Avalanche, mit 50 Treffern in der "regular season" bester Torschütze der NHL, wurde für Sonntagabend in Helsinki erwartet.

Dagegen wird Robert Reichel von den Toronto Maple Leafs dabei sein, der als Kapitän das Team zu drei WM-Titeln geführt hat. Übertroffen wird Reichel allerdings von David Vyborny, der schon auf seinen fünften WM-Titel los geht. Der Verteidiger der Columbus Blue Jackets ist der einzige Spiele, der bei allen vier bisherigen Erfolgen (1996, 1999, 2000, 2001) dabei war.

Die Tschechen starteten am Samstag mit einem lockeren 5:2-Erfolg gegen Slowenien in das Turnier. Die Österreicher werden stärker eingeschätzt. "Österreich spielt viel aggressiver als Slowenien. Wir müssen sie ständig unter Druck setzen", sagte Lener. (APA)

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    Michal Sup erzielte beim Auftakt gegen Slowenien den zweiten Treffer der Tschechen

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