Elf Verletzte bei Bombenanschlag auf Flughafen von Jakarta

27. April 2003, 16:12
posten

Zweiter Anschlag innerhalb einer Woche - Sicherheitsminister macht Separatisten-Bewegung "Freies Aceh" verantwortlich

Jakarta - Bei einem Bombenanschlag auf das Restaurant einer US-Schnellimbisskette im Flughafen der indonesischen Hauptstadt Jakarta sind mindestens elf Menschen verletzt worden. Der Sprengkörper, der möglicherweise eine Rohrbombe war, explodierte am frühen Sonntagmorgen vor einer Kentucky Fried Chicken-Filiale und neben einem Büro der nationalen Fluglinie Garuda in einem Abflugterminal. Die Behörden vermuten militante Moslems oder Separatisten aus der westlichen Unruheprovinz Aceh hinter der Tat.

Schwarze Tasche

Ein Augenzeuge berichtete von einer schwarzen Tasche, die unmittelbar vor der Detonation vor dem Eingang des Restaurants abgelegt wurde, wie der indonesische Rundfunk meldete. Viele der Verletzten waren blutüberströmt. Hunderte Passagiere und Flughafenbeschäftigte rannten aus dem Gebäude. Der Anschlagsort wurde abgeriegelt. Das Terminal blieb jedoch geöffnet, der Flugbetrieb lief weiter.

"Indonesien ist im Inneren zwei Bedrohungen ausgesetzt: Die eine sind separatistische Bewegungen (...), die andere sind Terroristen", sagte Sicherheitsminister Susilo Bambang Yudhoyono vor Reportern. Der Sicherheitsminister erklärte der amtlichen Nachrichtenagentur Antara, für den Anschlag sei vermutlich die separatistische Bewegung "Freies Aceh" verantwortlich.

Rund 12.000 Menschen getötet

Die Bewegung kämpft seit 26 Jahren gegen die indonesische Regierung, dabei kamen seither rund 12.000 Menschen ums Leben. Beide Seiten unterzeichneten am 9. Dezember einen Friedensvertrag, doch in den vergangenen Wochen kam es in der öl- und gasreichen Provinz im Norden von Sumatra wieder verstärkt zu Gewalttaten. Die Regierung sagte am Donnerstag für das Wochenende geplante Gespräche ab, in denen die Spannungen zur Sprache kommen sollten.

Zweiter Anschlag innerhalb einer Woche

Es ist bereits der zweite Bombenanschlag in der indonesischen Hauptstadt innerhalb einer Woche. Am Donnerstag war ein Sprengsatz in der Innenstadt nahe des Büros der Vereinten Nationen detoniert und hatte geringen Schaden angerichtet. Niemand war verletzt worden.

Prozess gegen islamischen Prediger

Am Mittwoch hatte in Jakarta der Prozess gegen den radikalen islamischen Prediger Abu Bakar Bashir wegen Hochverrats begonnen. Er steht im Verdacht, Grünes Licht für mehrere Attentate gegen Kirchen in der Hauptstadt an Weihnachten 2000 gegeben zu haben. Zudem soll Bashir ein Anführer der militanten Islamistengruppe Jemaah Islamiyah sein, die von den Behörden für den Bombenanschlag im Oktober vergangenen Jahres auf Bali mit mindestens 202 Toten verantwortlich gemacht wird.(APA/dpa/AP)

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.