Tokio kritisiert nordkoreanische Atompolitik als "großen Fehler"

27. April 2003, 14:25
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Minister: Japan entwickelt keine eigenen Atomwaffen

Tokio - Die japanische Regierung hat die nordkoreanische Atompolitik als "großen Fehler" kritisiert. "Nordkoreas Hauptziel ist der Erhalt seines Regimes und des Sozialismus", sagte der japanische Verteidigungsminister Shigeru Ishiba am Sonntag in einem Fernsehinterview. Falls die Führung in Pjöngjang jedoch glaube, "mit dem Besitz von Nuklearwaffen" ihre Existenz sichern zu können, sei dies "ein großer Fehler". Tokio sollte eine Hauptrolle bei den Bemühungen spielen, Nordkorea durch ökonomischen Druck von seinem Atomwaffen-Programm abzubringen, forderte Ishiba. Da die USA kaum wirtschaftliche Beziehungen zu Pjöngjang unterhielten, sei der Einfluss Washingtons in diesem Bereich begrenzt.

Ishiba sagte, das von den USA bekannt gegebene angebliche Atomwaffen-Eingeständnis Nordkoreas habe seine Regierung nicht überrascht. "Wir haben bereits seit langem gesagt, dass wir die Möglichkeit nicht ausschließen können, dass sie Atomwaffen entwickeln oder sogar besitzen." Der japanische Verteidigungsminister betonte, Japan werde trotz der Bedrohung durch nordkoreanische Atombomben vermutlich keine eigenen Nuklearwaffen entwickeln. Eine solche Diskussion werde er nicht unterstützen.

Nach der vorzeitigen Beendigung der Atomgespräche zwischen den USA, Nordkorea und China am Donnerstag in Peking hatten US-Regierungsbeamte gesagt, Nordkorea habe in den Krisengesprächen den Besitz der Atombombe eingeräumt und auch mit deren Einsatz und Weitergabe gedroht. US-Präsident George W. Bush warf Pjöngjang daraufhin Erpressung vor. Delegationen Süd- und Nordkoreas wollten am Sonntag in Pjöngjang die innerkoreanischen Annäherungsgespräche fortsetzen.(APA)

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