Österreichische Außenhandelsstelle in Bagdad unversehrt

26. April 2003, 20:35
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Improvisierter Wachdienst rund um die Uhr verhindert weitere Plünderungen

Bagdad/Wien - Die österreichische Außenhandelsstelle in Bagdad ist trotz umfangreicher Plünderungen nach dem Fall des Regimes Saddam Husseins unbehelligt geblieben.

Dies ist der Initiative des österreichischen Malers Mario Arbesser (56) aus Krumau im Kamptal zu verdanken, der Mitte Februar als "menschliches Schutzschild" in die irakische Hauptstadt Bagdad gereist war.

Arbesser hatte in Absprache mit dem österreichischen Handelsdelegierten in Bagdad, Franz Schröder, einen Wachdienst engagiert, wie der ORF in der ZiB 1 am Samstagabend aus Bagdad berichtete. "Drei Leute bewachen das Gebäude rund um die Uhr", so Arbesser gegenüber dem ORF.

Schröder, der sich gegenwärtig wieder in Bagdad aufhält, hatte den Irak Anfang März angesichts der wachsenden Kriegsgefahr verlassen. Im Zuge der Plünderungen waren auch ausländische Vertretungen, darunter die deutsche Botschaft und das französische Kulturinstitut, leer geräumt worden.

Aus Solidarität mit der Bevölkerung im Land geblieben

Über das Schicksal Arbessers hatte nach dem Beginn der amerikanisch-britischen Invasion im Irak Rätselraten geherrscht. Der Niederösterreicher war in den Irak geflogen, um dort für den Frieden zu malen. Von Anfang an hatte er erklärt, aus Solidarität mit der irakischen Bevölkerung auch bei einem Kriegsausbruch in Bagdad bleiben zu wollen. Das Außenministerium hatte Mitte März alle Österreicher im Irak gebeten, das Land zu verlassen, da ihnen kein Schutz mehr geboten werden könne. (APA)

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