Tod in Auschwitz

26. April 2003, 17:21
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Gedenkveranstaltung in Salzburg für die vor 60 Jahren ins KZ geschickten Roma und Sinti

Salzburg - Rund 300 Roma und Sinti sind im Frühjahr 1943, also vor 60 Jahren, auf dem Gelände des ehemaligen Salzburger Trabrennplatzes zusammengetrieben und dann in das KZ Auschwitz-Birkenau deportiert worden. Der Kulturverein Österreichischer Roma sowie Stadt und Land Salzburg gedachten Samstag Mittag bei einer Gedenkveranstaltung den Opfern der nationalsozialistischen Verfolgung. Bei der Feier war auch die 80-jährige Rosa Winter aus Linz dabei, die den Aufenthalt im "Zigeunerlager" in Salzburg-Maxglan überlebt hat.

500.000 Zigeuner aus ganz Europa seien von der NS-Vernichtungsmaschinerie getötet worden, schilderte der Vorsitzende des Volksgruppenbeirates der Roma und Vorstand des Kulturvereines Österreichischer Roma, Rudolf Sarközi. Von den 11.000 Roma und Sinti im Jahr 1938 in Österreich hätten nur 2.000 überlebt. Der Bericht der Historikerkommission, der heuer im Februar vorgelegt wurde, habe gezeigt, dass seiner Volksgruppe Vermögen im Wert von mehreren Millionen Euro entzogen worden sei. "Wir werden unsere Forderungen an den Entschädigungsfonds stellen", kündigte er an.

"Wir können nur alles Erdenkliche tun, damit so ein Unrecht nie mehr passiert"

"Wir können heute die leidvolle Geschichte der Roma und Sinti nicht nur während der nationalsozialistischen Zeit, sondern durch Jahrhunderte auch auf unserem Staatsgebiet, nicht zurückdrehen, Geschehenes nicht ungeschehen machen. Wir können nur alles Erdenkliche tun, damit so ein Unrecht nie mehr passiert", betonte Landtags-Präsident Georg Griessner (V). Bürgermeister Heinz Schaden (S) zeigte sich erfreut, dass bei der Gedenkveranstaltung vor dem Mahnmal, das 1985 vom Land Salzburg errichtet worden war, heuer mehr Menschen teilnahmen als im Vorjahr. "Das Mahnmal ist jahrelang dagestanden und wurde von der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen."

Gestaltet wurde die Veranstaltung von Schülerinnen der Bildungsanstalt für Kindergartenpädagogik der Franziskanerinnen in Salzburg. Sarközi, Griessner und Schaden legten vor dem Mahnmal Kränze nieder. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    "Wien-Auschwitz", ein Bild der Wiener Roma-Künstlerin Ceija Stojka

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