Rene M. traf zufällig auf seinen Mörder

28. August 2010, 14:51
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Kein Naheverhältnis zwischen Täter und Opfer - DNA-Spuren auf Patronenhülse Verdächtigem zugeordnet

Wien (APA) - Der 20-jährige Rene M. dürfte am vergangenen Samstag seinem mutmaßlichen Mörder in Wien-Floridsdorf tatsächlich völlig zufällig über den Weg gelaufen sein. "Soweit wir wissen, gibt es kein Naheverhältnis zwischen Täter und Opfer", sagte Polizeisprecher Mario Hejl. Was den 48-jährigen Andreas K. allerdings dazu bewogen hat, aus einem roten BMW auf den jungen Mann zu schießen, war noch Gegenstand der Einvernahmen.

Die Einvernahmen von Andreas K. gestalteten sich am Samstag aber mühsam. Offenbar hatte sich der Mann, bevor er sich am Freitag der Staatsanwaltschaft gestellte hatte, Mut angetrunken und war schwer alkoholisiert. Vor allem wollen die Beamten das Motiv des Mannes klären. "Irgendetwas muss ihn ja dazu bewegt haben, auf den Mann zu schießen", sagte Hejl. K. behauptet offenbar, dass die Tat fahrlässig passierte.

Lenker des roten BMW beschuldigt Andreas K.

Gegen den Hauptverdächtigen lag am Samstag auch ein Sachbeweis vor. Auf einer sichergestellten Patronenhülse wurden DNA-Mischspuren gefunden, die dem 48-jährigen zugeordnet werden konnten. Zusätzlich wird K. von dem Lenker des roten BMW, dem 29-jährige Alexander H., der sich ebenfalls am Freitag gestellt hatte, belastet. In seiner Aussage beschuldigte er den 48-Jährigen, auf Rene M. geschossen zu haben. H. wurde inzwischen aus der Haft entlassen.

Rene M. war in der Nacht auf vergangenen Samstag nach einem Discobesuch in der Steinheilgasse in Wien-Floridsdorf mit einer Pistole auf offener Straße von einem roten BMW aus erschossen worden, während er zu Fuß nach Hause ging. Einer von vier abgegebenen Schüssen traf den 20-Jährigen ins Herz, dieser war laut Obduktion tödlich.

Laut Polizei konnte aufgrund von Bildern aus zwei Überwachungskameras aus über 700 infrage kommenden Pkw ein Fahrzeug ermittelt werden, das einen Tag nach der Tat abgemeldet worden ist. Durch weitere Erhebungen stellte sich heraus, dass Andreas K. dieses Auto öfters gefahren ist. Nicht zuletzt durch diesen Fahndungsdruck stellten sich die Männer schließlich der Staatsanwaltschaft. (APA)

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