Dreifaltigkeit von Leben, Kunst und Zeit

27. August 2010, 19:21
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Daniela Gregori und Rainer Metzger sezieren den Werdegang von Christian Ludwig Attersee

Gemäß der Obsession der Avantgarde, Leben und Kunst zu einer exemplarischer Einheit zu verschmelzen, ist die Vita Christian Ludwig Attersees zu betrachten. Anlässlich seines 70. Geburtstages am 28. August 2010 hinterfragen Daniela Gregori und Rainer Metzger den Wahrheitsgehalt dieses Postulats. Die Kunsthistoriker sezieren seinen Werdegang, seine anfängliche Nähe zum Wiener Aktionismus sowie sämtliche verborgenen Phasen. Tradierte Grenzen negierend, bewusst überschreitend, entwickelte er seinen einzigartigen Stil als Objekt-Entwickler, Wortjongleur, Bildfinder und gottgleicher Schöpfer, der "sich selbst seine Welt erfindet". Evident, dass sein Schaffen stets um existenzielle, barocke Themen wie Liebe, Erotik, Sinnlichkeit und Genuss zirkuliert. Obwohl die Biografie naturgemäß nur Exzerpte darstellen kann, macht sie klar, weshalb Attersee einer der bedeutendsten österreichischen Künstler der Gegenwart ist. Chapeau! (Gregor Auenhammer, ALBUM/DER STANDARD - Printausgabe, 28./29. August 2010)

D. Gregori & R. Metzger, "Christian Ludwig Attersee - Sein Leben. Seine Kunst. Seine Zeit". € 30,- / 320 S., Brandstätter Verlag, Wien 2010

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