"Die Sozialdemokraten spüren schon den Atem Schützenhöfers"

28. August 2010, 13:45
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Die ÖVP will die Steiermark zurück - Im roten Leoben startete der Wahlkampf - mit Video

Leoben - Zum Wahlkampfauftakt der steirischen ÖVP knapp einen Monat vor der Landtagswahl kamen am Freitagnachmittag rund dreitausend Besucher in die Lagerhalle der obersteirischen Gösser-Brauerei ins "rote" Leoben. Der Grazer Bürgermeister Siegfried Nagl forderte die Besucher auf, "jetzt gleich" per Handy drei Personen anzurufen und VP-Werbung zu betreiben. Vizekanzler Josef Pröll warnte davor, dass Stimmungen noch nicht Stimmen seien und dass die Steiermark zurück zu gewinnen sei. Spitzenkandidat und LHStv. Hermann Schützenhöfer: "Die Zukunft ist weiß-grün, zurück zur Steiermark. Nicht SPÖ wählen, sondern weiß-grün, die Steiermark muss wieder die Steiermark werden". Dem direkten Konkurrenten Franz Voves (SPÖ) wurde - wie schon bisher im Wahlkampf - mangelnder Einsatz für das Land in Wien und wenig Verlässlichkeit vorgeworfen.

"Raus mit den Handys, ich erwarte das von euch"

Der Grazer Bürgermeister Siegfried Nagl begann launig: "Aller guten Dinge sind drei: Um drei Uhr haben wir begonnen und es ist ziemlich schwarz geworden über Leoben und drittens: Wir brauchen 300.000 Steirer, damit Hermann Schützenhöfer Landeshauptmann wird." 3.642 Personen würden bei der VP politische Verantwortung tragen, deshalb müsse in den nächsten 30 Tagen jeder Funktionär 82 Menschen überzeugen, bzw. drei pro Tag. "Also: Drei Personen von hier aus in drei Minuten anrufen, raus mit den Handys, ich erwarte das von euch", so Nagl. Zu den Klängen von "We are family" wurde dann telefoniert. "Also mei' Mobilbox hat g'sagt, sie wählt den Schützi," so ein Besucher. Dann gab das Netz den Geist auf, was Nagl zum Anlass nahm, die Menschen dazu aufzufordern, es nach der Veranstaltung weiter zu probieren.

Pröll: "Mitten im Herz der Sozialdemokratie, do wo die arbeitenden Menschen bisher SPÖ wählen, da sind wir zu Hause"

Schützenhöfer wurde dann stehend eingeklatscht, zu u.a. "Whatever you want" von Status Quo, wobei letzterer am 26. September aber wohl eine Zielverfehlung bedeuten würde. Vorerst gehörte die Bühne aber Parteiobmann Josef Pröll: "Mitten im Herz der Sozialdemokratie, do wo die arbeitenden Menschen bisher SPÖ wählen, da sind wir zu Hause. Und sie müssen in Zukunft bei uns zu Hause sein". Die Steiermark war mal vorne, so Pröll, sei aber nun in vielen Bereichen hinten, "und das ist die Verantwortung von Franz Voves und seinen Sozialdemokraten". Pröll: "Voves war Profisportler, ist aber Amateurpolitiker." Pröll rief die Funktionäre zum "Laufen" auf, denn es sei ein Kopf an Kopfrennen, "und die Sozialdemokraten spüren schon den Atem von Hermann Schützenhöfer im G'nack", Also, so Pröll: "Gewinnt die Steiermark."

Schützenhöfer: "Ich spüre, dass der Zuspruch wächst"

Schützenhöfer sagte dann bei seiner Rede, er habe 1995 und 2005 beim Landtagswahlkampf schlechte Stimmung an den Wahlständen gespürt, und dass "wir die Niederlage an uns ziehen. Aber ich spüre jetzt, dass der Zuspruch wächst." Das sei für ihn die größte Ermutigung nach diesen Jahren, dass "einen die Menschen mögen", so der VP-Chef, bevor er einige Schnurren und Witze aus Begebenheiten der vergangenen Wochen erzählte, u.a. von einem Eisenbahner, der ihm erzählt habe, er wähle nicht ÖVP, aber SPÖ auch nicht mehr. Dann gab es Voves-Schelte: "Wir sind gewählt, um zu arbeiten, nicht zu streiten, Franz Voves hat sein Chance gehabt". In den Saal rief er: "Ich will mit euch arbeiten, dass die Steiermark eine Chance bekommt und ich eine Chance bekomme. Die Wirtschaft muss willkommen sein, ich will Betriebe ansiedeln, nicht davonjagen, ich will die Steiermark auch zur Nummer eins bei den Arbeitsplätzen machen". (APA)

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    Pröll attackiert den roten Landeshauptmann: "Voves war Profisportler, ist aber Amateurpolitiker".

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    Auch VP-Spitzenkandidat Schützenhöfer  schoss sich auf seinen Konkurrenten ein: "Wir sind gewählt, um zu arbeiten, nicht zu streiten, Franz Voves hat sein Chance gehabt".

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