Serienweise Kandidaten für ORF und Emmys 2011

27. August 2010, 18:02
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Die nächsten Anwärter für Emmys stehen schon am Start - Ein Vorgeschmack auf die Seriensaison - und auf ORF-Einkäufe für 2011

Los Angeles / Wien - Sechzigerjahre, Musical und Zweiter Weltkrieg: Die Favoriten für den wichtigsten US-Fernsehpreis namens Emmy wirken aufs Erste nicht unbedingt von heute. Bei näherer Betrachtung gehen die insgesamt knapp 60 Nominierungen in Ordnung.

  • Für "Mad Men", weil keine TV-Produktion die Welt der Sixties genauer beobachtet.
  • Für "Glee", weil Musical und Komödie noch in keiner Serie zuvor eine aufregendere Verquickung fanden und Jane Lynch sowieso überall, wo sie auftaucht, beste Nebendarstellerin zu werden hat.
  • Für "The Pacific" aus dem Hause Spielberg/Hanks, weil sich Materialschlachten vor ernstem Hintergrund in Hollywood einfach immer lohnen.

Während in der Nacht auf Montag in Los Angeles die Emmys vergeben werden, dreht sich der Serienkosmos weiter, Zeit für die Herbstpremieren der US-Sender. DER STANDARD stellt die vielversprechendsten vor.

  • In "Outsourced" (NBC) übersiedelt ein Amerikaner nach Indien, um ein Callcenter aufzubauen, und erlebt den heiteren Zusammenprall der Kulturen.
  • "Boardwalk Empire" (HBO) startet am 9. September: Martin Scorseses mit Spannung erwartetes Spielerepos.
  • In "Undercovers" (ABC) lässt J. J. Abrams Herrn und Frau Spion aufeinander los. Auf Abrams, der Lost erfunden hat, ruhen die Hoffnungen vieler Fernsehjunkies.
  •  In "$#*! My Dad Says" (CBS) wird William Shatner als grimmiger Geizhals im Generationenkonflikt mit seinem Sohn überzeugen.
  •  In "Outlaw" (NBC) macht Jimmy Smits, in "The West Wing" schon US-Präsident, einen Karriereschritt rückwärts: Den Richterjob hängt er an den Nagel und kümmert sich als Anwalt um junge Kriminelle. Robin Hood ist er aber keiner: Spielsucht und Hang zur Vielweiberei stehen dem entgegen.
  • In "No Ordinary Familiy" (ABC) entwickelt eine Familie nach einem Flugzeugabsturz außergewöhnliche Kräfte. Kein Trickfilm wie Die Unglaublichen, sondern dramatischer Kräftevergleich.
  • "Nikita" (CW), die jüngste Pistolera mit langer Tradition, verkörpert Maggie Q ("Mission Impossible") in der gleichnamigen Serie.
  • Bei "Hawaii 5-0" (CBS) ist Vorsicht geboten: Remakes lösen selten die Erwartungen der Zuschauer ein, zuletzt musste man beim A-Team erkennen: Jugend lässt sich in Serienaktualisierung nicht wiederbringen.
  • "The Event" (NBC) erhielt als komplexer Verschwörungsthriller Vorschusslorbeeren: Jason Ritter bringt Blair Underwood als schwarzen US-Präsidenten in Verlegenheit.
  • In "Blue Bloods" (CBS) bewegt sich Tom Selleck ab 24. September als New Yorker Polizeichef in testosterongesättigtem kriminellem Umfeld. Ladys haben hier nur in Nebenrollen - Tochter, Sekretärin - etwas zu suchen.

Eine Handvoll Anwälte wartet wieder darauf, Fälle zu lösen:

  • "The Defenders" sind Jim Belushi und Pete Kaczmarek.
  • In "Facing Kate" mausert sich Sarah Shahi (Life) von der gelangweilten Prozessanwältin zur hoch motivierten Mediatorin.
  • "Law & Order" übersiedelt nach Los Angeles.
  • In "Harry's Law" löst sich John E. Kelley endgültig von magersüchtigen Junganwältinnen wie Ally McBeal und wendet sich gesünderen Semestern zu: Kathy Bates (Misery, Revolutionary Road). (Doris Priesching/DER STANDARD, Printausgabwe, 28./29.8.2010)
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    Testosterongesättigtes Umfeld: Tom Selleck als New Yorker Polizeichef in "Blue Bloods"

  • Boris Kodjoe in 
"Undercovers"
    foto: nbc

    Boris Kodjoe in "Undercovers"

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    William Shatner als geiziger Vater in der - auf Tweets basierenden - Serie "$#*! My Dad Says".

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