Zweifel an Achttausenderrekord von Südkoreanerin Oh

28. August 2010, 08:00
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Laut der ExpertInnen-Kommission stimmen die Fotos nicht mit der aktuellen Landschaft überein - Oh akzeptiert diese Entscheidung nicht

Seoul - Der von ExpertInnen seit längerem angezweifelte Achttausenderrekord der südkoreanischen Bergsteigerin Oh Eun Sun wird auch von ihrem eigenen Verband nicht für glaubwürdig gehalten. Oh habe den Gipfel des Kanchenjunga möglicherweise gar nicht erreicht, teilte der südkoreanische Bergsteigerverband am Freitag in Seoul mit. Alle TeilnehmerInnen einer Sitzung am Donnerstag hätten darin übereingestimmt, dass die von Oh vorgelegten Fotos, mit denen sie die Gipfelbesteigung beweisen wollte, "nicht mit der aktuellen Landschaft übereinstimmen", sagte Lee Eui Jae, Generalskretär des Verbands.

Oh akzeptierte die Entscheidung nicht. Alle TeilnehmerInnen der Sitzung hätten bereits im Vorfeld Zweifel gehabt, sagte sie. "Ihre Meinung stand vielleicht schon vor dem Treffen fest." Die 44-Jährige hatte im April verkündet, sie habe den Gipfel des Annapurna in Nepal bestiegen und damit als erste Frau alle 14 Achttausender-Gipfel der Welt bezwungen. Kurz darauf erklärte auch die 36 Jahre alte Spanierin Edurne Pasaban, alle mehr als 8.000 Meter hohen Gipfel erklommen zu haben.

"Seit einem Jahr Zweifel"

Die in Nepal ansässige US-Expertin Elisabeth Hawley hatte zuvor Zweifel geäußert, dass Oh im Mai 2009 tatsächlich den 8.586 Meter hohen Gipfel des Kanchenjunga bestiegen habe. Und auch Pasaban sagte, sie habe bereits "seit einem Jahr Zweifel" am Wahrheitsgehalt von Ohs Darstellung gehabt. Sie habe Ohs Sherpas getroffen, die gesagt hätten, mit der Südkoreanerin nicht den Gipfel erreicht zu haben.

Auch die oberösterreichische Höhenbergsteigerin Gerlinde Kaltenbrunner hatte versucht, als erste Frau alle 14 Achttausender zu erklimmen. Sie scheiterte im August zum wiederholten Mal bei ihrem Versuch, den Gipfel des K2 im Himalaya zu bezwingen. (APA)

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    "Ihre Meinung stand vielleicht schon vor dem Treffen fest", sagt die 44-jährige Bergsteigerin Oh (hier am Mount Annapurna) zu den Aussagen der Kommission.

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