Physiotherapie für Hunde an der Vetmed Wien überprüft

27. August 2010, 18:40
1 Posting

Bergaufgehen und das Überschreiten von niedrigen Hindernissen für hüftkranke Tiere empfohlen

Wien - Bergaufgehen und das Überschreiten von niedrigen Hindernissen sind laut einer Studie der Veterinärmedizinischen Universität Wien ein gutes Training für hüftkranke Hunde. Das Team um Peter Holler, Barbara Bockstahler und Christan Peham von der klinischen Abteilung für Großtierchirurgie und Orthopädie untersuchte in einem Forschungsprojekt mittels Laufbahn und Computerunterstützung Gelenke beim Gehen. Die Ergebnisse wurden in der Wissenschaftszeitschrift "American Journal of Veterinary Research" veröffentlicht.

Überprüfung

Hunde können bekanntlich nicht nur kranke Gelenke - wie Arthrose - bekommen, spezialisierte Tierärzte bieten mittlerweile auch Physiotherapien für die Vierbeiner an. "Allerdings wurde die Wirksamkeit solcher Behandlungen bisher kaum objektiv überprüft", erklärte Peham dazu. Genau darauf zielt das Analysesystem an der VetMed ab. Hunde werden dazu auf ein Laufband gestellt. Per Aufnahme analysieren die Wissenschafter mit Hilfe eines Computerprogrammes dann die Bewegung der Gelenke an den Vorder- und Hinterläufen während unterschiedlicher Übungen, die in der Physiotherapie angewandt werden.

Es zeigte sich, dass Bergaufgehen eine stärkere Hüftbeugung bringt, das Knie hingegen wird weniger bewegt. Es verursachte auch einen Rückgang der Beschleunigung im Karpalgelenk und im Ellbogen. Bergabgehen dagegen bewirkte, dass die Hüfte weniger gebeugt wurde und das Sprunggelenk weniger gestreckt wurde, während es in Ellbogen und Hüften zu geringeren Beschleunigungen kam.

Die deutlichste Wirkung der Bewegungen zeigte sich, wenn die Hunde über niedrige Hindernisse stiegen: Alle Gelenke mit Ausnahme von Hüfte und Schulter wurden stärker gebeugt, Karpal- und Kniegelenk weiter geöffnet.

Therapeutischer Nutzen

Das Bergabgehen dürfte nach den Ergebnissen also kaum therapeutischen Nutzen haben, während das Bergaufgehen und das Verwenden von Hindernissen eine wichtige Rolle in der Therapie spielen sollte. Dabei bedarf es keines teuren Equipments, die Übungen können leicht von den Tierbesitzern selbst überwacht werden.

Ein Hundebesitzer kann für die Therapie auch professionelle Hilfe suchen. So stehen an der Wiener VetMed sogar Unterwasserlaufbänder zur Verfügung, bei denen die Situation kranker Hundehüften oder anderer Gelenke möglichst schonend verbessert werden kann. (APA)

Share if you care.