Frau erstochen aufgefunden

27. August 2010, 11:10
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Stich ins Herz als Todesursache - Nach dem Mord wurde Feuer gelegt - Opfer war Prostituierte

Wien - In der Nacht auf Freitag wurde in einer Wohnung in der Gebrüder-Lang-Gasse eine vermutlich 22-jährige slowakische Prostituierte von zwei Bekannten tot aufgefunden. Sie wies laut Polizei mehrere Stich- und Schnittverletzungen auf. Wie mittlerweile festgestellt wurde, war ein Stich ins Herz die Todesursache. Nach dem Mord wurde in der Wohnung an mehreren Stellen Feuer gelegt.

Die seit Monaten um sich greifende Angst vor einem Serientäter bekommt mit dieser Bluttat neue Nahrung: Oberstleutnant Gerhard Haimeder spricht von Ähnlichkeiten, aber auch einigen Unterschieden zu den 2007 und 2010 in Niederösterreich verübten Taten, bei denen zwei Prostituierte ermordet und angezündet worden waren. "Jeder weiß, dass in Niederösterreich Prostituierte so ermordet worden sind. Jetzt haben wir einen ähnlichen Fall in Wien", meinte Haimeder. Von Beginn an stehe man daher in Kontakt mit dem Bundeskriminalamt und den niederösterreichischen Kollegen, um Informationen auszutauschen.

Identität noch nicht ganz geklärt

Die Tote wurde um 1.00 Uhr von zwei Bekannten entdeckt, welche die Polizei verständigten. Die jungen Männer wollten die Frau aus privaten Gründen aufsuchen, erklärte der Kriminalist. Die Tür war nicht aufgebrochen und wies keine ungewöhnlichen Sperrverhältnisse auf. Laut ersten Erkenntnissen hatte das Todesopfer in der Wohnung gewohnt, ob diese auch als Arbeitsstätte genutzt wurde, beschäftigte am Freitagvormittag die Ermittler. Ein Bordell habe sich jedenfalls nicht in dem ebenerdigen Appartement mit eigenem Eingang befunden, betonte Haimeder. Die Identität der Toten sowie deren mögliche Betätigung als Prostituierte müsse noch endgültig abgeklärt werden.

Die Polizei war am Freitagvormittag mit der Spurensicherung am Tatort beschäftigt. Die Leiche wurde obduziert. Der oder die Täter hatten in der Wohnung mehrere Brandherde gelegt, es kam allerdings nur zu Rauchentwicklung und leichtem Glosen. Nachbarn bemerkten nichts von einem Feuer. Eine Mordwaffe konnte bisher nicht sichergestellt werden.

Die Ermittler in Wien schlossen am Freitag einen Zusammenhang zu Verbrechen in Niederösterreich aus. Auch bei diesen Taten wurden Prostituierte umgebracht und anschließend angezündet. Bei demjenigen, der die 22-jährige Slowakin im 15. Bezirk umgebracht hat, dürfte es sich um einen anderen Täter handeln.

Einvernahme

Freitagvormittag wurden die beiden Bekannten, die die 22-Jährige tot aufgefunden haben, einvernommen. In welchem Verhältnis die beiden zu der Frau standen, war noch nicht klar. Die Slowakin war in Wien ganz offiziell als Prostituierte gemeldet und dürfte laut Polizeisprecherin Iris Seper in der Wohnung, in der sie ermordet wurde, ihre Kunden empfangen haben. Ihre Eingangstür war lediglich angelehnt, sodass die beiden Männer die Frau tot in den Räumlichkeiten finden konnten.

Die Leiche der 22-Jährigen wird nun obduziert. Der Gerichtsmediziner geht nach ersten Erkenntnissen davon aus, dass der Mord in den vergangenen 24 Stunden, frühestens in der Nacht auf Donnerstag, geschehen sein muss. Durch die Obduktion erhofft man sich auch mehr Information über die Tatwaffe. Das Messer wurde bisher nicht gefunden.

NÖ-Morde: Keine neuen Erkenntnisse

Bei den zwei Fällen in Niederösterreich, die zunächst zu dem Mord in Wien Parallelen aufwiesen, gebe es "keine neuen Erkenntnisse", sagte Oberst Franz Polzer, Leiter des Landeskriminalamtes, am Freitag. Es habe auch nur "sehr spärlich" Hinweise gegeben. Insbesondere Kunden von Prostituierten wollten anonym bleiben und würden "einen Bogen um die Ermittler" machen.

Am 6. August 2007 war in Asparn an der Zaya (Bezirk Mistelbach) eine unbekleidete Frau aufgefunden worden, die durch zahlreiche Messerstiche getötet worden war und deren Hände im Bereich der Handgelenke abgetrennt waren. Die Leiche war angezündet worden. Beim Opfer handelte es sich um die 23-Jährige Tschechin Katerina Vavrova. Die Frau war in Wien als Prostituierte registriert. Am 30. Mai 2010 wurde bei Hohenruppersdorf (Bezirk Gänserndorf) eine nackte, halb verbrannte Tote aufgefunden. Todesursache: Schädel-Hirn-Trauma, erlitten durch drei wuchtige Schläge mit einem stumpfen Gegenstand auf den Kopf. Das Opfer, die 24-jährige Bulgarin Petya Filkova, war seit zwei Jahren als Prostituierte in Wien tätig. (APA)

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    Beamte der Spurensicherung am Freitagvormittag am Tatort.

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