Taliban wollen US-Hilfe für Pakistan nicht dulden

26. August 2010, 22:30
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UNO will sich von Taliban-Drohung nicht einschüchtern lassen: "Wir haben immer gewusst, dass es Sicherheitsprobleme gibt"

New York/Sukkur/Washington - Die Taliban wollen US-Hilfe für die Opfer der Flutkatastrophe in Pakistan nicht dulden. "Wir werden amerikanische Hilfe nicht tolerieren", sagte Azam Tariq, Sprecher für den pakistanischen Arm der islamistischen Extremistenorganisation. Die USA würden ihre eigenen Interessen verfolgen und nicht den Menschen helfen wollen. Das US-Außenministerium teilte mit, es gebe Hinweise auf mögliche Angriffe auf ausländische Helfer sowie pakistanische Behördenmitarbeiter durch Extremisten. Das Ministerium stehe mit der Regierung in Kontakt, um sicherzustellen, dass die Hilfe trotz der Bedrohung weitergehen könne.

Nach Einschätzung des pakistanischen Militärs werden die Taliban auf Angriffe verzichten, um die Öffentlichkeit nicht gegen sich aufzubringen. Sowohl die USA wie Pakistan haben davor gewarnt, dass Extremisten die chaotische Lage ausnutzen. Die Armee, die die Hilfsanstrengungen koordiniert, musste bereits einige Hubschrauber aus den Gebieten der Aufständischen abziehen. Zudem versuchen islamistische Wohltätigkeitsorganisationen, durch eigene Hochwasser-Hilfen die Menschen auf ihre Seite zu ziehen. Ein Armeesprecher äußerte die Befürchtung, dass es bald zu Unruhen kommen könnte, wenn die Versorgung der Hochwasseropfer nicht schnell verbessert werde.

Pakistan kämpft seit nunmehr einem Monat gegen die schlimmsten Überschwemmungen seiner Geschichte. In den Hochwassergebieten sind nach UN-Schätzungen mehr als 800.000 Menschen vom Tod durch Hunger oder Seuchen bedroht. Von der Flutkatastrophe sind nach UN-Schätzungen bis zu 20 Millionen Menschen betroffen. Rund ein Fünftel des Territoriums wurde überschwemmt, 1600 Menschen starben.

Ungeachtet der Warnungen vor Angriffen der Taliban auf ausländische Helfer in Pakistan wollen die Vereinten Nationen ihre Arbeit im Flutgebiet unvermindert fortsetzen. "Wir lassen uns von dieser Art Drohungen nicht einschüchtern", sagte UN-Nothilfekoordinator John Holmes am Donnerstag am UN-Sitz in New York. Diese Drohungen habe es zudem bereits vor den Überschwemmungen gegeben. "Wir haben immer gewusst, dass es Sicherheitsprobleme gibt", sagte Holmes (APA/Reuters)

  • Ein von der Flutkatstrophe betroffener Mann mit einem gespendeten Sack mit Weizenmehl. Noch immer ist die Versorgung der Flutopfer in Pakistan nicht komplett gesichert.
    foto: epa/shabbir hussein imam

    Ein von der Flutkatstrophe betroffener Mann mit einem gespendeten Sack mit Weizenmehl. Noch immer ist die Versorgung der Flutopfer in Pakistan nicht komplett gesichert.

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