Aris stärker als engagierte Austria

26. August 2010, 21:23
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Griechen begraben die internationalen Ambitionen der Wiener - Treffer von Roland Linz zu wenig

Wien - Für die Wiener Austria ist das Fußball-Europacup-Abenteuer 2010/11 seit Donnerstagabend zu Ende. Der österreichische Vizemeister scheiterte in der vierten und letzten Qualifikationsrunde (Play-off) zur Europa League an Aris Saloniki. Die Griechen erreichten im ausverkauften Horr-Stadion ein 1:1-Unentschieden und schafften mit einem Gesamtscore von 2:1 den Aufstieg in die Gruppenphase.

Dorthin hätten die Wiener zum fünften Mal nach 2004, 2006, 2007 und 2009 gewollt. Zum Sargnagel der Wiener wurde jedoch Aris-Stürmer Carlos Ruiz. Nach seinem Treffer im Hinmatch zum 1:0-Sieg sorgte der Angreifer aus Guatemala im Rückspiel für das Auswärtstor und die Führung in der 42. Minute. Die Austrianer, die unterm Strich nach 180 Minuten vor allem an ihrer schwachen Chancenverwertung scheiterten, kamen nur noch zum Ausgleich durch Roland Linz (56.).

Daxbacher reagiert mit Troyanski

Austria-Trainer Karl Daxbacher zauberte aufgrund der Genesung von Aris-Flügelflitzer Toni Calvo eine Überraschung aus dem Hut: Fernando Troyansky kam als rechter Außenverteidiger zum Zug und sollte den Spanier in Schach halten. Aris-Coach Hector Cuper nahm im Vergleich zum ersten Match neben Calvo zwei weitere Neue in die Startelf - nämlich Ruiz, den Torschützen des Hinspiels, sowie Verteidiger Nikolaos Lazaridis.

Angesichts des Gegentores in Griechenland in der 93. Minute versprach die Austria von Anpfiff weg volle Attacke. Und sie hielt Wort, denn bereits nach 43 Sekunden landete ein Flachschuss von Michael Liendl knapp neben dem Tor. Die Austria blieb spielbestimmend, die von Cuper energisch angetriebenen Griechen betrieben aber gutes Forechecking und lauerten mit ihrem Kapitän Koke stets gefährlich auf Konter.

Daxbacher hatte sich eine deutlich bessere Chancenauswertung als in den vergangenen Spielen gewünscht, diese hatte er nämlich als Hauptgrund für die zuletzt mäßigen Resultate ausgemacht. Doch der Niederösterreicher musste weiter leider, denn Tomas Jun schoss zunächst über das Tor (22.) und traf danach nach Troyansky-Flanke mit einem spektakulären Volley die linke Stange (30.). Der Tscheche hatte bereits in Saloniki zahlreiche Topchancen ausgelassen.

Dragovic am Boden

Die Nachlässigkeit rächte sich neuerlich. Nach Ballverlust von Troyansky nahe des gegnerischen Strafraums zeigte Calvo erstmals seine Klasse. Sein Tempo-Gegenstoß landete bei Ruiz, der Dragovic bei einem Zusammenstoß zu Boden beförderte, deshalb alleine auf Heinz Lindner zulief und dem Austria-Keeper keine Chance ließ (42.). Die 1.000 Aris-Fans jubelten, denn damit war das Tor zur Europa League sehr weit offen.

Die Austria benötigte nun drei Treffer, Daxbacher setzte logischerweise voll auf Offensive. Zunächst scheiterten Jun und Georg Margreitter (Kopf) bei einer Doppelchance (53.), dann brach Linz den Bann. Nach Zuspiel von Jun ließ der ÖFB-Teamstürmer Lazaridis aussteigen und schoss überlegt ins lange Eck (56.). Anstelle des Austria-Sturmlaufs machten im Finish die Griechen des gefährlicheren Eindruck, richtiges Feuer im Horr-Stadion vermochten Linz und Co. nicht mehr zu entfachen.

Schlussoffensive nicht zwingend

Schüsse von Aleksandar Dragovic (80.) und Marin Leovac (93.) waren das Gefährlichste der Violetten in der Endphase. Die Austria hat damit in neun Versuchen weiter nur ein einziges Mal im Europacup ein 0:1 aus dem ersten Match noch umgedreht. Das war am 31. Juli 2008 unter dem damals neuen Trainer Daxbacher gegen Tobol Kostanai mit 2:0 gelungen.

Austria Wien - Aris Saloniki 1:1 (0:1)

Wien, Horr-Stadion, 11.000 (ausverkauft), SR Stalhammar/SWE.

Torfolge: 0:1 (42.) Ruiz

1:1 (56.) Linz

Austria: Lindner - Troyansky (62. Stankovic), Margreitter, Dragovic, Suttner (74. Leovac) - Klein, Baumgartlinger, Hlinka, Liendl (46. Schumacher) - Jun, Linz

Aris: Sifakis - Neto, Ronaldo Guiaro, Lazaridis, Michel Garbini - Javito, Nafti, Toja (55. Prittas), Calvo (57. Cesnauskis) - Ruiz (75. Cesarec), Koke

Gelbe Karten: keine bzw. Toja, Neto, Prittas, Ronaldo Guiaro, Cesarec

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    Dragovic und die Austria verabschieden sich aus dem internationalen Geschäft.

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