Häupl verlangt Entschuldigung von Strache

26. August 2010, 18:48
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SPÖ überlegt wegen "Islamistenpartei" - Sager des FPÖ-Chefs rechtliche Schritte

Wien - Der Wiener Bürgermeister hat am Donnerstag dem freiheitlichen Parteichef, der die SPÖ eine "Islamistenpartei" genannt hat, gleich einmal "pädagogische Nachhilfe" erteilt. "Islamisten sind Terroristen", sagte Häupl bei der Präsentation der Migrantenkandidaten seiner Partei für die Wien-Wahl. Damit habe Heinz-Christian Strache die SPÖ mit einer "Verbrecherorganisation" gleichgesetzt.

"Wenn ich sagen würde - was ich natürlich nicht mache -, dass die FPÖ eine Nazi-Partei ist", so Häupl, "gäbe es eine fürchterliche Aufregung." Strache solle sich also gefälligst entschuldigen - sonst werde man auch über Rechtswege nachdenken. Häupl: "Herr Strache, gehen Sie in sich, lernen Sie Geschichte, und dann kommen S' zurück und entschuldigen sich." Strache sei nicht in der Lage, zwischen der Religion des Islam und den "völligen Fehlinterpretationen" dieser Religion zu unterscheiden, sagte Häupl in einem Interview mit der Austria Presseagentur. Er, Häupl, könne dann nur den früheren SPÖ-Bundeskanzler Bruno Kreisky zitieren: "Er ist halt ein wirklich dummer Mensch."

Dass seine Partei beim Thema Migration auch Fehler gemacht habe, räumt der Wiener Bürgermeister ein, "aber wir bemühen uns". Insgesamt treten 145 Kandidaten und Kandidatinnen mit Migrationshintergrund auf Landes- und Bezirkslisten an. 2001 waren es 51 Kandidaten, 2005 sind 97 Migranten für die Sozialdemokraten angetreten.

Von den 520 roten Bezirksräten haben derzeit nur 27 ausländische Wurzeln. Auch auf der Landesliste sind mit Anica Matzka-Dojder, Nurten Yilmaz, Omar Al-Rawi und Peko Baxant vier Kandidaten an wählbarer Stelle, die bereits im Gemeinderat sitzen. (Bettina Fernsebner-Kokert, DER STANDARD, Printausgabe, 27.8.2010)

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