Ein bisschen Karibik

26. August 2010, 18:20
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Bis 29. 8. werden auch Bands versammelt, die den alten Stil beträchtlich erweitern

Übersee - Bevor sich der Sommer ganz vertschüsst, geht in Bayern der Chiemsee Reggae Summer über zwei Bühnen. Für einen zünftigen Auftakt mit original bayerischen Roots-Klängen sorgt die Blaskapelle Übersee-Feldwies, dann aber geben die Zuagroasten den Ton an, wenn auch Shantel und sein Bucovina Club Orkestar eher zentral- und osteuropäisch beeinflusst sind. In die Karibik entführen Gentleman und The Evolution: Der Roots-Fan hat sich zuletzt auf Diversity für Ausflüge in die Dancehall, zu R&B und Pop entschieden, gut so. Außerdem gehört der Kölner zum Freundeskreis des gestrichenen Hauptacts Sizzla. Ausschlaggebend dafür waren einige homophobe Texte des jamaikanischen Dancehall-Stars, die den Grünparlamentarier Volker Beck sowie Parteifreunde veranlassten, zum Boykott des Festivals aufzurufen. Im Sog der Debatte kündigten zudem Autonome Aufmärsche an, was letztlich zur Absage des Sizzla-Gigs führte. Am Samstag wird dann alles gut, wenn Schwule Mädchen von den Hamburger Hip-Hop-Schmähbrüdern Fettes Brot ertönt. Mit Alpha Blondy (& The Solar System) folgt der größte Reggae-Star aus Afrika; wenig Kontroversen sollten am Sonntag auch The Wailers auslösen, von der legendären Marley-Combo wirkt immerhin noch Aston Francis "Family Man" Barrett mit.

Zur Hamburger Rap-Schule gehört Samy Deluxe und seine Tsunami Band, dann auch das Berliner Doppel Mono & Nikitaman: Den strengen Dancehall-Rahmen früherer Tage haben Mono & Nikitaman inzwischen mit poppigen und folkigen Exkursionen gesprengt, Basis bleiben aber Roots- und Uptempo-Reggae-Riddims. (Gerhard Dorfi, DER STANDARD - Printausgabe, 27. August 2010)

27. bis 29. 8., Übersee am Chiemsee, 16.00.Info: 01/960 96

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    Sorgt ebenfalls für gute Laune: Gentleman, der zuletzt mit "Diversity" einige Stilausflüge unternahm.

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