"Die bisher gegenüber der NATO/EU eingegangenen Verpflichtungen müssen reduziert werden"
Berlin - Die von
Deutschlands Verteidigungsminister
Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) geplante Reform der Bundeswehr führt
nach einem ARD-Bericht in allen diskutierten Varianten zu Abstrichen
bei der Bündnisfähigkeit Deutschlands.
Das ARD-Hauptstadtstudio
berief sich dabei am Donnerstag auf einen Prüfbericht des
Verteidigungsministeriums. Darin würden detailliert die Folgen der
fünf Reduzierungsmodelle der Armee für
Einsätze und
Bündnisverpflichtungen analysiert. "Die
bisher gegenüber der NATO/EU
eingegangenen Verpflichtungen müssen in jedem Modell reduziert
werden", heiße es in dem Papier.
Diese Schlussfolgerung gilt demnach auch für das von Guttenberg
favorisierte Modell vier. Es sieht vor, die
Streitkräfte auf 163.500
Soldaten zu reduzieren und die
Wehrpflicht auszusetzen. Die Abstriche
bei der Bündnisfähigkeit seien aber auch
bei den übrigen Modellen
gegeben, einschließlich eines möglichen Festhaltens an der
Wehrpflicht, zitiert das ARD-Hauptstadtstudio aus dem
Ministeriumsbericht. Die Einschränkungen
beziehen sich demnach in
erster Linie auf die Fähigkeit, parallel
mehrere Bundeswehreinsätze
auszuführen. Dagegen hatte Guttenberg als Ziel der
Reform bisher
stets eine kleinere, aber leistungsfähigere Armee genannt. (APA)