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Man stelle sich vor: Zwei Vorstandsmitglieder eines Unternehmens geben während der Jahreshauptversammlung jeweils eine Pressekonferenz - und sagen beide, aus ihrer Sicht, warum das große Ziel, die gemeinsame Strategie für die Zukunft, noch nicht fertig ist. Nicht nur die Presseabteilung des Hauses würde wohl verzweifeln: ein katastrophales Zeichen von Uneinigkeit.
Im speziellen Fall heißt das Unternehmen "österreichische Forschung", die beiden Vorstände Beatrix Karl und Doris Bures. Man wollte sich ohne gemeinsame Strategie nicht einmal zur gemeinsamen Pressekonferenz bei den Alpbacher Technologiegesprächen zusammensetzen. Karl ließ noch ausrichten, dass sie eigene Forschungsgespräche in den Tiroler Bergen haben will. Als Gegenveranstaltung?
Mehr Signale für Dissens kann man an einem Tag eigentlich nicht aussenden. Und all das wegen einer Forschungsstrategie, die im Letztentwurf von den großen Ansprüchen, die die Politik hinausposaunt hatte, auf ein Minimum heruntergeschraubt wurde - und nicht nur für Wirtschaftsforscher zu wenige Visionen enthält.
Eine Zukunftsstrategie, die darauf fußt, sparen zu müssen, hat den Namen nämlich nicht verdient. Die Rufe mehren sich, man möge das Papier in jener Schublade, in die es gerade versenkt wurde, lassen. Zumal "Potenziale ausschöpfen", wie es im Titel der Strategie heißt, wie sich gerade zeigte, nicht die Stärke der zuständigen Ressorts ist. (Peter Illetschko, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 27.8.2010)
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Karl sendet ein Signal, wie sie die Alpbach-Gespräche (zu Recht!) einschätzt. Als gegenseitiges Schulterklopfen der Politik und öffentlich finanzierten Urlaub der Beteiligten.
Im Unterschied zu Bures oder Androsch kommt Karl zumindest direkt aus dem universitären Bereich.
Ich finde dieses Signal von Karl als ein Zeichen von Stärke und Hoffung, vielleicht endlich den politischen Filz in der Forschungsverwaltung aufzubrechen und das als sog. "Forschungsförderung" betitelte Geldverteilen an parteinahe Industriebetriebe abzustellen.
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