Wibag kündigt rechtliche Schritte an

26. August 2010, 15:49
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Landesförderstelle fühlt sich "massiv getäuscht" - Betrieb sei bereits Ende 2009 überschuldet gewesen

Eisenstadt - Nach der Eröffnung des Konkursverfahrens über das südburgenländische Unternehmen CNC Mechatronik in Kemeten (Bezirk Oberwart) hat am Donnerstag die für die Förderungsabwicklung zuständige WiBAG (Wirtschaftsservice Burgenland AG) rechtliche Schritte angekündigt. Eine Sonderprüfung habe ergeben, dass die wirtschaftliche Lage des - laut Konkursantrag mit 800.000 Euro überschuldeten - Unternehmens "über Jahre hinweg völlig falsch dargestellt" worden sei, hieß es in einer Aussendung. Die Gesellschaft sei bereits Ende 2009 "massiv überschuldet" gewesen. Gemeinsam mit einem Großkunden werde nun eine Auffanglösung für den Betrieb geprüft.

Bereits die Ergebnisse 2007 sowie 2008 wären laut WiBAG "bei richtiger Bilanzierung negativ gewesen". Erst bei der Sonderprüfung sei die "dramatische finanzielle Lage" des Unternehmens zutage getreten. Mit der Situation sei man in den vergangenen Tagen konfrontiert worden.

Die Hausbanken, die WiBAG als Landes- sowie Austria Wirtschaftsservice (aws) als Bundesförderstelle und die Athena Burgenland Beteiligungen AG als Gesellschafter seien "durch die seit Jahren falschen Ergebnisse einer nicht ordnungsgemäß geführten Buchhaltung massiv getäuscht und geschädigt" worden. Die genannten Institutionen finanzierten bzw. förderten laut WiBAG mit insgesamt 9 Mio. Euro die 2008/2009 begonnene Errichtung und Anschaffung der Produktionsanlagen.

Rechtliche Schritte gegen den geschäftsführenden Gesellschafter sowie gegen Steuerberater und Wirtschaftsprüfer würden zur Zeit geprüft und demnächst eingeleitet, teilte die WiBAG mit. Mit der Firma Supervac aus Steyr, Großkunde von CNC Mechatronik, werde eine Auffanglösung in Form eines Asset Deals geprüft. Supervac plane demnach, das für die Betriebsfortführung notwendige Anlagevermögen zu übernehmen sowie die derzeitige Betriebsliegenschaft weiter zu leasen. Die für die Fortführung erforderlichen Mitarbeiter sollen neu eingestellt werden. Das neu gegründete Fortführungsunternehmen habe keine Altlasten von CNC zu übernehmen oder zu befürchten.

Die WiBAG habe bereits mit allen Beteiligten Verhandlungen aufgenommen. Bedingung für das Zustandekommen dieser Variante sei jedoch, dass die Produktion während der Abwicklung der Insolvenz ohne Unterbrechung weitergeführt werde. Dadurch sollen möglichst alle bestehenden Kunden nahtlos weiter beliefert werden können. Derzeit seien bei CNC noch 35 Mitarbeiter beschäftigt. (APA)

 

 

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