Die Entstehung der ersten supermassiven Schwarzen Löcher

26. August 2010 12:46
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    bild: uzh

    Die Simulation zeigt: Aus der Verschmelzung von Galaxien entstand eine dichte Scheibe mit einer supermassiven Wolke im Zentrum.

Simulationen zeigen, dass diese kurz nach dem Urknall entstanden sein dürften

Zürich - Die ersten supermassiven Schwarzen Löcher dürften kurz nach dem Urknall entstanden sein. Zu diesem Schluss kommt eine internationale Forschungsgruppe unter der Leitung von Lucio Mayer von der Universität Zürich. Wie die Forscher im Journal "Nature" schreiben, haben sich die supermassiven Schwarzen Löcher vor rund 13 Milliarden Jahren, also zu Beginn des Universums, durch die Kollision von Galaxien gebildet.

Nach aktuellem Kenntnisstand ist das Universum rund 14 Milliarden Jahre alt. Kürzlich fanden Forschungsgruppen heraus, dass Galaxien wesentlich früher als bisher angenommen - nämlich bereits innerhalb der ersten Milliarde Jahre - entstanden sind. Die Computersimulationen von Mayers Team zeigen nun, dass sich die allerersten supermassiven Schwarzen Löcher gebildet haben dürften, als diese frühen Galaxien miteinander kollidierten und verschmolzen.

Scheinbares Paradox

Die Forscher haben die Annahme auf den Kopf gestellt, dass riesige Galaxien hierarchisch wachsen, also durch die Gravitation zuerst kleine Massen zusammengezogen werden und aus diesen dann schrittweise größere Strukturen entstanden sind. "Unser Resultat zeigt, dass große Strukturen wie Galaxien und massive Schwarze Löcher in der Geschichte des Universums schnell entstanden sind. Auf den ersten Blick erscheint dies als Widerspruch zur Standardtheorie mit kalter Dunkler Materie, welche die hierarchische Bildung von Galaxien beschreibt", so Mayer. Das scheinbare Paradox sei aber erklärbar: "Normale Materie, aus welcher der sichtbare Teil der Galaxien und supermassive Schwarze Löcher aufgebaut sind, kollabiert stärker als Dunkle Materie. Sie formt schnell supermassive Galaxien in den dichtesten Regionen des Universums, wo die Gravitation zuerst Strukturen bildet. Dies ermöglicht die scheinbar nicht-hierarchische Bildung von Galaxien und Schwarzen Löchern."

Kleinere Galaxien wie unsere Milchstraße und ihr vergleichsweise kleines Schwarzes Loch im Zentrum seien jedoch langsamer entstanden. Wie Mayer erläuterte, zählen die Galaxien der Simulation in der Realität zu den größten heute bekannten Galaxien. Sie wären rund hundertmal größer als die Milchstraße. Als Beispiel für eine derartige Riesengalaxie führte der Forscher unsere Nachbargalaxie M87 im Virgo-Galaxienhaufen an.

Simulationen

Ihre Simulationen mit Hilfe von Supercomputern hatte das Forschungsteam mit zwei großen primären Galaxien begonnen, die aus Sternen bestanden, wie sie für den Beginn des Universums charakteristisch waren. In der Folge wurde die Kollision und das Verschmelzen von Galaxien simuliert und die Forscher konnten beobachten, was als nächstes geschah: Zuerst kondensierten Gase und Staub im Zentrum der neuen Galaxie und formten dort eine dichte Scheibe. Diese wurde instabil, so dass die Gase und der Staub erneut kontrahierten und eine noch dichtere Region bildeten. Aus dieser entstand schließlich ein supermassives Schwarzes Loch ohne zuerst einen Stern zu bilden.

Konsequenzen

Für die Kosmologie haben die neuen Erkenntnisse der Forschungsgruppe zufolge Konsequenzen: Die Annahme, dass die Eigenschaften von Galaxien und die Masse des Schwarzen Lochs miteinander in Beziehung stehen, weil sie parallel wachsen, müsse revidiert werden. Im neuen Modell wächst das Schwarze Loch viel schneller als die Galaxie. Es sei somit denkbar, dass das Schwarze Loch nicht durch das Wachstum der Galaxie reguliert wird. Vielmehr könnte sein, dass die Galaxie durch das Wachstum des Schwarzen Lochs reguliert wird.

Das Team um Mayer vermutet zudem, dass die Forschung auch für Physiker nützlich sein wird, die Gravitationswellen nachweisen und damit den direkten Beweis von Einsteins Relativitätstheorie liefern wollen. Gemäß Einstein muss die Verschmelzung von supermassiven Schwarzen Löchern massive Gravitationswellen verursacht haben - Wellen im Raum-Zeit-Kontinuum, deren Überreste noch heute messbar sein sollten. Die Projekte LISA und LISA Pathfinder der Weltraumbehörden ESA und NASA wollen solche Gravitationswellen nachweisen. Um die künftigen Messresultate korrekt interpretieren zu können, sei es wichtig, die Entstehung von supermassiven Schwarzen Löchern in der Frühzeit des Universums zu verstehen, so die Forscher. (red)

Kommentar posten
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Markus Trullus
11.09.2010 12:01

"...Aus dieser entstand schließlich ein supermassives Schwarzes Loch ohne zuerst einen Stern zu bilden. ".. kommt mir ein wenigeigenartig vor. Bei der Kontraktion entsteht automatisch Erhitzung, die irgendwann wie bei jeder Sternentstehung zu Fusion führt; und der dabei entstehende Strahlungsdruck verhindert weitere Kontraktion. Warum soll genau das dort eben nicht passiert sein? Versteh ich nicht...

Davidoff et cetera
10.09.2010 12:41

ich fände es nett, wenn FS3 statt urknall einfach wam-bum sagen würde, kommt der ursprünglichen intention des "big bang"-wortschöpfers wohl näher :)

Das freie Wort
29.08.2010 11:05
Ist die Frage nach dem "Danach" geklärt?

Wenn die Gravitation alles überwiegt und durchdringt, ist eine Änderung dieses Zustands möglich?

Die Kurzreichenden Kräfte sind überwunden und die Teilchen sind ohne Abstand und Information dicht an dicht.

Dichter, außer mit Erhard, geht es nicht. Ist das die Energetische 0?

Ich stelle mir vor, die Masseinfo überlagert alle anderen Informationen.

Wie sollte da ein Proton wissen, daß es zum Elektron Abstand braucht, oder sind die Teile nur mehr Quarxcombinationen denen jede Freiheit genommen wurde?

Nixglaubi
04.09.2010 17:20
Herzlichen Dank an das freie Wort - diese Überlegungen waren mir neu!

Wenn keine Information mehr vorhanden ist, kann nichts wahrgenommen werden.

Vielleicht verdichtete sich vor dem Urknall die Information vom Nichts zu der einer Temperatur bis diese ausreichend für den Urknall war.

Damit füllte sich alles mit Information und konnte sich dementsprechend verhalten.

Gott ist Information;-)

Plasmaball
28.08.2010 09:21
Ein Dank an all die regelmäßigen Poster der "Astrophysikabteilung"

Mir bringts was die Posts und Diskussionen durch zu lesen :)

All die verschiedenen Ideen/Theorien und die Argumentationsketten dazu, herlich! Und da in vielen Bereichen kaum etwas endgültig fest steht, haben auch alle ihre Berechtigung und bringen Themen aus unterschiedlichen Blickwinkeln zum leuchten. Wenn man will kann man hier echt was lernen.

Maurice Müller
 
28.08.2010 01:09
Nehmen wir mal an...

es gäbe da ein schwarzes Loch, welches beständig größere Teile unseres Universums "wegsaugen" würde. Wenn dann alles komplett auf minimalstem Raum komprimiert wäre, dann müßten dort doch Bedingungen wie zum (angenommenen) Urknall herrschen, oder?

Nick Tameer
28.08.2010 06:49

Diese harmlos anmutende Frage könnte man als das Gravitationszentrum der zeitgenössischen theoretischen (und, versteht sich, Nicht-FS3'schen) Physik bezeichnen. Deren zentrales Problem ist gerade, dass sie einstweilen weder Aussagen über die Bedingungen "beim" Urknall, allenfalls - mehr oder weniger gesichert - über Bedingung zum Zeitpunkt von Minus hoch irgendwas Zeiteinheiten (ich bin jetzt zu faul, um nach genaueren Werten zu googeln) nach dem Urknall, noch Aussagen über die Physik innerhalb eines schwarzen Lochs machen kann, weshalb ihr erst recht kein Vergleich beider Zustände möglich ist.

Davidoff et cetera
10.09.2010 12:37

das las ich letztens erst ein nettes paper (mit schönem, für laien halbwegs verständlichen abstract) darüber, dass das universum aus sich selbst heraus entstanden worden sein wird :)

Hercules
27.08.2010 16:27
Mich würde ja interessieren, wer hier Physik wissenschaftlich betreibt...

..., wer hobbymäßig und wer nur interessehalber mitpostet.

Brillant für wissenschaftlich/beruflich

Interessant für hobbymäßig (Hobbyastronom, AHS-Lehrer, Chemiker, Elektrotechniker, und sonstige nur peripher Beteiligte).

und Rot (leider bleibt nur Rot) für interessierte Mitposter.

Hercules
30.08.2010 19:57
Vorab Danke...

...an die geschätzten Mitposter!

Ich werde mir erlauben, von Zeit zu Zeit eine weitere Umfrage zu starten.

Diejenigen Kollegen (3 bis heute) möchte ich auffordern, weiterhin erhellend tätig zu bleiben.
Den ambitionierten Postern (4) sei für ihr engagement gedankt.
Die übrigen Mitposter (6) bitte ich um Verzeihung, falls es doch einmal zu unverständlich wurde oder man (ich) einfach etwas voraussetzt, ohne es genauer zu erklären.

Und bei der nächsten Umfrage drehe ich die Rot-Grün Bewertung um - versprochen ;-)

youtroll
27.08.2010 13:32
Das Verständnis der übersinnlichen Aspekte des Universums

also jene welche mit den Sinnen bzw. Sensoren nicht erfasst werden können, die man aber braucht um das Universum in seiner Gesamtheit verstehen zu können (wie etwa Schwarze Löcher oder Dunkle Materie) bereitet den naiven Menschen große Schwierigkeiten.

Das freie Wort
29.08.2010 15:44
Hier treffen Sie den Nerv des onkologischen Beweises von Anselm!

Wer logisch denken kann, muß zugeben, daß Gott alles, auch vom Menschen undenkbares, denken kann.

Damit ist Gott eingestanden!

Kant hat jahrhunderte darauf repliziert: "wenn es wahr ist".

Das ist die Glaubensfrage - nichts weiter!

Franz Josef Lolinger
31.08.2010 20:35
Die Frage ist doch...

... welcher Gott hat Gott geschaffen und warum?
Die Antwort ist ganz einfach, sie lautet 41.

Das Wort
27.08.2010 12:49
Nach Efeserl kann die Schwerkraft nur schwer erklärt werden, daher der Name, es ist auch die Existenz zweifelhaft, weil der Magnet ja auch anziehnde Kräfte hat, wie die Meinige auch!

her wig
27.08.2010 09:00
Wenn, wenn und nochmals wenn

alle Annahmen die da in die Simulation hineingeflossen sind zutreffen würden, dann würde das Simulationsergebnis ebenfalls zutreffen.

Und nachdem man bei so manchen dieser Annahmen nicht sicher sein kann ob sie zutreffen, kommt man an den vielen Wenn's auch nicht vorbei.

Das freie Wort
29.08.2010 15:46
Wieso erinnern mich Ihre bemühten Postings an den hervoragenden Nachherbesserwisser?

iohui
27.08.2010 03:21
wieso

erinnert mich das immer an bröckeligen anbrennten pudding?

wero2
26.08.2010 22:51
in so fern

kann ichs nachvollziehen.

die ausdünstungen der blödheit, produziert schwarze löcher welche regulativ aufs gesamtwachstum sich auswirken.
alles mit ner hochzahl und abzüglich des geflüchteten mondes, wundert mich nur noch das wir nicht schon gestern ausgestorben sind.
aber auch ich laß die lehre in der betrachtung mal weg.

Advaita0
26.08.2010 22:51
Scalarwellen?

Hercules
27.08.2010 00:48
Bruhaha!

Ansonsten - ohne Worte.

F S 3
26.08.2010 18:41
:) Fassen wir zusammen: Am Anfang war Nichts. - Das ist dann explodiert, worauf sich alles "ausdehnte" - aber - dabei "kollidierte" und so Schwarze Löchlein bildete. bgesehen von der Tatsache daß, - wenn wir die Lehren von diesem Unfug konsequent…

…anwenden würden-Galaxien erst weitaus später entstanden sein müßten,geschähe auch kaum etwas,wenn Galaxien "verschmelzen",obwohl sich ja das doch f.Laien recht bedrohlich anhören mag.

Das Lustigste im Standard-Universum ist ja ohnehin diese Sache von den dauernden "Kollisionen",obwohl sich ja eigentlich alles "voneinander weg" bewegt.

Warum? Darauf gibt es keine sinnvolle Antwort.

Abgesehen von der Tatsache,daß das bisher angenommene Indiz für dieses "Auseinanderdriften" immer die Rotverschiebung war.

Nach dem Nachweis div.Quasare (=angeblich am weitest entferntesten Objekte im Kosmos) INNERHALB naher Galaxien sollte dieser Unsinn ja sowieso bereits seit Jahren v.Tisch sein.

Ist es aber offensichtlich nicht.

Es regiert der Knall.

Das freie Wort
29.08.2010 15:48
Am Anfang war ein Pünktchen Energie, sehr heiß, sehr sehr heiß!

Es ist nun die Frage nach der Temperatur die bleibt, nicht nach der Möglichkeit.

Sie dürften absichtlich blödeln, wir danken für diese Unterhaltung mit Grausen!

F S 3
29.08.2010 20:14
:) Dem Manne kann geholfen werden! -- "Die Temperatur" ist - bloß noch matt, genau wie ihre Seele…

…Verzweifelt Übel, braucht Arznei!
Wenn das Standard-Modell in Staub zerfallen,
Lebt allein der große Name noch.

Funkelnd wie ein Sohn der Sonne,
Wie des Lichtes Feuerquell,
Springt's EU blitzend aus der Tonne,
Purpurn und kristallenhell.

Eff-Ess-Dreifach ist der Schritt der Zeit:
Zögernd kommt die Zukunft hergezogen.
Pfeilschnell ist das Jetzt entflohen.
Ewig still steht die Vergangenheit.

…und um mit Schiller zu enden:

"Wer zählt die Spötter, nennt die Narren, die schriftlich hier zusammenkamen?"

Pe Sa
27.08.2010 10:36

ich frag mich bei sowas immer ob man überhaupt darauf antworten soll.

lokale kollisionen und eine gesamtexpansion widersprechen sich nur wenn man ein sehr kleines gehirn hat ...

die rotverschiebung trifft natürlich dadurch auch nur für die mehrheit der objekte und nicht für alle.

was wäre denn ihre werte gegentheorie zum urknall werter fs3 ? ein statisches universum ? oder ein zusammenziehendes universum ? oder irgendwas anderes ? :)

ricko
27.08.2010 11:32
lassens ihn

fs3 hat noch nie geantwortet, wenns darum ging definitive aussagen zu klar formulierten fragen zu machen.

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