Bioplastik mit Cashewnusshilfe

28. August 2010, 17:45
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NEC-Entwicklung soll gängige Bioplastik-Materialien ausstechen und künftig in Elektronikprodukten zum Einsatz kommen

Tokio - Das japanische Unternehmen NEC setzt für eine umweltfreundlichere Elektronikzukunft auf den Kaschubaum. Der Konzern hat ein pflanzliches Bioplastik angekündigt, das Zellulose und die aus den Cashewnussschalen gewonnene Substanz Cardanol verbindet. Das neue Material erreiche so einen hohen Pflanzenanteil von über 70 Prozent. Zugleich ist das Bioplastik dem Unternehmen zufolge gut für die Verarbeitung in diversen Elektronikprodukten geeignet und verspricht eine hohe Haltbarkeit. Es soll existierende Bioplastik-Materialien auch dadurch ausstechen, dass keine essbaren Grundstoffe wie zum Beispiel Mais genutzt werden.

Die NEC-Entwicklung nutzt pflanzliche Zellulose als Hauptbestandteil. Statt dem Material größere Mengen an erdölbasierten Zusätzen beizumengen, wird die Zellulose mit dem aus Cashewnussschalen gewonnen Cardanol behandelt. Die Neuentwicklung sticht NEC zufolge gängige Bioplastik-Materialien wie beispielsweise Polylactide-Harz (PLA) in einigen wichtigen Bereichen aus: Das NEC-Bioplastik ist demnach doppelt so robust wie PLA und mehr als zweimal so hitzebeständig, was beispielsweise für Handygehäuse wichtig ist. Zudem ist das Material nicht-kristallin und somit schneller formbar als PLA. Auch im Vergleich zu Celluloseacetat-Harz (CA) bietet die Neuheit laut NEC Vorteile etwa bei Wasser- und Hitzebeständigkeit, so das Unternehmen.

NEC hat angekündigt, an seiner Bioplastik-Entwicklung weiterzuforschen, um die Massenproduktion zu ermöglichen. Zudem wolle man daran arbeiten, das Material für ein möglichst breites Einsatzspektrum geeignet zu machen. Der Markteintritt sei für das Finanzjahr 2013 anvisiert. (pte/red)

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