Neue Hypothese

Ötzi könnte im Tal gestorben sein

30. August 2010, 13:48

... und Monate später auf den Berg gebracht worden sein - jahrelanger Rechtsstreit mittlerweile beigelegt

Rom/Bozen - Ötzi, der mumifizierte Mann aus dem Eis, könnte im Tal gestorben, seine mumifizierte Leiche erst Monate nach seinem Tod an die spätere Fundstelle im Südtiroler Teil der Ötztaler Alpen gebracht worden sein. Diese Hypothese stellte Wissenschafter Alessandro Vanzetti von der Universität Rom nach fünfjähriger Recherche auf.

"Der Eismann wurde auf niederer Seehöhe in einem Streit getötet, die Leiche wurde eingelagert, sie mumifizierte; Monate später wurde sie auf den Pass gebracht, dort bestattet und mit Grabbeigaben versehen", so Vanzetti. Das soll auch erklären, warum manche von Ötzis Waffen nicht gebrauchsfähig waren - sein Bogen und zwölf der 14 Pfeile seien nur halb fertig gewesen. Das könnte auch erklären, warum man überhaupt so viele Dinge bei der Mumie gefunden hat - wertvolle Dinge, ein Sieger im Kampf hätte sie wohl mitgenommen -, und warum in der Schulter nur eine Pfeilspitze war, und nicht mehr der ganze Pfeil. Zudem würde die Hypothese laut Vanzetti zu den Pollen in Ötzi und um ihn herum passen: Analysen seines letzten Mahls hätten gezeigt, dass er es vermutlich im April zu sich genommen habe. Die Pollen an der Fundstätte jedoch deuteten auf August/September als Bestattungszeitpunkt.

Szenario

Das ergibt laut Vanzetti das Szenario, dass Ötzi im April irgendwo im Tal starb, nicht bestattet werden konnte und vorläufig in einen kühlen Raum kam - so hielt man es in Tirol vom 16. bis ins 20. Jahrhundert. Dort mumifizierte er. Man sehe es ihm an, der Steinzeitjäger sei an der Luft ausgetrocknet und sei nicht im Schnee begraben gewesen. Als der Schnee in den Bergen getaut war, sei er hinauf gebracht, auf eine Steinplattform bzw. eine Grasmatte gebettet worden - dies sei das, was man bisher als Umhang gedeutet habe.

Warum an so ein Szenario bisher nicht gedacht worden sei, erklärte Vanzetti mit der "Pompeji-Prämisse": Archäologen würden leicht der Versuchung erliegen, Funde für exakte Konservierungen zu halten.

Postskriptum

Und nach knapp 19 Jahren hat nun auch der Rechtsstreit um den Finderlohn für "Ötzi" seinen endgültigen Abschluss gefunden. Der Südtiroler Landeshauptmann Luis Durnwalder überreichte dem Rechtsanwalt der Nürnberger Familie Simon, Georg Rudolph, einen "symbolischen" Scheck über 175.000 Euro. Auf diese Summe hatten sich beide Parteien im Juni geeinigt.

Erika Simon und ihr inzwischen verstorbener Mann Helmut, der im Oktober 2004 im Alter von 67 Jahren bei einer Bergwanderung in den Salzburger Alpen in der Nähe von Hofgastein ums Leben gekommen war, hatten "Ötzi" im September 1991 beim Wandern entdeckt. Ursprünglich wollte Südtirol den Nürnberger Urlaubern nur 50.000 Euro für den Sensationsfund zahlen. Auch zwei langjährige Prozesse brachten kein Ergebnis. Vor einem Jahr hatte die Südtiroler Landesregierung den Simons 150.000 Euro in Aussicht gestellt, doch auch diese Einigung platzte.

"Es ist ein langer und steiniger Weg, der heute zu Ende geht, und jetzt ist alles erledigt und wunderbar", sagte Rudolph im Palais Widmann in Bozen nach der Scheck-Übergabe. Für Durnwalder - und nicht nur ihn - kehrt damit "endlich Ruhe rund um den Fund des Ötzi ein". (APA/red)


Link
Die Presse: Ötzi starb nicht am Berg

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 35
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das kleine Maßnahmenpaket
00
30.8.2010, 14:33

"die Leiche wurde eingelagert, sie mumifizierte; Monate später wurde sie auf den Pass gebracht" soweit, sogut. Aber dann lagerte sie zwischen April und August/September, also genau über den Sommer? Wo hätte man damals einen so kühlen Raum hergenommen? Im multifunktionalen Bronzezeit-Gefrierschrank?
:-)

Träume
00
31.8.2010, 09:26

So wie er aussieht war er wahrscheinlich in der Selch zwischengelagert.

Alberta Forgetti
00
30.8.2010, 20:00
Eiskeller, -schacht.

Alte Kulturtechnik, vielleicht schon in der Bronzezeit, Spuren sind naturgemäß kaum zu finden, genauso auch nicht auszuschließen. Möglich ist aber vieles.

repent
 
00
30.8.2010, 11:27

Ich frag mich ja was sich die Wissenschafter ausdenken wenn sie in 2000 Jahren überall Plastikdosen mit Zetteln und "Grabbeigaben" finden.

Posten schadet der Gesundheit
01
29.8.2010, 13:42
eher wahrscheinlich

ist dass er zwar oben ermordet aber dann die klippe runtergestoßen wurde.. aber was weiß ich!

kurt haenel
 
01
27.8.2010, 23:50

da steht:
so hielt man es in Tirol vom 16. bis ins 20. Jahrhundert

Meine Frrage, wie alt ist der Ötzi jetzt wirklich ?

Freddie_Freeloader
00
27.8.2010, 20:17
ötzi, kampusch und die jährlichen bösen grippeviren...

eine unendliche geschichte.

Wirtueller
03
27.8.2010, 12:56

Klar ist Ötzi im Tal verstorben. Zur gleichen Zeit sind auch die Dünosaurier ausgestorben und das fehlende Gewicht dieser großen Tiere hat dafür gesorgt, dass sich die Alpen gehoben haben. Her mit den Forschungsgeldern!

Freakus T. He
00
27.8.2010, 10:00
In Ötzi

um Ötzi, um Ötzi herum

m m 10
01
27.8.2010, 09:02
aber da gibts....

...doch an film, wo man sieht, dass das nicht so war!!!

fuchstritt
03
27.8.2010, 08:46

er könnte sich auch ein loch ins knie gebohrt haben u magermilch eingefüllt haben.oder ein essiggurkerl

obstbau1
01
27.8.2010, 08:02
Es war eine Liebesgeschichte, ...

... die ihm das Leben kostete. Nach seiner mutmaßlichen Mörderin wird immer noch gegraben. Sie stammt aus dem östlich gelegenen Stubaital und heißt - Stubsi.

der wahnsinn ist nur eine schmale brücke
016
26.8.2010, 20:34
Hat schon irgendwer untersucht, ob ihn der Blitz beim Scheißen getroffen hat?

hast1
01
27.8.2010, 21:49
das würde auch das schnelle austrocknen erklären.

artemis70
00
26.8.2010, 23:37
alessandro v. ist sicher auf dem besten weg,

uns diese frage endgültig zu beantworten.

Berta von Hinnen heller von Sinnen
42
26.8.2010, 19:54

*schnarch* die 10.

OGHaha
00
26.8.2010, 19:35

In Rom gibts Alessandro V. und er hats endlich auch geschafft in die Ötzi An(n)alen.

War sonst noch was?

wero2
00
26.8.2010, 19:06

und ich will meinen urvater wieder zurück.
so nackert Euren geilen blicken und betrachtungen ausgesetzt, pfui
und wenn Wir r schon dabei sind - ich bin mit Nofretette verwandt. wann schickt Ihr deutschen mir die mir mal entlich zu...

der - die - oder das?
01
26.8.2010, 19:04
Archeologen

Ich will nicht über den Italiener lästern, aber die Argumentation erscheint mir nicht verständlich. Bei vergleichbaren Bestattungen aus jener Zeit hat man den Toten keine Halbfertigprodukte in die Grabstätten gelegt.
Es scheint aber ein generelles Problem der Archäologen können meistens nur Vermutungen anstellen, wenn sie nur einen Fund haben. Sehr häufig wird dann ein sakraler Hintergrund vermutet. Das scheint auch bei der neuen Theorie eine gewisse Rolle zu spielen. Das normale menschliche Leben scheint vielen Archäologen unbekannt zu sein.

Nick Tameer
01
28.8.2010, 07:24

Dass man ihn zum Begräbnis auf den Berg gebracht hat, um ihn dann dort oben doch nicht zu begraben, geschah - meine geniale Theorie, die wirklich alles erklärt! - in Erfüllung seines letzten Willens. Als ihn nämlich der Pfeil getroffen hatte, sprach er sterbend folgende Worte, die ich hier nur grob annäherungsweise wiederzugeben vermag: "Goodby, ihr liam Ötztaler Buam, it's hard to die, now that the spring is in the air, un wann i gestur'm bi, tragts mi obi aufn Berg, legts mi niada in dös ewige Eis, aber, gell, lassts mir mei halbferting Bog'n und die Pfeil für die ewing Jagdgründ' und im Sommer legt's noch a Strauss Blumen neben mi! Und dereinst soll der Trenker Louis mei Leam verfümen und wann der scho dod is, nachher halt a anderer."

wero2
00
26.8.2010, 18:56
klasse interessante betrachtungen

ohne mich mit diesen jahren des seins genauer auseinander gesetzt - vielleicht waren diese dinge doch nicht so selten - vielleicht eine betrachtung von energiefluß durch individuelle benutzung - so nach dem motto, warum soll ich mir das auto des schrotters aneignen, sein fahrstil zu lebzeiten könnte sich ja mit dem selbigen auf mich übertragen - vielleicht wurde nur seinem wunsch entsprochen in den geliebten bergen bergraben zu werden - oder ein warnhinweis für über die berge kommende, wirr freut sich auf die - sozusagen ein willkommensgruß an wanderer

interessant finde ich auch das österreicher bei der vernichtung solcher mumien, neben der schädelsammlung und den meteoriten - weltweit einen spitzen platz einnehmen.

:
00
26.8.2010, 16:47

kann auch sein, dass er in einer gruppe unterwegs war. oben kommt es zum streit, was bei den hitzköpfigen tirolern keine überraschung waere. er wird mir pfeil und bogen um die ecke gebracht. danach haben alle ein schlechtes gewissen, immerhin ist er vom gleichen stamm. sie legen ihn auf den gletscher, brechen den pfeil ab, werfen noch ihm ein bisschen ausrüstung dazu, weil man das halt so macht mit den toten. und weiter geht die reise in richtung süden, den legenden von wein, weib und gesang entgegen.

Nick Tameer
00
29.8.2010, 21:14
Er starb ja nicht im off'nen Kampfe/der Schuss von hinten, der beweists.

Ich will damit nicht sagen, der der Ötzi ein prähistorischer Wuidschütz war, sondern dass bei solchen Gelegenheiten vermutlich der Feuersteinhirschfänger zum Einsatz gekommen wäre und Ötzi seine Wunde wohl eher auf der Vorderseite des Körpers empfangen hätte. Es sei denn, ging wie im prähistorischer Tatortkrimi zu, in dem der Einsatz der Fernwaffe dramaturgisch geboten ist. Hier hieße es zunächst cherchez la femme, Stubsi (ich danke obstbau1 für den Hinweis) und Pitzi, den Rivalen, um dann doch zu erkennen, dass das wirkliche Motiv mit Ötzis Waffenhandel und -Schmuggel in Kooperation mit mafiösen Geschäftspartnern aus Italien zusammenhängt).

Dark Funeral
 
214
26.8.2010, 12:59
Könnte, hätte, wäre, .....

Vielleicht ist er auch am Berg gestorben, man hat ihn gefunden, ins Tal gebracht, dort begann er zu stinken, da hat man ihn wieder auf den Berg getragen.

Hernie Hells
00
26.8.2010, 15:39

irgendwie sehr typisch dass die Presse auf solche mutmaßungen reinfällt.

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