Unnötige Schadstoffe in Füllfedern & Co

26. August 2010, 10:08
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Teils Spuren von Bisphenol A, Weichmacher und Nonylphenol gefunden

Wien - Unnötige Schadstoffe, das ist eines der Resultate des aktuellen Tests des Vereins für Konsumenteninformation (VKI) zu 16 Füllfedern und Tintenrollern. In drei Produkten wurden Schadstoffe wie Bisphenol A, Flammschutzmittel, Nonylphenol und Weichmacher oder gefunden, was produktionstechnisch gesehen nicht nötig ist und in einem Produkt für Kinder fehl am Platz ist. Davon abgesehen können die getesteten Schreibwaren aber überzeugen. Wie gut es sich mit den Füllfedern und Tintenrollern schreiben lässt und was sie aushalten, wurde nicht nur im Labor, sondern auch im Schulzimmer getestet. Als beste Füllfeder kristallisierte sich letztlich der Jollypen Schulfüllhalter heraus, der preislich im Mittelfeld liegt. Bester Tintenroller ist jener von Pelikan, der aber zugleich mit 8,90 Euro der teuerste ist. Nahezu gleich gut und wesentlich billiger ist der Schneider Base Ball Tintenroller um 2,79 Euro. 

Bisphenol A im Griffbereich

Im Schlüsselanhänger des Online Starter Sets fanden die Tester diverse Weichmacher, im Griffbereich von Herlitz my.pen Tintenroller Nonylphenol sowie geringe Mengen eines Flammschutzmittels. Zudem wurden ausgerechnet bei dem von den Kindern am besten beurteilten Produkt, dem Tintenroller Pilot Frixion Ball, Bisphenol A im Griffbereich nachgewiesen. Nonylphenol und Bisphenol A stehen unter Verdacht, hormonell wirksam zu sein. Bisphenol A soll zudem demnächst von der EU in Produkten, die für Kleinkinder gedacht sind, verboten werden. "Dass es auch ohne derartige Belastungen geht, zeigt das Beispiel sämtlicher anderer Schreibgeräte im Test", kritisiert VKI-Experte Konrad Brunnhofer.

Abstriche in puncto Funktionssicherheit

Während alle Füllfedern und Tintenrollern gut zu handhaben sind, mussten die Tester bei der sogenannten Funktionssicherheit Abstriche machen: Nur zwei Füllfedern und zwei Tintenroller sind abrollsicher, da sie beispielsweise eine kantige Verschlusskappe haben. Auch die Verschlusskappen sind nicht immer robust, wie etwa das Beispiel des Schneider Base Ball Tintenrollers zeigt. Gesamtfazit des Tests: elf gute, fünf durchschnittliche Bewertungen.

Kauftipp des VKI-Experten Brunnhofer: "Ob man mit einer Füllfeder oder einem Tintenroller gut schreiben kann, kann nur das Kind selbst beurteilen. Es sollte sich ausreichend Zeit dafür nehmen und die Schreibgeräte in Ruhe ausprobieren. Das sollte in gut geführten Geschäften auch möglich sein." (red)

Weitere Details zum Test gibt es im September-"Konsument".

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