Österreicher finden Sozialfunktion des Staates wichtig

26. August 2010, 09:51
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Studie: Sicherung der Pensionen und effiziente Preiskontrolle primäre Anliegen der Bevölkerung

Salzburg - Eine große Mehrheit der Österreicher misst der Sozialfunktion des Staates eine zentrale Bedeutung bei. 90 Prozent sehen die Sicherung eines angemessenen Lebensstandards der Pensionisten voran, gefolgt von einer effizienten Preiskontrolle (85 Prozent). Danach folgt schon der Abbau der Einkommensunterschiede zwischen Arm und Reich (79 Prozent) - lediglich 14 Prozent der Österreicher lehnen diese Aufgabe des Staates ab, wie eine Studie mit 2.500 Direktinterviews unter Österreichern von der Fachhochschule Salzburg mit Zukunftsforscher Reinhard Popp ergab.

Insgesamt sind die Österreicher übrigens nicht davon überzeugt, dass der Staat gut mit den Abgaben umgeht. Nur ein Drittel glaubt laut dieser Studie, dass in Österreich die Steuergelder richtig eingesetzt werden, ein weiteres Drittel glaubt das eher nicht, und 21 Prozent glauben das überhaupt nicht. Zwölf Prozent wollten sich dazu nicht äußern. Zwei Drittel (66,7 Prozent) der Österreicher sind fest davon überzeugt, dass in der wohlhabenden Alpenrepublik zukünftig die Kluft zwischen Arm und Reich noch größer wird, ergab die Studie.

Kein Widerspruch zu wirtschaftlicher Effizienz

Popp zeigte sich überzeugt, dass die weitere Ausdehnung sozialer Dienstleistungen in den vergangenen 20 Jahren nicht zulasten der Wettbewerbsfähigkeit gegangen sei. "Offensichtlich gibt es keinen Widerspruch zwischen wirtschaftlicher Effizienz und einer auf sozialen Ausgleich ausgerichteten Politik", so seine Schlussfolgerung. Auffallend sei auch, dass in wirtschaftlich erfolgreichen Ländern deutlich mehr Frauen erwerbstätig sind als in weniger erfolgreichen - die Beschäftigungsquote von Frauen betrage z. B. in den skandinavischen Ländern über 70 Prozent.

Für die Zukunft erwartet Popp verstärkte Auseinandersetzungen um den Wohlstand, vor allem dann, wenn sich der EU-weite Wettlauf um Steuersenkungen fortsetzt: Denn dadurch verringerten sich die Einnahmen für den Sozialstaat. Er rechnet zudem mit einer Verschiebung von Geld- zu Sachleistungen.(APA)

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