Wirtschaft will Zuwanderung mit Punktesystem regeln

25. August 2010, 23:29
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Alpbach - Die Wirtschaft will das Qualifikationsniveau der Zuwanderer, bei dem Österreich Schlusslicht innerhalb der OECD ist, heben. Dies könne mit einem neu zu schaffenden kriteriengeleiteten Zuwanderungsmodell gelingen, sagten Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl und Margit Kreuzhuber, Beauftragte für Migration und Integration der WKÖ, am Mittwoch bei den Alpbacher Reformgesprächen.

Die WKÖ hat deshalb gemeinsam mit der Industriellenvereinigung und der internationalen Organisation für Migration ein detailliertes Modell ausgearbeitet, das die Bundesregierung bei der Umsetzung der Rot-Weiß-Rot-Card sofort heranziehen könne. Kernstück des neuen Zuwanderungsmodells ist ein flexibles, auf den Bedarf auf dem heimischen Arbeitsmarkt ausgerichtetes Punktesystem, das die Arbeitsmigration nach Österreich nach objektiven Kriterien regelt.

Deutsch kein Muss

"Damit wird ein hohes Maß an Transparenz sowohl für potenzielle Zuwanderer als auch für die Betriebe und die in Österreich lebende Bevölkerung geschaffen" , sagte Leitl: "So lassen sich schon im Vorfeld Vorurteile und Ängste vermeiden, weil klar kommuniziert wird, welche Voraussetzungen von Zuwanderern erwartet werden." Österreich-Anwärter müssen dem Modell zufolge von 100 möglichen Punkten mindestens 71 erreichen. Für Deutschkenntnisse werden allein 20 vergeben.Wer kein Deutsch kann, muss bei anderen Kriterien wie Ausbildung, Berufserfahrung und Alter Spitzenwerte liefern. (red/DER STANDARD, Printausgabe, 26.8.2010)

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