Amazon verliert Exklusivrechte an prominenten E-Books

25. August 2010, 21:41
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Bewegung im Markt: Random House machte Druck - Bayern präsentierte "Famous Books"-App

New York / München - Rückschlag für Amazon im Kampf um die Vormachtstellung bei elektronischen Büchern: Nach einem Bericht des "Wall Street Journal" vom Mittwoch hat der weltgrößte Onlinehändler die Rechte an 20 bedeutenden Werken von US-Autoren verloren, die er eigentlich schon sicher glaubte - darunter Bücher von John Updike und Ralph Ellison.

Laut der Zeitung hat der US-Verlag Random House, der zum Bielefelder Medienkonzern Bertelsmann gehört, massiven Druck auf die Autoren und ihre Agenten ausgeübt. Random House verlegt 13 der Werke auf Papier und will demnach auch die elektronischen Versionen dem gesamten Buchhandel anbieten. Die Beteiligten wollten keinen Kommentar abgeben.

Die Exklusivrechte hätten den Onlinehändler Amazon, der mit seinem Lesegerät Kindle die E-Book-Szene zur Zeit dominiert, noch mächtiger werden lassen. M. Große Konkurrenten sind die US-Buchhandelskette Barnes & Noble mit ihrem Lesegerät nook und Apple mit seinem Tablet-Computer iPad.

"Famous Books"-App

Dem Trend zur digitalen Mobilität hat sich auch die Bayerische Staatsbibliothek in München angeschlossen: Seit Anfang Juli seien insgesamt 52 wertvolle Handschriften und Drucke online für Apples iPad und iPhone verfügbar. Darunter seien die berühmte Gutenberg-Bibel sowie Wolfram von Eschenbachs "Parzival", das "Nibelungenlied" oder das "Evangeliar aus dem Bamberger Dom", teilte Generaldirektor Rolf Griebel am Mittwoch mit.

Die Anwendung "Famous books - Treasures of the Bavarian State Library" der Staatsbibliothek kann kostenlos im App-Store heruntergeladen werden, lässt sich intuitiv bedienen und sei nicht nur für ein Fachpublikum gedacht, sagte der stellvertretende Generaldirektor, Klaus Ceynowa. Die Applikation solle aber keinesfalls exklusiv für Apple-Nutzer zugänglich sein, bestätigte Ceynowa. Bereits jetzt sei geplant, die "Famous Books" für die nächste Generation der Tablet-PCs mit Windows Mobile Betriebssystemen umzuprogrammieren. "Die Anwendung soll global funktionieren." Aus diesem Grund sind auch alle Beschreibungen und Funktionen auf Englisch.

Die Entwicklung der App habe knapp ein halbes Jahr gedauert, erklärte Markus Laymann, Geschäftsführer der Firma Bokowsky und Laymann: "Wir mussten überlegen, ob wir die Bilder aus dem Internet laden oder in die App integrieren". Am Ende habe man sich für die erste Variante entschieden. Der Nutzer merkt dies an den Ladezeiten - einige Sekunden dauert der Seitenaufbau selbst bei einer schnellen UMTS-Verbindung.

Bisher stieß das Programm bereits auf große Nachfrage. Schon zwei Wochen nach der Veröffentlichung belegte "Famous Books" Platz zwei der meistgenutzen Bücher-Apps. Aktuell finde es sich in den Top fünf. (APA/dpa)

 

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