Musikrundschau mit Nostalgiebrille

26. August 2010, 17:00
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Neue Alben von Best Coast, Los Lobos und den Klaxons

BEST COAST
Crazy For You
(Wichita/Universal)
Schon das Cover mit dem alten Postkartenmotiv macht klar, dass dieser Band der Blick durch die Nostalgiebrille vertraut ist. Best Coast von der Westcoast (Los Angeles) sind drei junge Damen, die so etwas wie die späte Antwort auf die Beach Boys des anderen Geschlechts sind. Melodieseliger Gitarren-Pop über das Küssen, die Boyfriends, die Liebe und das dadurch ausgelöste Verrücktwerden. Jingle-Jangle, Schmetterlinge im Bauch. Nett, harmlos, der perfekte Sound für den Spätsommer.

LOS LOBOS
Tin Can Trust
(Proper Records)
Ebenfalls aus Los Angeles, aber aus dem hispanisch geprägten East L. A. kommen die Wölfe: Los Lobos. Seit einer halben Ewigkeit produzieren sie einen von mexikanischer Folklore durchwirkten Rootsrock. Dieser schnupft (auch immer schon) souverän Zutaten aus dem Rhythm 'n' Blues und vermengt ihn zu einem atmosphärereichen Sound, der seinesgleichen sucht und bestenfalls in den Eigen- oder Fremdarbeiten von Joe Henry findet. Man höre hier nur das so virile wie gut abgehangene On Main Street. Tin Can Trust ist nichts Neues, lediglich die Fortsetzung eines höchst zufriedenstellenden Dauerzustands. Eine Band wie ein Berg.

KLAXONS
Surfing The Void
(Universal)
Den britischen Klaxons wurde bei ihrem Auftauchen das Etikett New Rave angedichtet. Kann man vergessen. Surfing The Void besticht mit psychedelisch durchzogenem Rock und dem Talent zu eingängigen Melodien, die oft mit allerlei Geräuschen verstellt werden, weswegen ihnen das Prädikat "progressiv" verliehen wurde. Stellenweise zu bemüht, meistens bekömmlich. (flu / DER STANDARD, Printausgabe, 27.8.2010)

 

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