Zuchterfolg macht Hoffnung für Thunfisch-Bestände

25. August 2010, 19:42
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EU-Forscher gewinnen fruchtbare Thunfischeier ohne zusätzliche Hormongabe - wichtiger Schritt zur Zucht

Brüssel - Für den seit Jahren vom Aussterben bedrohten Blauflossen-Thunfisch (Thunnus thynnus), paradoxerweise auch als Roter Thun bekannt, ist vielleicht Rettung in Sicht. Möglich würde dies dadurch, indem Zuchttiere gewissermaßen für wildlebende Exemplare in die Bresche springen - denn trotz geringer und weiter sinkender Bestände ist der Blauflossen-Thunfisch ein beliebter Speisefisch. Und das wird er - nicht nur in der Sushi-Küche - wohl auch bleiben.

Die Internationale Schutzkommission für den Thunfisch im Atlantik (ICCAT) war im November des vergangenen Jahres damit gescheitert, sich auf ein rigoroses Fangverbot zu verständigen. Die Fangquote für 2010 liegt bei 13.500 Tonnen. Die Umweltschutzorganisation WWF hatte immer wieder davor gewarnt, dass der Blauflossen-Thunfisch bald ausgestorben sein könnte, wenn sich nichts ändere.

Zuchterfolg

Doch nun kommt eine Erfolgsmeldung, die Hoffnung macht, kulinarische und ökologische Interessen künftig vereinbaren zu können: In einem europäischen Forschungsprojekt seien große Mengen fruchtbarer Thunfischeier ohne zusätzliche Hormongabe gewonnen worden, teilte die EU-Kommission am Mittwoch in Brüssel mit. Das natürliche Laichen in Gefangenschaft sei ein wichtiger Schritt zur kommerziellen Thunfischzucht.

Die Forscher des EU-geförderten Selfdott-Projekts halten seit mehr als drei Jahren Blauflossen-Thunfische in einer Aquakultur im spanischen El Gorguel bei Cartagena. Bisher hatten sie dort nur nach künstlichen Hormongaben fruchtbare Fischeier gesammelt. Nun sei es gelungen, ohne zusätzliche Hormone mehr als zehn Millionen Eier an einem einzigen Tag zu gewinnen. Das Selfdott-Team wird nach EU-Angaben nun die Entwicklung der Eier untersuchen und hofft, Überlebenschancen und Wachstum der Jungfische verbessern zu können. Zuvor hatten die Forscher bereits erfolgreich den Thunfisch-Verwandten Bonito über einen kompletten Lebenszyklus vermehrt. (APA/red)

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