Vier Extra-"Blut-Zapfstellen"

25. August 2010, 18:45
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Facebook-Blutspendeaktion gegen FP-Plakat - Spender stehen vor Blutspendezentrale Schlange

Wien - Sarah Wassermair strahlte. Denn in der Wiener Blutspendezentrale standen Mittwochvormittag die Spender Schlange - obwohl das Rote Kreuz vier Zusatz-Blut-Zapfstellen eingerichtet hatte: Die Drehbuchstudentin hatte - der Standard berichtete - via Facebook aufgerufen, gegen die "Wiener Blut" -Plakate der FPÖper Blutspende zu protestieren.

"Mein Wiener Blut für einen Fremden", lautete das Motto - und die Tochter eines Arztes aus Oberösterreich verknüpfte Symbolik mit Wirkung: "Ich weiß, dass gerade zu Ferienende Blutkonserven oft rar sind."

Das Rote Kreuz sei politisch neutral, betonte Sprecherin Maria Kral. Der Ansturm freue sie aber: An Durchschnittstagen kämen 120 Spender - am Mittwoch waren es mehr als doppelt so viele.

Schon am Dienstag hatten übrigens SP-Kandidaten mit Migrationshintergrund "politisch" Blut gespendet: 20 Personen (plus Presse) kamen - fünf ließen abzapfen. Dass die SPÖ sich just angekündigt hatte, als Wassermairs Idee Kreise zu ziehen begann, nannte Letztere schmunzelnd "Zufall. Ganz, ganz sicher."

Auch die "migrantischen" Grünen-Kandidaten protestierten am Mittwoch gegen das FP-Blut-Plakat - und verhüllten eines. (Thomas Rottenberg, DER STANDARD, Printausgabe, 26.8.2010)

  • Sarah Wassermair (Bild) bat zum Aderlass gegen 
"Plakatblödheit". Unter anderen kamen TV-KommissarinLilian Klebow und 
Schauspielerin Nina Blum.
    foto: thomas rottenberg
    Foto: Thomas Rottenberg

    Sarah Wassermair (Bild) bat zum Aderlass gegen "Plakatblödheit". Unter anderen kamen TV-KommissarinLilian Klebow und Schauspielerin Nina Blum.

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