Vorwahlen der Republikaner

Nur ein Teilerfolg für die Tea Party

25. August 2010, 19:09

Senator John McCain konnte sich gegen die erzkonservative Tea Party behaupten - in Alaska siegte aber deren Favorit

John McCain kann Luft holen. Der Aufstand der Hinterbänkler ist abgewehrt. In Arizona schicken ihn die Republikaner bei der Kongresswahl im Herbst ins Rennen, sodass er seinen Sitz im US-Senat verteidigen kann.

Nach einem harten Vorwahlduell, bei dem die politische Zukunft des konservativen Widersachers Barack Obamas am seidenen Faden zu hängen schien, konnte McCain am Ende frohlocken. Klarer als erwartet behielt er die Oberhand über einen Rivalen, der auf der Tea-Party-Welle zu schwimmen versuchte. McCain kam auf 56 Prozent der Stimmen. Sein Konkurrent John David Hayworth, ein Radiomoderator mit simplen rechten Parolen, erzielte 32 Prozent, während der Rest auf den krassen Außenseiter Jim Deakin entfiel.

Zumindest im Südwesten der USA ist der Höhenflug der Tea Party damit vorläufig gestoppt. Nach dem Wahlsieg Obamas als spontane Bewegung enttäuschter vorgeblicher Steuerrebellen entstanden, nutzten die Populisten die trübe Stimmung der Wirtschaftskrise, um zum "Marsch durch die Institutionen" zu blasen. Hohe Arbeitslosenzahlen, Rekorddefizite und ein diffuses Gefühl der Ratlosigkeit im Wettbewerb mit dem aufstrebenden China lassen Amtsinhaber derzeit generell schlecht aussehen, oft unabhängig vom Parteibuch.

Wer die Etablierten als furchtloser Außenseiter attackiert, hat oft gute Karten. Von dieser Großwetterlage wollte Hayworth profitieren, indem er sich den Segen der Tea Party holte. Am Ende nahmen ihm die Wähler den Wandel nicht ab: Der Mann saß selbst zwölf Jahre im Kongress in Washington, zu lange, um die Rolle des Aufständischen glaubwürdig spielen zu können.

Wandelbarer McCain

McCain allerdings musste sich opportunistisch verbiegen, um seinen Herausforderer in die Schranken zu weisen. Eine Fallstudie, an der sich ablesen lässt, welchen Rechtsruck die Tea Party auslöst, auch wenn sie ihre Wunschkandidaten nicht durchsetzen kann.

Um Hayworth abzuwehren, wechselte McCain bei der hitzigen Debatte um illegale Einwanderer ins Lager der Hardliner. Flankiert von einem Sheriff, ließ er sich für die Wahlwerbung am Grenzzaun filmen, der Arizona von Mexiko trennt. "Vollenden wir den verdammten Zaun", pflichtete McCain dem Ordnungshüter bei.

Noch vor fünf Jahren, als die Wirtschaft boomte und billige Arbeitskräfte aus Lateinamerika willkommen waren, hatte er sich gegen den Bau neuer Grenzbarrieren gestellt und stattdessen einer wohlregulierten Einwanderung das Wort geredet; er galt als Moderater. Nun verspottet ihn die Führung der Demokraten gar als einen Erzkonservativen "in der Schale eines Politikers, der einmal John McCain war".

In Alaska wiederum sieht es so aus, als habe die Tea Party das Establishment tatsächlich erschüttert. Nach vorläufigen Ergebnissen liegt Lisa Murkowski, seit acht Jahren Senatorin, Kopf an Kopf mit Joe Miller, einem Anwalt, der sich als "Alaskas wahrer Konservativer" präsentiert. Miller lehnt Gesundheitsreform, Bankenrettungs- und Konjunkturpakete als Verfassungsverstöße ab und will die Rechte der Bundesregierung auf ein Minimum beschneiden. Eine Familienfehde brachte zusätzliche Würze: Die rechte Ikone Sarah Palin legte sich für Miller ins Zeug, um den Murkowskis eins auszuwischen.

2006 hatte Palin den Vater der Senatorin, Frank Murkowski, aus dem Gouverneursamt Alaskas gedrängt. Dieser hatte seiner Tochter zuvor sein Senatsmandat vermacht. Palin profilierte sich im Duell mit der Politiker-Sippe.

Palins Blick gilt nun der Präsidentschaftswahl 2012. Als Königsmacherin, mit einer starken Hausmacht an Tea Party-Aktivisten im Rücken, will sie zumindest als Strippenzieherin agieren. (Frank Herrmann aus Washington/DER STANDARD, Printausgabe, 26.8.2010)

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Posting 1 bis 25 von 26
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renato illuminato
31
26.8.2010, 11:43
in alaska sind die leute so gebildet

wie der schnee der dort fällt. ein stein könne dort gouverneur werden und die tea party ist auch die einzige party die es dort geben dürfte....

Ozean der Weisheit
 
02
26.8.2010, 14:37

Sie verwechseln da was. Das was Sie beschreiben, heisst nicht "Alaska", sondern "Österreich".

powerpack
30
26.8.2010, 10:37
gefährliche entwicklung

die zustände in den usa sind inzwischen wirklich besorgniserregend. wenn man sich die debatten um den moscheebau in nyc, den jüngsten angriff auf einen taxifahrer, die schier unglaubliche propaganda von fox news, teaparty und republikanern anschaut, dann wird's einem wirklich ganz anders.

dagegen sind die plakate der fpö ja geradezu kindergarten.

und welche weltweiten auswirkungen eine derartige radikalisierung der (noch)-supermacht usa hat, kann sich wohl jeder ausmalen.

es mag zynisch klingen, aber mit der wahl von obama hat das ganze eine noch schlimmere dimension bekommen-wurde übrigens damals schon von einigen experten vorausgesehen.

Walter KURTZ
 
00
27.8.2010, 13:13

"den jüngsten angriff auf einen taxifahrer" - der Täter ist ein Filmstudent, der für eine linke Organisation arbeitet, die den Moscheenbau organisiert, unlängst war er offenbar in Afghanistan, um eine Doku zu drehen.

Walter KURTZ
 
00
27.8.2010, 15:13

"die den Moscheenbau organisiert"

Sorry, natürlich "die den Moscheebau unterstützt"...

Dr. Schland
00
26.8.2010, 14:58

Würde ich nicht so hochspielen. Die politische Kultur ist da drüben schon immer etwas anders ausgefallen als bei uns. Zudem gab es bereits Bewegungen (Independent Party etc.) die von Krisen profitiert haben und dann wieder zerkrümelt sind. Die Mehrheit der Amis hat einen relativ liberalen Vertreter einer Minderheit zum Staatsoberhaupt gewählt, ein Vorgang den ich z.b. in Deutschland für unwahrscheinlich halte. Kanzler Türkimaz? Kanzlerin Vasquèz? Wohl kaum. Wenn die Tea Party also selbst bei den internen Vorwahlen der Reps verliert, oder sich ihre Leute nur "Kopf-an-Kopf"-Rennen liefern, haben die in etwa so viel Einfluß wie die Linke in BRD. Also eigentlich nicht wirklich viel. Das geht alles eher in Richtung Warnschuß/Zwergenaufstand.

HookMind
22
26.8.2010, 08:06
Palin

Was besseres asl die Palin kann den Demokraten gar nicht passieren!
Weiss Sie mittlerweile wo rechts und links ist?

Magic Wand
 
00
26.8.2010, 13:10
Ich wollte Ihnen jetzt schon zustimmen,

aber dann ist mir eingefallen, dass ich 2000 dasselbe über Bush jun. gesagt habe ...

Nathaniel Winerib
05
26.8.2010, 11:31

Die Republikaner werden einen eher moderaten Gegner ins Rennen schicken. Die rechten Stimmen sind ihnen bei Obama als Gegner ohnehin gewiss. Also müssen sie versuchen, moderate Wähler zu gewinnen. Dafür sind Kandidaten wie Palin und Huckabee denkbar ungeeignet (gefallen würde des lediglich der Linken Europas, da sie so ihre Republikaner-Kllischees bestätigt bekäme).

Stefanxy
00
26.8.2010, 14:57
Medianwählermodell

Verlassen Sie sich nicht auf das Medianwählermodell.

powerpack
11
26.8.2010, 10:38

vergessen sie nicht: diese ultrarechten haben ein ganzen mediennetzwerk von fox bis clear channel-radio hinter sich mit dem sie ihren meinungen unters volk bringen können.

nevermindme
02
26.8.2010, 09:41
das hätte man auch damals bei g.w. bush gedacht..

IanG
00
26.8.2010, 10:19

naja aber bush mußte nicht gegen einen bestehenden präsidenten gewinnen ....

Ludovico Settembrini
14
26.8.2010, 03:10
schade!

je mehr verrueckte teabagger im senat sitzen, desto bizzarer und extremistischer werden die republikaner als partei insgesamt.

das bedeutet fuer obama, dass er sich auch mit gemaessigteren ansagen positionieren kann...und je gemaessigter er sich postitioniert, desto mehr waehler der mitte nimmt er nimmt.

und genau in der mittelschicht hat obama derzeit eher wenig support...

die wiederwahl wird ein klacks!!!

Stefanxy
00
26.8.2010, 14:40
Republicaner

Die Tea Party Bewegung ist zu (nahezu) allen gesellschaftspolitischen Themen weniger Radikal eingestellt als die Neokonservativen, die bisher das Sagen bei den Republikanern haben.

Aber Sie kennen wahrscheinlich nicht mal den Unterschied zwischen Tea Party und Neocons.

Ludovico Settembrini
00
27.8.2010, 01:28

jaja...ein mit daemlichen unterstellungen kommen, wenn die argumente ausgehen...

den republikanern faellt (zum schaden des landes) ausser nein-sagen nichts ein!

Stefanxy
168
26.8.2010, 00:09
Tea Party - Erzkonservativ

Die Tea Party Bewegung ist nicht Erzkonservativ.
Sie treten vor allem gegen Konjunkturpakete, Bailouts, die Gesundheitsreform und höhere Steuern ein.

Einer der wichtigsten Vertreter ist Ron Paul, der ist nicht nur Mitglied der Republicaner sondern auch der Libertarian Party.

Die Tea Party Bewegung ist vor allem Libertär und nebenbei etwas konservativ.

systemfehler1
33
26.8.2010, 07:51
Erzkonservativ, reaktionär

und von Dummheit beseelt.

Lord Lurch
311
26.8.2010, 01:29
Stimmt! Die Tea Party ist nicht erzkonservativ ,

sondern rechtsradikal.

Andreas Schneider
212
26.8.2010, 00:32
ja genau

die tea party ist libertär und chuck norris ein kommunistisches weichei.

Dimple
00
26.8.2010, 14:41
Wenn er will

kann Chuck auch ein kommunistisches Weichei sein!

lg
Dimple

Buffalo Bill
05
26.8.2010, 00:22

libertär? wohl nur in der wirtschaftspolitik. fragen sie mal nach deren libertärer einstellung gegenüber atheismus, evolutionslehre, familienkonzepten oder homosexualität.

Dr. Schland
00
26.8.2010, 15:00

Na und? Die FDP nennt sich ja auch "Die Liberalen".

Gelsomina
02
26.8.2010, 04:12

Wen haben Sie denn gefragt? Markos Moulitsas oder ...

http://www.youtube.com/watch?v=IEo4JEaBSgo

Oder Tammy Bruce, Greg Gutfeld, Thomas Sowell?

Was die Tea Partier verbindet, ist die Wirtschaftspolitik. Abgesehen davon gilt leben und leben lassen. Dass sie so ziemlich den demografischen Mainstream vertreten, hat schon vor Monaten Gallup festgestellt.

Walter KURTZ
 
11
26.8.2010, 09:06

Die Mühe können Sie sich sparen. Die Demokraten, MSM und die Zombies in Europa, die ihnen jeden Schmarrn abkaufen, werden das Phänomen Tea Party nie verstehen können...

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