EU-Außendienst

Osteuropa schaut bei EU-Außendienst durch die Finger

25. August 2010, 18:41

Ashtons Pläne: Kaum Vertreter aus Osteuropa, die meisten Diplomaten aus den großen westeuropäischen Staaten, wenig Frauen

Paris/Brüssel - Die Sache läuft unter "streng geheim": Erst im September werde EU-Außenministerin Catherine Ashton ihr Personalpaket für die Besetzung von deutlich mehr als hundert Botschafterposten in der Welt und von rund 1900 Diplomaten des neuen Europäischen Auswärtigen Dienstes (EAD) bekanntgeben, hieß es am Mittwoch in Brüssel. Ansonsten kein Kommentar. Die Institutionen der Union sind nach wie vor tief in der Sommerpause.

Die Verschwiegenheit könnte gute Gründe haben: Geht es nach verlässlichen Quellen, so sind die Würfel darüber im August bereits gefallen - und Ashton muss bald mit einem Sturm der Entrüstung rechnen. Der in den Schubladen liegende fertige Vorschlag sieht offenbar eine extreme Benachteiligung der neuen EU-Länder im Osten vor. Zusätzliche würden Frauen kaum berücksichtigt: Nicht einmal zehn Prozent der Jobs würden weiblich besetzt.

Nur 36 Polen

Wie das Polnische Institut für Internationale Beziehungen (PISM) vermeldet, sind unter 1900 EU-Diplomaten nur 36 Polen vorgesehen, weniger als zwei Prozent für das Land mit mehr als 40 Millionen Einwohner, das im Verhältnis weit mehr als hundert erwarten könnte. Entsprechend empört zeigt man sich in Warschau.

Noch ärger wäre das Bild laut PISM, wenn man prüfe, wie die Osteuropäer bei den Botschaftern berücksichtigt werden, ginge es nach Ashton: Nur zwei (!) von 115 EU-Botschaftern kämen aus dem Osten - ein Ungar in Norwegen und ein Litauer in Afghanistan. Den Löwenanteil bei den EU-Botschaftern entfiele auf elf Staaten, insbesondere auf Frankreich, Deutschland, Belgien und Italien. Botschafter in Russland soll ein Spanier werden. Daneben würden sich die 15 "alten" EU-Staaten mehr als 90 Prozent der 1900 Diplomatenposten des gesamten EAD untereinander aufteilen.

Wie vom STANDARD berichtet, wird auch Ashtons Führungsteam vor allem an die großen Länder aufgeteilt: Generaldirektor soll der Franzose Viemont werden, er bekäme zwei Stellvertreter, eine Deutsche und einen Polen. Ashton kommt aus Großbritannien wie die Mehrzahl ihrer Top-Führungskräfte in den Sektionen.

Abstimmung im September

Um eine neuerliche und frühzeitige Aufregung um die von Anfang an umstrittene "Hohe Vertreterin" der gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik zu vermeiden, scheint man in der Ashton-Behörde nun bemüht, zumindest Zeit zu gewinnen. Denn Anfang September wird das Europäische Parlament in Straßburg zusammentreten, um über Ashtons Personalvorschläge wie auch über das Budget für den EAD zu beraten. Im Juli hatte das Plenum der neuen Struktur des Dienstes nur unter Budgetvorbehalt mit großer Mehrheit zugestimmt.

Die EU-Außenministerin musste versprechen, die Geschlechterparität und "geografische Ausgewogenheit" zwischen EU-Staaten zu beachten. Zudem drängten kleinere Länder darauf, ausreichend berücksichtigt zu werden, sodass nicht nur die "Großmächte" Frankreich und Großbritannien zum Zug kommen. Österreichs EU-Botschafter Hans Dietmar Schweisgut hat Chancen auf den Posten in Tokio oder sogar Peking.

Ist der Entwurf Ashtons ernst gemeint, könnte es in Straßburg, wie schon bei Ashtons Erstvorschlag für die neue EAD-Struktur im Mai, wieder zu einer Blockade kommen. Starten soll der EAD Anfang 2011. (Thomas Mayer DER STANDARD, Printausgabe, 26.8.2010)

Wissen

Diplomaten im Dienst von Brüssel

Der Europäische Auswärtige Dienst (EAD) wurde durch den Vertrag von Lissabon initiiert und hat in Zukunft die Aufgabe, die EU-Institutionen diplomatisch zu vertreten. Ziel ist es, die Außenpolitik der einzelnen Mitgliedstaaten künftig besser abzustimmen und gemeinsam nach außen zu kommunizieren, etwa in Menschenrechtsfragen.

Das Personal dafür soll aus der EU-Kommission, dem Sekretariat des Rates der EU und den diplomatischen Diensten der Mitgliedsstaaten rekrutiert werden. Der EAD wird die bestehenden EU-Delegationen ersetzen.

Der Dienst wird der Hohen Vertreterin der EU unterstellt sein, wie EU-Außenministerin Catherine Ashton offiziell genannt wird. Er soll es ihr erleichtern, selbstständig nach außen aufzutreten. (red)

Kommentar posten
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emanze c
00
16.9.2010, 13:53

" Nur zwei (!) von 115 EU-Botschaftern kämen aus dem Osten - ein Ungar in Norwegen und ein Litauer in Afghanistan. "

Und letzteren Posten kann man wohl kaum als Triumph bezeichnen (ist wohl eine der Nominierungen die einem Abwesenden angedreht wird..). Also eine "Real"-Botschaft für ganz Osteuropa.

Alfoz Herold
13
26.8.2010, 16:50
no problem

For me (czech) there is no more west-europe. When i travel around I see only Londonistan, New Turkey and Francarabia. So called west Europeans will be glad to have eastern countries to emigrate to when they will become islamic califates (sooner or later). Dutch for example already emigrate and buy lands in Czech republic. Times are changing. EUrabia is not where I want to live.

Karl Heiden
00
26.8.2010, 19:21
Die Österreicher kauften bisher Land in Ungarn,

aber das will die neue Regierung jetzt unterbinden. Ähnlich wird es den Niederländern in Tschechien ergehen.

DreadCat
00
26.8.2010, 18:25
We won't miss you... :o)

Alfoz Herold
11
26.8.2010, 20:55
lol

I do not miss you as well. I did not even write about missing anybody. Moreover - central and eastern europe together with maybe US and Canada will be the only safe place in future...... as i wrote I feel like in Turkey in Germany or Austria more and more.... the most used names in W.E. are Ahmad, Mohammad etc. In 20 years you will be glad to have normal european countries to escape to.....from islamic homelands. Believe me.

Superserbe
10
26.8.2010, 16:05
na jetzt hat die eu endlich die eine britische pudelstimme mit der

sie zu reden hat ...

das forderten doch jahrzehntelang die eu-neurotiker und bundesland-freaks der veröffentlichten meinung ...

wo ist das problem ??? das die lokalen quislinge wie in polen ein wenig empörung vorspielen ???

mfg

jacques chirac
00
26.8.2010, 14:40
Wow

Die schaut eigentlich eh ganz gut aus

Der Mann mit der Maske
00
15.9.2010, 09:50
wohl auf einem LSD Tripp

Karl Heiden
00
26.8.2010, 14:52
Chirac hatte immer schon seltsame Vorlieben:

Als Lieblingsspeise z.B. Hirn mit Ei!

macsime
40
26.8.2010, 12:17
2 gründe

gegen osteuropa und frauen

osteuropa weiß um ihre prosowjetische vergangenheit
andere frauen könnten europa optisch besser vertreten

kotek
00
17.9.2010, 09:33
3 Gründe, warum ich auf Ihre Meinung nichts gebe.

1. Ihr Untergriff auf Ashtons Aussehen ist na ja.
2. Die baltischen, mitteleuropäischen und die EU-Mitglieder auf dem Balkan wurden während des WK2 von der Sowjetunion besetzt und blieben es bis 1989. Wenn Sie Ländern wie Ungarn oder der Tschechoslowakei, wo nach Befreiungsversuchen vom sowjetischen Diktat sofort Panzer einrollten, oder Polen, wo ebensolches nur durch Verhängung des Kriegsrechts verhindert werden konnte, Prosowjetismus unterstellen, entlarven Sie Ihre Unwissenheit. Schauen Sie sich an, wer von Ihren prosowjetischen Kandidaten jetzt bei der Nato ist.
3. Europa ist im Deutschen Neutrum.

die_eidechse
 
00
26.8.2010, 12:09
aufnahmestopp für franzosen in der EU! es ist viel zu frankophon

sixela
21
26.8.2010, 11:28
Es gibt keine EU-Außenministerin

Auch wenn EU-Integrationisten das herbeischreiben wollen.

Es gibt nur die Position des Hohen Vertreters der EU für Außen- und Sicherheitspolitik. Es wurde ganz bewusst nicht der Titel Aussenminister vergeben.

macsime
02
26.8.2010, 12:16
augenauswischerei

soizkommaguat
00
26.8.2010, 10:55

pfui teifö!

El Hierro
96
26.8.2010, 09:55
das ist gut,

denn die Regierungen der neues Mitgliedsländern sind tw ohehin viel zu US-lastig (PL, CZ, RO, Baltikum, ...), das ist in der EU-Diplomatie kontraproduktiv!

LKHK
00
29.8.2010, 19:52

If you bother to look at previous political activities of Comrade/Baroness Aston in KGB-funded CND, it makes only sense that she would choose people more to her liking and political leaning. Would not be surprised if the diplomat roster was sent for approval to Moscow...

Warentester
00
26.8.2010, 14:44

Ja, was für ein Glück das die Britin Ashton jede Menge Positionen mit Briten zugemüllt hat. Weil GB ist ja zum Glück überhaupt nicht US-lastig... Also so ganz kann ich Ihrer Argumentation nicht folgen.

standardabweichung
014
26.8.2010, 09:55

es hatten sich eben wenige diplomatinnen gefunden neben denen die chefin gut aussieht

Markus1975
00
26.8.2010, 09:46
Achtung

Jeder muss sparen .... und deshalb gibts dann in Zukunft nur so wenig Botschafter ... sind wir doch froh, dass uns die EU beim Sparen hilft.... könnte auch noch schlimmer kommen.

olive.info
00
26.8.2010, 09:45
Osteuropa schaut bei EU-Außendienst durch die Finger?

Und das drückt sie auch mit dem Blick in ihrerm Bild aus, die "EU-Außenministerin Ashton"!

Schon allein durch "diesen Auftritt" wird sie sich Gehör verschaffen!

#joshi#
01
26.8.2010, 09:39

ich bin glühender europäer und bekomme allein beim gedanken an ein vereintes europa eine gänsehaut. aber wenn das so weitergeht wird es so enden wie mit der österreichischen innenpolitik, ich werde resignieren und bei wahlen nur noch weiß wählen.

cochon
03
26.8.2010, 08:54

Wer ist die Dame auf dem Foto, die Miss EU?

MondXicht
01
26.8.2010, 10:50

Sie kommt vom Casting für Leute deren Charisma mit "Büro" assoziiert wird. Sie hat gewonnen.

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