Tirol Milch für Zusammen­schluss mit Berglandmilch

25. August 2010, 19:23

Innsbruck - Der Vorstand der Tirol Milch hat sich nach einer Vorstandssitzung am Mittwoch eindeutig für einen Zusammenschluss mit der oberösterreichischen Berglandmilch ausgesprochen. Er folgte damit den Empfehlungen von Milchwirtschafts-Experten, die einhellig der Meinung waren, dass ein gemeinsamer Weg mit den Oberösterreichern der "sicherere" und "einfachere" wäre.

Stefan Lindner, interimistischer Obmann der Tirol Milch, sprach von einem "guten Weg für die Tiroler Milchbauern" und sicherte zu, dass auch in Zukunft wo Tirol Milch drauf steht Tirol Milch drin sein soll. Würde die Tirol Milch selbstständig bleiben, sei damit ein sehr großes Risiko verbunden, meinte Hannes Weindlmaier von der TU München, gleichzeitig betonte er aber auch, dass die Tirol Milch deshalb noch lange kein Übernahmefall sei. Den größten Vorteil sieht Weindlmaier darin, dass die Milchbauern sofort vom höheren Milchpreis profitieren würden.

Kernproblem hoher Versandmilchanteil

Milchwirtschafts-Experte Hannes Weindlmaier von der TU Wien stuft den hohen Anteil der Versandmilch bei der Tirol Milch als eines der Kernprobleme ein. Diese sei hohen preislichen Schwankungen unterworfen. Außerdem bezeichnete er die große Vielfalt von Produkten, die die Tirol Milch im Sortiment habe, als "kostenmäßig nicht unbeding günstig". Auch "Managementfehler" hätten dazu geführt, dass das Unternehmen in den vergangenen Jahren im Wettbewerb stark zurückgefallen sei.

Vor allem in der Innovationskraft der Berglandmilch sieht Weindlmaier eine große Chance für die Tirol Milch. Die Berglandmilch verfüge über ein eigenes Innovationszentrum und sei seiner Meinung nach was Innovation angehe Marktführer in Österreich. "Wachstum ist eigentlich nur durch innovative Produkte möglich", meinte der Experte. Johann Dirndorfer von der Gesellschaft für Kostenrechnung und Controlling war der Ansicht, dass die Tirol Milch, sollte sie eigenständig bleiben, zwei bis drei Jahre brauchen würde um die positiven Effekte, die bei einer "Einbringung" in die Berglandmilch sofort zu erzielen wären, benötigen würde.

Segen der Eigentümer noch ausständig

Der Beschluss des Vorstandes, in Zukunft einen gemeinsamen Weg mit der Berglandmilch einzuschlagen, braucht jetzt noch den Segen der Eigentümer, den Milchbauern. Eine außerordentliche Generalversammlung soll noch im September statt finden. Damit die Milch-Ehe endgültig grünes Licht bekommt, müssten zwei Drittel der rund 160 Delegierten zustimmen. Im Anschluss an die Vorstandssitzung wurden am Mittwoch auch die Delegierten über die Entscheidung informiert. Es gab durchaus kritische Stimmen, sagte Stefan Lindner, interimistischer Obmann der Tirol Milch. Bei den Bauern sei ein intensiver Diskussionsprozess im Gang. Einige hängen offenbar sehr an der Vorstellung, dass die Tirol Milch weiterhin einen eigenständigen Weg gehen könnte.

Linder verwies darauf, dass die Entscheidung letztendlich bei den Bauern selbst liege. Er stellte allerdings klar, dass sowohl bei einer "Stand-alone-Lösung" als auch bei einem Zusammenschluss mit der Berglandmilch Restrukturierungsmaßnahmen, die auch zu Einschnitten beim Personal führen werden, notwendig sind. Darüber hinaus müssen unrentabel Produkte aus dem Sortiment genommen werden und der Anteil der Versandmilch reduziert werden, erklärte Lindner. Eine Tirol Milch Produktions- und Vertriebsgesellschaft mit Standort in Wörgl soll es aber weiterhin geben. Nicht garantieren könne er allerdings dafür, dass auch in Lienz künftig noch produziert werde. (APA)

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12 Postings
heinz feichtinger
00
27.8.2010, 23:58
Tirol-Milch ist eine Genossenschaft wie die Raiffeisen-Banken auch

"Liebe Genossen Bauern / Bäurinnen. Sie haben in diesen Genossenschaften gar kein Stimmrecht sondern nur ein Scheinstimmrecht !"
Noch nie was von Stalinismus gehört ? Also der demokratische Zentralismus ist der beste Garant für die Macht und Weisheit der Zentrale und das "demokratisch" ist für die Katz !
Als "Scheineigentümer" sollten Sie sich zurückhalten -sonst werden Ihre Kredite sofort fällig gestellt !

santiago nasar
00
26.8.2010, 11:55
es kommt darauf an,

was drauf steht (v. a. in welcher sprache).

BogumirOrjoltschaschtsch
 
00
26.8.2010, 11:01
Von den kausalen Ursachen steht da aber nicht!

Die im Solde der TirolMilch stehenden, die ihr Altenteil ohne durch Arbeit belastet zu sein parasitär genießen, würden bei Fusion mit der Bergland-Milch gewiss entlassen werden, da deren Anteil in Besitz von Raiffeisen etwas mehr als 30 % beträgt. Deshalb wollen einige immer noch die Fusion mit NÖM, Raiffeisenanteil rund 100 %, da sie dann weiter dem Müßiggang fröhnen könnten.
Dass Tirol drinnen ist wenn es drAUFSTEHT; stimmt seit Jahrzehnten nicht, weil im Sommer stets zuwenig Milch angeliefert wird und daher am Markt (Rumänien läßt grüßen!!!) zugekauft werden muss.
Der Hauptteil der Milch entstammt von Am. Brownswissrindern, das Futter muss zugekauft werden, lediglich Gras, Wasser und Sonne sind aus Tirol
Und die Betriebe sind zu klein!!!

Hatstone
01
26.8.2010, 10:23
Milchwirtschafts-Experte Hannes Weindlmaier - von wem wurde seine Expertise wohl finanziert?

Steigende Preise durch Zusammenschlüsse sind in den meisten Fällen nicht von lager Dauer. Man sehe sich als Beispiel nur die Milchpreise in Deutschland an, wo die Molkereien viel größer strukturiert sind als bei uns.
Um den geknechteten Bauern die Entscheidung (Segen der Eigentümer) etwas zu erleichtern, droht man mit der Schließung von Standorten.
Liebe Landwirte in Tirol, es geht hier überhaupt nicht um euch, es geht auch nicht um die Tirolmilch, sondern es geht einzig und allein um die Stärkung der Marktführerposition von Berglandmilch!
Ob die versprochenen höheren Milchpreise halten werden, wird sich zeigen.

molekühl
00
26.8.2010, 10:03

Es fehlt im Artikel der Hinweis, dass die Produktivität pro Mitarbeiter bei der Tirol-Milch um 20% geringer ist als bei Bergland-Milch. Also, falls sich schon mal jemand gewundert hat, wie "hohe Ladenpreise" und "unterdurchschnittlicher Erzeugerpreis" zusammengehen, kann er es sich jetzt wohl zusammenreimen.
Warum die Bauern jahrzentelang so blöd waren, diesem Verein die Treue zu halten, verstehe ich nicht. Provinz halt - hauptsache es steht "Tirol" drauf.

standardabweichung
00
26.8.2010, 09:51

deren produkte schmecken auch nicht besser als türkmilch

Death 'n' Roll
00
26.8.2010, 09:23
Is eh wurscht.

Tiröl Mülch Süt braucht keiner.
Zumindest nicht auf dieser Seite des Bosporus.

lemming0815
00
26.8.2010, 09:14

Hannes Weindlmaier von der TU München
Hannes Weindlmaier von der TU Wien

sind die verwandt mit einander?

Karl Heiden
00
25.8.2010, 23:46
Unter Bedachtnahme auf die internen Entscheidungsstrukturen

der "Tirol Milch" ist der Titel des Artikels irreführend. Das ist unseriös!

heinz feichtinger
00
25.8.2010, 20:14
Wer die auf den Almen und den Heuwiesen

verwechselt mit der Tieflandmilch und nicht unterscheiden kann zwischen Qualität und Quantität - hat ausgeschlossen zu sein - von Entscheidungen in der Genossenschaft der Tiroler Milchbauern. Die sind die wirklichenEigentümer der Tirol Milch und die werden entscheiden und diese Managerbande an die Frischluft setzen - dessen bin ich mir sicher ! Jahrelang wurden die Milchbauern in Tirol von den Führungsetagen der "Tirol Milch" als Hungervieh gehalten - wurde die Milch von denen in die dunklen Kanäle der Milch Mafia in Italien (Beispiel Galbani-Skandal) verschüttet - als "Versandmilch". Jetzt tut man die Tiroler für blöd verkaufen - sie können eben ihr Schicksal nicht selbst verwalten. Sie können gar nichts - aber wartet nur, balde balde....

molekühl
00
26.8.2010, 09:59

Erstens wird wohl auch in Tirol nicht 12 Monate im Jahr Alm-Milch produziert. Zweitens soll mir bitte jemand erklären, warum "Tieflandmilch" generell schlechter sein soll. Gras besser als Heu - ja. Alles besser als Silo - auch ja. Aber Berg besser als Tal - kindisch.

heinz feichtinger
00
25.8.2010, 20:06
Tirol-Milch adée.

Für die betriebsinternen Technokraten, die Manager der Tirol-Milch, die ja teilweise vom größten Gangstermilchkonzern Europas der Müller oder was Milch aus Deutschland eingesickert sind und die "hinzugezogenen" und als "wissenschaftlich" deklarierten Experten kein Problem zuerst mal die Einverleibung in die Berglandmilch. "Könnte ja noch sein, dass ein Betrieb, der frisch aufgebaut in Wörgl entstanden ist, im Vertrieb und der Produktion noch ein wenig weiter geführt wird." Der Schatz der tatsächlichen Alpenmilch wird im Milchsee der Großkonzerne untergehen. Von wegen regionalem Produkt - von wegen Identität - von wegen Heimat. Wer bezahlt eigentlich diese Manager, wer bestimmt eigentlich die Genossenschaft -die Eigentümer oder die Bonzen ?

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