Google reagiert auf "Piraterie-Anleitung" für Android-Apps

25. August 2010, 16:32
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Kopierschutz "noch sehr jung" – Entwickler kontert: "wollte nur auf Problem aufmerksam machen"

Vor wenigen Tagen hat Entwickler Justin Case eine Methode veröffentlicht, wie der neue Kopierschutzmechanismus des Android Markets umgangen werden kann. Mittlerweile hat Google eine Stellungnahme dazu abgegeben und den neue License Verification Library verteidigt. Case fühlt sich jedoch missverstanden, wie er in einer Antwort auf die Antwort anmerkt. Er habe keinesfalls eine Anleitung für Piraterie geben wollen, wie Tim Bray in seinem Eintrag im Android Developers Blog andeutet.

Nur Beispiel-Implementierung

Der Lizenz-Service sei noch sehr jung, aber ein signifikanter Schritt vorwärts, heißt es seitens Bray. Der Service biete die Infrastruktur, mit der Entwickler eigene Authentifizierungen für ihre Apps schreiben können. Die erste Version sei mit der "simpelsten, denkbar transparentesten Beispiel-Implementation" geliefert worden. Sie sei eher zum Verständnis und zur Modifizierung gedacht gewesen. Entwickler, die auf diese Beispiel-Implementierung zurückgreifen, würden ihre Apps einfacher angreifbar machen. Zudem gebe es schlicht keinen hundertprozentigen Schutz vor Piraterie auf einem System, das Drittanbieter-Apps zulasse. Sofern Entwickler Googles neuen Kopierschutz korrekt implementieren und für ihre Apps anpassen, würde man die Piraterie deutlich schwieriger und kostspieliger machen.

"Keine Anleitung"

Entwickler Case stimmt mit diesen Ausführungen zum Großteil überein. "Die License Verification Library ist ein guter Start ... Kopierschutz ist und sollte in der Verantwortung des Entwicklers liegen. Google hat uns ein großartiges Tool gegeben, eine gründliche Dokumentation geboten, und das Projekt auch als Open Source veröffentlicht", so Case. Sein Artikel sei aber keine Piraterie-Anleitung, wie es Bray in seinem Blog schreibt. Er habe nur die Aufmerksamkeit anderer Entwickler auf dieses Thema lenken wollen. Der "durchschnittliche Pirat" wisse vermutlich gar nicht, wie man die Apps so manipulieren könne. Und jene, die es können, hätten es wohl schon vor ihm herausgefunden. Um seine Intentionen unter Beweis zu stellen, hat Case mittlerweile auch eine Methode veröffentlicht, wie Apps besser vor Piraterie geschützt werden können. (br/derStandard.at, 25. August 2010)

 

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