Schüler sollten Terroranschlag planen

25. August 2010, 16:39

Adelaide - In Australien hat eine Lehrerin ihren Schülern als Hausarbeit die Planung eines Terroranschlags aufgegeben. Die Zehntklässler einer Schule im Staat West-Australien sollten sich vorstellen, sie seien Terroristen und würden mit einer biologischen oder chemischen Waffe einen Anschlag auf eine "nichtsahnende australische Gemeinde" verüben, wie die Zeitung "The West Australian" am Mittwoch berichtete. Das Ziel der Schüler sollte demnach sein, möglichst viele unschuldige Menschen zu töten.

Teil der Aufgabe war dem Zeitungsbericht zufolge, den besten Zeitpunkt für den Anschlag zu wählen, die Wahl der Opfer zu erklären und die Folgen des Angriffs auf den menschlichen Körper zu erläutern. Die Hausaufgabe sollte benotet werden.

Er habe die Hausaufgabe zurückgezogen, sobald er davon gehört habe, erklärte der Schuldirektor Terry Martino. Bei der Lehrerin im Unterricht über aktuelle Konflikte und Terrorismus handelte es sich nach Angaben des Bildungsministeriums um eine Frau Mitte 20, die seit drei Jahren unterrichtet. Sie habe einen Fehler gemacht, und es tue ihr Leid, die Aufgabe nicht gut genug durchdacht zu haben, hieß es. Ihr Ziel sei es gewesen, die Schüler einen Konflikt aus der Sichtweise eines anderen betrachten zu lassen. (APA/apn)

 

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17 Postings
Der_Klingone
06
26.8.2010, 10:35

Einerseits ist die Idee nicht schlecht (mal das ganze aus einem anderen Blickwinkel sehen), doch andererseits offenbart es die recht eingeschränkte Sichtweise der Lehrerin.

Wenn schon mal die andere Seite "kennenlernen", dann hätten sich die Schüler darüber Gedanken machen sollen, wieso überhaupt jemand Terrorist wird? Welche Umstände führen dazu? Sind diese rein kulturell bedingt? Oder bestimmte Erfahrungen im Leben?

Der Anschlag selber ist ja nur das extreme Ende eines langen "Werdeganges". Den Terrorismus begreifen werden die Schüler rein gar nicht, wenn sie "üben", wie man Bomben baut und ja viele Menschen umbringt. So jung kann der Lehrer gar nicht sein, um nicht die Riesenblödheit dahinter erkennen zu können.

Karottensammler
01
26.8.2010, 10:19
Ich kann mir förmlich vorstellen

Wie der Schüler der erklärt, dass eine Bombe während der großen Pause in der Schule zu zünden das wohl effektivste wäre, mit einer eins benotet wird und keinen Rucksack mehr tragen darf :D

Wennso Weitergeht...
07
25.8.2010, 18:23
genial, die Dame

So interessante Hausaufgaben haben wir in der Schule nie bekommen... Ich weiß nicht ob ich das mit Zehntklässlern (5. Klasse AHS?) machen würde, aber mit 7./8. AHS wäre es sicher interessant. Ehrlich gesagt verstehe ich auch nicht was daran so eine Aufregung verursacht.

Timagoras
 
00
26.8.2010, 14:43
"So interessante Hausaufgaben haben wir in der Schule nie bekommen"

stimmt.

und die begeisterung für hausarbeiten in form von "Planung eines Terroranschlags" kennt hier im forum auch keine grenzen.

ich schließe mich der frenetischen begrünstrichelung trotzdem nicht an ;o)

Perseus0
 
52
25.8.2010, 17:00

Ob so jemand weiterhin unterrichten sollte?

hcl
06
25.8.2010, 22:09

Naja, so blöd ist das vielleicht gar nicht, wie es auf den ersten Blick aussieht. Mit dem richtigen Begleittext, wäre es machbar. Ich hätte halt die Klasse in zwei Gruppen eingeteilt und die zweite Gruppe als CTU hin und wieder mit ein wenig Info über die Arbeit der Terrorgruppe versorgt und sie einen Antiterrorplan ausarbeiten lassen. ;D

Extremsuderer
22
25.8.2010, 21:31
Finde das halb so schlimm

Dabei werden die Kids wenigstens geistig gefordert. Bei diversen PC-Abschießspielen kann man das nicht behaupten, aber da wird ja auch meistens "der Gute" gespielt.

GOTT (himself)
02
25.8.2010, 17:34
Wieso nicht?

Die Sinnhaftigkeit des Themas sollte doch wohl außer Streit stehen.
Lediglich die Umsetzung war total missglückt.

Deswegen wohl auch der Hinweis, dass es sich um eine Junglehrerin mit wenig Erfahrung handelt.
Auch Lehrer dürfen mal Fehler machen, oder?

Und DEN Fehler macht sie garantiert nie wieder. So haben ALLE was gelernt. Ist doch schön, oder?!

Stoppt den ZENSURWAHN der Politiker - JETZT
04
25.8.2010, 16:56
find ich gut!

sollte überall passieren...
dann würde der kampf gegen den terror ENDLICH aufgegeben werden, weil man terrorist und hü nicht mehr auseinander halten kann...

die welt wär wieder um einiges friedlicher, sicherer und angenehmer...

und die überwachung würde ENDLICH zurückgehen!

Ulrich Nagel
80
25.8.2010, 22:07

Ich finde das auch nicht so schlecht (obwohl die Kinder vielleicht zu jung dafeur waren) aber aus ganz anderen Gruenden. So eine uebung schaerft das Wissen um die Verletzlichkeit einer Gemeinschaft und zeigt ihnen welche Verhaltensweisen oder Schwaechen diese Terroristen ausnutzen. Wenn das richtig durchgefuehrt wird ist das Aufklaerung im besten Sinn. Diese Kinder werden dann sicher nicht der Meinung sein, dass "wenn der Kampf gegen den Terror" aufhoert es keinen Terrorismus mehr geben wird. Sie werden verstehen, weswegen ein modernes Gemeinwesen Ueberwachung und Sicherheitsvorkehrungen braucht und diese zu schaetzen wissen.

survival of the fattest
00
26.8.2010, 12:18
Das ist sicher richtig.

Da dies aber, wie Sie wissen, nur die eine - nämlich die kollektivistische - Seite der Medaille widerspiegelt, ist begleitende Lektüre zum Menschen als freies Individuum erforderlich. Kant, Mill, Alexy würden sich da etwa anbieten.

Sonst erschaffen Sie blitzschnell eine totalitäre Gesellschaft.

m m 10
00
26.8.2010, 11:13
jaja...

..."für ihre sicherheit" die phrase werden wir noch oft zu hören bekommen.......*graus*

Freakus T. He
04
26.8.2010, 09:00

Bei Ihrem Beitrag wird mir schlecht, sorry

raff1
40
25.8.2010, 16:49
Soweit ich informiert bin,

ist bei uns das Planen von Verbrechen bereits strafbar.

do the evolution
01
26.8.2010, 07:36
nein

Eleftheria Logou
17
25.8.2010, 21:13
Dann sind Sie wohl falsch informiert ...

ausdenken können Sie sich alles denkmögliche, auch niederschreiben und mit anderen diskutieren (solange niemand bedroht, verhetzt, erpresst wird oä), und sei es noch so verboten. Ansonsten würden wohl ziemlich viele Krimi-Autoren und Splatter-Movie-Regisseure einsitzen. Strafbar wird in Österreich erst der Versuch. Das war zumindest die Sachlage bis zur Einführung des Mafia/Terror-Paragraphen, mittlerweile scheinen ja auch schon politische Motive, Mailinglisten-Abonnements und Besitz von 'terrorismusrelevanten' Informationen strafbar ...

survival of the fattest
01
26.8.2010, 12:24
Strafbar wird in Österreich erst der Versuch...

...es sei denn, die Vorbereitung wird ausdrücklich für strafbar erklärt. Da gab und gibt es auch außerhalb der kriminellen Organisationsdelikte, etwa bei der Vorbereitung der Geldfälschung.

Pikante Note: Wird nicht die Strafbarkeit des Versuchs ausdrücklich ausgeschlossen, macht man sich bereits mit dem Versuch der Vorbereitung (!) strafbar.

Das Ganze ist im gegebenen Zusammenhang aber ohnehin redundant, da bei derartigen Gedankenspielen kein Vorsatz auf Tatvollendung vorliegt und damit von vorneherein keine Strafbarkeit eintreten kann. Wär ja auch ein Wahnsinn.

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