Flughafen macht allein weiter: Kein Totalübernehmer

25. August 2010, 17:37
posten

Wien - "Unspektakulär" sei die Aufsichtsratssitzung am Flughafen Wien nach über fünf Stunden am Mittwoch zu Ende gegangen. Dem Controller wurde berichtet, dass beim Terminalprojekt Skylink "alles nach Plan" liefe. 350 Leute seien mittlerweile auf der Baustelle. Als Fehleinschätzung werten Beobachter allerdings die Entscheidung, "derzeit keinen Totalübernehmer" zu bestellen. Begründung: Man könne es selber machen. Im Vorfeld gab es bereits eine Ausschreibung für einen Totalübernehmer, und drei Baufirmen kamen auf die Shortlist. Die nächste reguläre Aufsichtsratssitzung findet im November statt.

Erfreuliches aus Malta

Besser läuft es da schon in Malta. Der dortige Airport gehört seit 2002 mehrheitlich den Wienern, Julian Jäger ist seit 2008 der Chef. "Wir sind mit zuletzt knapp drei Mio. Passagieren der größte Regionalflughafen Österreichs", sagt Jäger scherzend zum Standard. Sein Ziel war es, den Airport in Valetta einem qualitativen und quantitativen Relaunch zu unterziehen. Weil der Avation-Bereich noch immer drei Viertel des Umsatzes ausmacht, wurde investiert und der Non-Avation-Bereich erweitert. Anders als in Wien werden die Duty-free-Läden weiter von Nuance betrieben. Die Schweizer unterlagen jüngst in Wien im Kampf um die Retail-Flächen Heinemann. Engländer, Italiener und Deutsche stellen die meisten Malta-Besucher. Daher ist Ryanair mit einem Marktanteil von 20 Prozent ein großer Player auf der Insel. Air Malta kommt mit ihren zwölf Fliegern auf einen Marktanteil um die 50 Prozent. Seit 2006 hat der Flughafen Malta die Tarife nicht mehr erhöht. Jägers Tipp: Die beste Reisezeit ist Oktober/November. (Claudia Ruff, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 26.8.2010)

  • Malta-Airport-Chef Julian Jäger investierte in Qualität und den 
Ausbau des Airports.
    foto: malta international airport

    Malta-Airport-Chef Julian Jäger investierte in Qualität und den Ausbau des Airports.

Share if you care.