"Zeigen, dass wir den Aufstieg wollen"

25. August 2010, 16:27
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Nach dem 0:1 im Hinspiel steht die Wiener Austria gegen Aris Saloniki heute un­ter Zug­zwang. Trainer Dax­bacher sieht in der Ausgangslage aber auch einen psychologischen Vorteil

Wien - Der FK Austria Wien hat am Donnerstag im Horr-Stadion eine nicht leicht lösbare Aufgabe vor sich. Um im siebenten Anlauf zum fünften Mal seit Einführung der Gruppenphase 2004/05 die Europa League zu erreichen, muss Aris Saloniki zum Beispiel 2:0 oder 3:1 besiegt werden. "Das 0:1 vom Hinspiel ist ein gefährliches Resultat. Kassieren wir einen Treffer, müssten wir schon drei Tore erzielen. Und das ist gegen ein Team wie Aris sehr schwer", sagte Trainer Karl Daxbacher.

Nach dem ersten Treffen, in dem die Austrianer eine spielerisch überzeugende Leistung gezeigt, aber im Abschluss versagt hatten, wurde viel diskutiert. "Mit einem 0:0 hätte es möglich sein können, dass wir daheim etwas zu verhalten spielen. Das 0:1 hat aus psychologischer Sicht schon etwas für sich. Jetzt ist in unser aller Köpfe drin, dass wir Vollgas geben müssen", glaubt Daxbacher.

Linz ist optimistisch

Mit dem Publikum als Stütze in der mit 11.000 Fans, darunter rund 1.000 Griechen, ausverkauften Arena müssen Roland Linz und Co. im Abschluss effektiver sein. "Es ist noch alles möglich. Mit unseren Fans im Rücken können wir die Sache hoffentlich drehen", meinte Linz, der in der Liga bisher vier-, im Cup ein- und im Europacup zweimal getroffen hat.

Thomas Parits rief die Trefferausbeute der laufenden Europa-League-Saison in Erinnerung. "Wir haben in fünf Partien neun Tore geschossen, spielen zu Hause und müssen uns vor niemandem verstecken, 90 Minuten konzentriert sein und zeigen, dass wir den Aufstieg wollen. Dazu wird es notwendig sein, dass jeder seine Stärken ausspielt", appellierte der Sport-AG-Vorstand an die Spieler. Daxbacher sprach von einer "Top-Leistung", die der Vizemeister zeigen müsste.

Elfmeterschießen haben die Favoritner nicht speziell geübt. "Natürlich muss man auch mit einer Verlängerung rechnen, aber ich hoffe, dass wir das Spiel schon vorher für uns entschieden haben", sagte Daxbacher, der wie in Saloniki neben Acimovic auch auf Mittelfeldmotor Junuzovic verzichten muss. Jun (Knie) und Ortlechner (Knöchel) sind fraglich, wobei der Trainer mit dem Tschechen eher rechnet. "Die Chancen bei ihm stehen gut, er hat zwar noch Schmerzen, aber am Dienstag schon eine Stunde mittrainiert".

Aris mit Respekt nach Wien

Den Niederösterreicher stimmt optimistisch, dass seine Elf schon oft bewiesen habe, dass sie Ausfälle verkraften kann. "Wir spielen zwar gegen eine griechische Mannschaft, aber nicht gegen Griechen. Das ist eine international zusammengestellte Elf. Wir besitzen das Potenzial in die nächste Runde zu kommen", so Daxbacher. Die Violetten haben in acht Versuchen im Europacup erst ein einziges Mal nach einem 0:1 im Hinspiel den Aufstieg geschafft. Das war am 31. Juli 2008 unter dem damals neuen Trainer Daxbacher gegen Tobol Kostanai mit 2:0.

Aris Saloniki kam am Dienstag ohne Liga-Praxis, die griechische Meisterschaft beginnt erst am kommenden Wochenende, und einem 1:0-Guthaben, aber mit viel Respekt im Gepäck in Wien an. "Achtung, wir haben nur einen kleinen Vorsprung und noch gar nichts erreicht. Wir müssen mit Köpfchen und konzentriert spielen. Die ersten Minuten werden sehr gefährlich werden", warnte Coach Hector Cuper, der im Hinspiel mit Torhüter Sifakis nur einen Griechen in seiner Startelf aufgeboten hatte. Verteidiger Neto erwartet eine andere Partie als in Saloniki: "Wir werden alles geben und wissen, was wir tun müssen, um aufzusteigen. (APA)

Austria Wien - Aris Saloniki (Donnerstag, 19.00 Uhr/live ORF 1, Horr-Stadion, Schiedsrichter Daniel Stalhammar/Schweden):

Mögliche Aufstellungen zum Rückspiel der vierten und letzten Qualifikationsrunde (Play-off) der Fußball-Europa-League:

Austria Wien: Lindner - Vorisek/Klein, Dragovic, Ortlechner/Margreitter, Suttner - Stankovic/Klein, Hlinka, Baumgartlinger, Liendl - Jun/Stankovic, Linz. Ersatz: Safar/Almer - Troyansky, Leovac, M. Wallner, Salomon, Schumacher, Tiffner

Fraglich: Jun (Knieprobleme), Ortlechner (Knöchelprobleme)

Es fehlen: Acimovic (Knie/rekonvaleszent), Junuzovic (Muskelfaserriss im Oberschenkel)

Aris Saloniki: Sifakis - Neto, Ronaldo Guiaro, Oriol, Garbini - Javito, Nafti, Toja, Toni Calvo/Cesnauskis - Cezarek, Koke. Ersatz: Juanma - Kaznaferis, Papazacharias, Prittas, Lazaridis, Mendrinos, Ruiz, Adu

Fraglich: Toni Calvo (Muskelprobleme)

 

  • Baumgartlinger und Co. laufen einem 0:1 Rückstand hinterher.
    foto: epa/ana

    Baumgartlinger und Co. laufen einem 0:1 Rückstand hinterher.

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