Studie Menschenrechte

Österreicher wissen wenig über Asyl

Maria Sterkl, 25. August 2010, 15:34

Nur jeder Vierte hält das Recht auf Asyl für wichtig

Nur einer von drei in Österreich lebenden Menschen weiß, dass es ein Menschenrecht auf Asyl gibt, und noch weniger , nämlich 24 Prozent, halten das Recht auf Asyl für „besonders wichtig". Ein Befragungsergebnis, das die AuftraggeberInnen der Erhebung, die Marianne Schulze von der Initiative „menschenrechte.jetzt.", als „beunruhigend" einstuft. Die Initiative, ein Zusammenschluss von 270 österreichischen NGOs, hat die Karmasin Motivforschung beauftragt, 1000 ÖsterreicherInnen zu ihrer Einstellung zu Menschenrechten zu befragen. Nun wurden die Ergebnisse präsentiert.

Dass Menschen, die vor Verfolgung oder drohender Folter flüchten, ein Recht auf Schutz haben, ist in Österreich geltendes Recht. Dennoch beantworteten nur 32 Prozent der Befragten die Frage, ob ein solches Recht bestehe, mit „Ja". In Kärnten und der Steiermark - die Studie nennt nur einen Gesamtwert für beide Länder - waren es überhaupt nur 17 Prozent.

Gleich und "gleicher"

Immerhin 62 Prozent der Befragten halten das „Recht auf Gleichbehandlung" für ein besonders wichtiges Grundrecht. Wer gleich und wer „gleicher" ist, geht aus der Befragung aber ebenfalls hervor: Auf die Frage, wer in der Gesellschaft besonders hohen Schutzes bedürfe, sprechen sich 83 Prozent für „Kinder" aus, 74 Prozent für „Kranke" und 70 Prozent für „alte Menschen", aber nur 18 Prozent für „ Angehörige von Minderheiten". Für Homosexuelle wünschen sich überhaupt nur acht Prozent besonderen Schutz.

Warum dem so ist, darüber gehen die Meinungen auseinander. Dass die meisten Menschen dazu tendieren, nur jene Minderheiten zu schützen, welchen sie selber einmal angehört haben oder einst angehören werden - Minderjährige, Alte, Kranke -, sieht Barbara Liegl von Zara (Zivilcourage und Anti-Rassismus-Arbeit) nicht als selbstverständlich an. „Das ist das Ergebnis eines ganz bestimmten öffentlichen Diskurses, der die Gesellschaft auseinander dividiert", glaubt Liegl, und nennt ein Beispiel: „Wenn von Migranten die Rede ist, geht es meistens um negative Dinge - um Sprachdefizite, um Kriminalität, um das Ausnützen von Sozialleistungen." Diese Bilder förderten eine Denkweise, die den Rechten von Minderheiten weniger Bedeutung beimesse als den Rechten der Mehrheitsgesellschaft. Wobei Liegl betont, „dass dabei aber auch die Rechte der Mehrheit zu achten sind". Prinzipiell hätten Menschenrechte für alle Menschen zu gelten - „und da macht es auch keinen Unterschied, ob sie mir sympathisch sind oder nicht".

UN prüfen Österreich

73 Prozent der Befragten meinen, dass Menschenrechte in Österreich mehr geachtet werden sollten, und zwar insbesondere dann, wenn es um das Recht auf Gesundheitsversorgung, soziale Sicherheit oder Arbeit gehe. Das freut die VertreterInnen der Initiative „Menschenrechte Jetzt": Sie fühlen sich durch das Ergebnis gestützt, wenn sie im Herbst einen eigenen Bericht zur Situation der Menschenrechte in Österreich nach Genf schicken. Ihre - regierungskritische - Bestandsaufnahme soll jenen Bericht ergänzen, den die Regierung im Oktober an den Menschenrechtsrat abliefern muss. Denn laut internationaler Verpflichtungen muss sich Österreich beim sogenannten "Universal Periodic Review" erstmals einer umfassenden Überprüfung seiner Menschenrechtslage unterziehen. 

Marianne Schulze von der Initiative „menschenrechte.jetzt." ist optimistisch, dass die Anliegen der NGOs in Genf Beachtung finden: Deutschland und die Schweiz, die ihren Menschenrechts-Check bereits hinter sich haben, seien eben aufgrund der NGO-Berichte zu diversen Reformen ermahnt worden. Ähnliches sei für Österreich zu erwarten. In vier Jahren wird dann erneut überprüft, wie ernst die UN-Kritik in Österreich genommen wird und welche Empfehlungen umgesetzt wurden.

Dass sich die Nationalstaaten drücken, da sie ohnehin keine Sanktionen zu befürchten haben, glaubt Schulze nicht: „Das wird sehr ernst genommen. Kein westlicher Staat lässt sich gerne von China links überholen, wenn es um Menschenrechts-Reformen geht."
Im Oktober wird die Initiative ihren Befund vorlegen, zehn weitere Einzelberichte von NGOs sollen folgen. (Maria Sterkl, derStandard.at,  25.8.2010)

Kommentar: Hemd näher als der Rock

Gastkommentar auf dieStandard.at: Aufklärung als Menschenrecht - von Kornelia Hauser

Link: Initiative menschenrechte.jetzt.

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Posting 1 bis 25 von 241
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Gilgamesh
11
22.11.2010, 14:53

Und nur einer von 1000 NGO Lemmingen weiß, dass Asyl nur bei bestimmten Konstellationen, wie z.B. Verfolgung greift.
NEIN, ein besser bezahlter Job ist KEIN Asylgrund....
Ein besseres Sozialsystem ist KEIN Asylgrund!
Die kranke Großmutter ist KEIN Asylgrund!
Selbstmorddrohungen sind KEIN Asylgrund!
Lügen im Asylantrag sind KEIN Asylgrund!

Eine Kreatur
10
15.10.2010, 14:38
"Kein westlicher Staat lässt sich gerne von China links überholen, wenn es um Menschenrechts-Reformen geht."

da bin ich mir nicht sicher
in 10 bis 20 jahren kann ich mir sehr gut vorstellen, dass china österreich "überholt" haben wird
erstens auf grund der langsamen fortschritte in china und zweitens auf grund der vollbremsung, die österreich gerade durchzieht

meine güte, warum wird bei der un nicht über die vorfälle in sachen tierrechtsprozess, den 4 verhafteten aktivistInnen einer linken gruppierung und diesen "mafia-paragraphen" gesprochen? oder die nigerianerin, die als opfer von menschenhändlern gegen diese aussage will, aber wo die österreichische staatsanwaltschaft das verfahren plötzlich abbricht und sie deshalb in den ziemlich sicheren tod nach nigeria abgeschoben wird? auch die kürzliche wiederaufnahme stoppt ihre abschiebung nicht ..

Bagel
00
16.9.2010, 16:11

https://www.ris.bka.gv.at/Ergebnis.... amtabfrage

Und dann nach Datum absteigend sortieren.

Shirin Maier
22
30.8.2010, 22:47
"Die Österreicher" wissen auch wenig über das Steuerrecht, obwohl sie davon sicher mehr betroffen sind also vom Asylrecht...

pascale
00
13.9.2010, 09:25
Arbeitnehmer "schenken" dem Finanzminister

aus Unwissen- und Bequemlichkeit usw. jährlich ca. 150 Mill. Euro. Das Asylwesen benötigt eine vielfach höhere Summe.

Poldi Fesch
00
29.8.2010, 19:15
lieb

Charta der Vereinten Nationen
lieb, von der weisz man nicht einmal, wo sie in Kraft sein koennte

Gesetzeswidrige postings werden Behörde gemeldet
42
27.8.2010, 16:09
Österreicher sind weder sozial noch asozial. Sie sind ganz einfach Strohdumm

Intelligent sind die Vereinigten Emiraten. Wer dort bleiben möchte muss Geld mitringen, investieren und eine Mindstanzahl Arbeitsplätze schaffen. Wenn Ausländer Schulden machen gehts ab ins Verlies. Der Strohdumme Österreicher ( oder sinds kriminelle Kosovaren und sonstiges Gesocks die hier posten ) ist Sklave seiner eigenen Dummheit

striga
 
20
27.8.2010, 21:17
schon mal was von NETIQUETTE gehört?

ja? warum pöbeln sie dann hier herum?
nein? ab zum nachzipf!

suboptimal
 
12
27.8.2010, 15:38
auch Kirchenasyl von _verschiedenen_ Religionsgemeinschaften gemeinsam

wäre hier nicht vorstellbar – und dass das bei den Behörden Erfolg hat, noch viel weniger ....

Die Evangelische Freikirche in Hochfeld mit Unterstützung der Katholischen Gemeinden St. Lucia und St. Barbara gewährt dem 19-jährigen Mamadou Allareny Diallo Kirchenasyl.

Duisburg erkennt Kirchenasyl für Afrikaner an - 05.08.2010 – also toppaktuell
http://www.derwesten.de/staedte/d... 13177.html

Kirchenasyl : Kirchen-Asylant bekommt reguläres Verfahren
http://www.derwesten.de/staedte/d... 09445.html

Seriöser Hütchenspieler
11
31.8.2010, 16:51

Religion macht Birne hohl.

Gilt offenbar auch für ev. Freikirchen.

Halbmond
61
26.8.2010, 15:03
Österreicher wissen wenig über Asyl

Österreicher verstehen unter Asylanten Kreminell und Agresiv zugleich und kosten für den staat,aber das es gute Asylanten gibt ist es vielen Österreicher völlig egal.

Der, der es besser weiß
33
26.8.2010, 14:53
Asyl=Zuwanderung

So sieht es in unserer Realverfassung nun mal aus dank der marsmännchenfarbenen Partei.

Der Zwersch
20
27.8.2010, 22:31

Marsmännchen sind sicher die kleinsten ihrer Probleme.

BusStopBoxer
00
27.8.2010, 16:22

das solltest du aber besser wissen.

R. Lexer
04
27.8.2010, 00:06

Wir hatten 2009 107.785 Zuwanderungen. Demgegenüber stehen 3.247 positive Asylbescheide 1.536 subsidiär Schutzberechtigte ...

Hellcat
00
27.8.2010, 18:04

In der Zuwanderungsstatistik werden alle Asylwerber erfasst, die legal oder illegal nach Österreich einreisen und einen Asylantrag stellen. Im Vorjahr waren das rund 12.000 (23% der 15.823 Asylanträge waren Folgeanträge).
Der Asylwerber-Anteil bei den Zuwanderungen liegt bei 11%.

Nur weil Asylverfahren negativ ausgehen, heisst das noch lange nicht, dass die Asylwerber wieder auswandern. Oftmals scheitert das daran, dass sie nirgendwohin abgeschoben werden können, weil ihr Herkunftsland unbekannt ist.

Der, der es besser weiß
33
26.8.2010, 14:41
Asylrecht abschaffen.

jcMaxwell
01
30.8.2010, 12:36

wer gibt für so'n schwachsinn grüne stricherl?

striga
 
21
27.8.2010, 21:19
aufruf zum rechtsbruch ...

A_Schläsinger_vu_Brassel
01
13.9.2010, 18:36

Ihre Freunde, die Grünen, machent das alltäglich.

tucker maxxx
01
26.8.2010, 14:24
„Das ist das Ergebnis eines ganz bestimmten öffentlichen Diskurses, der die Gesellschaft auseinander dividiert"

exakt, betrifft leider mittlerweile fast alle bereiche des lebens, jeden/r wird eingeredet zu kurz zu kommen oder dass es anderen auf sein/ihre kosten besser geht..

teile und herrsche.... klappt mittleweile besser denn je.

Der Biber
13
26.8.2010, 12:54
dümmliche Fragestellung

"Welche dieser Menschenrechte halten Sie für besonders wichtig?"

Ein absolute Nullaussage und daraus ablesen zu wollen dass 76% der Befragten Asyl für nicht wichtig halten, liegt ausschliesslich an der tendenziösen Interpretation.

Poldi Fesch
00
29.8.2010, 19:18
die haben aber

auch ein Recht auf Arbeit erfunden

pascale
12
26.8.2010, 10:52
Auch das Allgemeinwissen der Österreicher

ist erschreckend. Auch bei einfachen Fragen wie: Fläche Österreichs, Komponist oder Texterin der Bundeshymne, welche Länder grenzen an NÖ, wieviel sind 20 Prozent von 80, kommen erstaunlich viele falsche Antworten.

Bango Skank
00
26.8.2010, 13:09
wieviel sind 20 Prozent von 80

20 Prozent von 80 sind 20 Prozent von 80.

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